Bild: demarco / Fotolia.com

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von Susanne Bader

LANDSBERG. Je komplexer technische Geräte geworden sind, desto größer ist auch ihre Materialdiversität. So besteht etwa ein Mobiltelefon aus circa 36 verschiedenen Materialien, darunter so gebräuchliche wie Kunststoff und Eisen. In geringsten Anteilen sind aber auch sehr seltene Materialien wie Vanadium, Antimon, Selen oder Niob enthalten. Auch in der Elektronik ist die Tendenz zur Diversität spürbar: So griff die Halbleiterindustrie laut dem Wissenschaftszentrum Umwelt in Augsburg im Jahr 2000 auf 60 Elemente zurück, während es in den 80er Jahren noch 12 Elemente waren. Steigende Preise und steigende Nachfrage können den Unternehmen jedoch eine böse Überraschung bescheren, denn gerade die seltenen Rohstoffe lassen sich in ihren Eigenschaften nur schlecht durch andere ersetzen. Firmen stehen daher vor der Herausforderung, diesen Aspekt bereits in der Entwicklung zu berücksichtigen und die Möglichkeit der Sub stitution zu prüfen.

Besonders stark von der Ressourcenpolitik Chinas abhängig sind die Seltenen Erden. Das Land birgt rund 59,3 % der entsprechenden Lagerstätten. Zu den seltenen Erden gehören neben den chemischen Elementen Scandium, Yttrium und Lanthan die 14 auf Lanthan im Periodensystem der Elemente folgenden Elemente, die so genannten Lanthanoide, darunter Cer und Neodym. Verwendet werden seltene Erden vorwiegend als Leuchtstoffe, Magnete, in der Metallurgie oder als Additive in der Glas- und Keramikherstellung. Mittlerweile sind sie in Elektronikgeräten zu finden und als Magnete, Glasadditive und Leuchtstoffe in Flachbildschirmen im Einsatz. Auch in der Elektromobilität spielen sie eine wichtige Rolle, beispielsweise für Batterien oder in Permanentmagneten von Elektromotoren. Ein weiterer Einsatzbereich sind energiesparende Beleuchtungstechniken, etwa Halogenmetalldampflampen, Kompaktstoffleuchten und LEDs. Da in der Beleuchtungstechnik immer mehr auf Energie-Effizienz geachtet wird, steigt vor allem hier der Bedarf an seltenen Erden stetig.

Ein weiterer Rohstoff, dessen Einsatz in Zukunft durch hohe Preise und hohe Nachfrage knapp werden könnte, ist das Lithium. Hier ist der Bedarf vor allem durch die wachsende Herstellung von Batterie- und Akkumulatorensystemen größer geworden. Der aktuelle Bedarf an Lithiumverbindungen wird auf rund 90 000 t Lithiumcarbonat-Equivalente geschätzt, 25 % davon werden für Batterien gebraucht, 18 % für die Glas- und Keramikindustrie, 12 % für die Schmierstoffherstellung, 7 % für Pharmazeutik und Polymere, 6 % in Klimaanlagen, 4 % für die Aluminium- und 3 % für die Gussmetallproduktion bzw. für die chemische Industrie und 22 % für sonstige Anwendungen. 42 % der Weltreservenbasis für Lithium liegen in Bolivien. Gleichzeitig lässt sich der Lithium-Bedarf Chinas in den kommenden Jahren schwer abschätzen.
Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. bietet einen Rohstoff-Risiko-Index und einen Rohstoff-Risiko-Check an. Der Risiko-Index bietet Informationen zu 40 Metallen und Mineralien. Der Rohstoff-Risiko-Check ist ein Online-Test, mit dem Firmen ihre Rohstoffsituation prüfen können, Adresse: www.rohstoff-check-bayern.de.