Mit der sich abkühlenden Konjunktur gehen auch die Rohstoffpreise wieder etwas zurück (Bild:

Mit der sich abkühlenden Konjunktur gehen auch die Rohstoffpreise wieder etwas zurück (Bild: Thierry Bulot - Fotolia.com).

BERLIN (Dow Jones/ks)–Der HWWI-Rohstoffpreisindex sank im Oktober auf US-Dollar-Basis um 2,7% und in Euro um 2,4% im Vergleich zum Vormonat, teilten die Hamburger Forscher am Donnerstag mit.
Großen Schwankungen hat im Oktober vor allem der Rohölpreis unterlegen. Die Ölsorte Brent notierte zu Beginn des Oktobers bei knapp 103 Dollar pro Barrel, um dann gegen Mitte des Monats auf über 114 Dollar pro Barrel zu steigen. Am Ende des Monats war der Preis wieder bei knapp unter 108 Dollar pro Barrel. “Die Ölpreisschwankungen sind die Folge einer großen Verunsicherung über die konjunkturelle Entwicklung, die durch die aufeinanderfolgenden guten und schlechten Meldungen zur Lösung der Schuldenkrise in Europa verursacht wird”, schreiben die HWWI-Experten. Die wechselnde Stimmungslage habe auch auf die Kursentwicklung von anderen Rohstoffen durchgeschlagen.
Im Index gab besonders der Teilindex für “Eisenerz und Stahlschrott” mit minus 11,9% auf US-Dollar-Basis und minus 11,3% auf Euro-Basis nach. Die beiden Teilindizes “Nahrungs- und Genussmittel” sowie “Industrierohstoffe” sanken jeweils um 8% auf US-Dollar-Basis und um 7,6% in Euro. Der Index für Rohöl ging dagegen mit 1,4% auf US-Dollar-Basis und um 1,1% in Euro nur vergleichsweise leicht zurück.

Innerhalb des Index für Industrierohstoffe ging der Index für NE-Metalle mit einem Minus von 11,9% auf US-Dollar-Basis und einem Minus von 11,5% in Euro besonders deutlich zurück. Ein besonders starker Preisverfall war gegen Ende des Monats bei Eisenerz zu beobachten. Dieses verbilligte sich vom ersten Handelstag im Oktober bis zum letzten um 31,8% in Dollar und 35,8% in Euro. Als Grund hierfür nennt das HWWI eine verringerte Eisenerznachfrage chinesischer Stahlhütten wegen einer geringeren Kreditvergabe und einer etwas abkühlenden Bauwirtschaft.

Der einzige Rohstoffpreis, der sich im Oktober im Vergleich zum Vormonat im Index ohne Energie erhöhte, war der für Reis. Er stieg um 1,3% in Dollar und 1,7% in Euro. Diese Preiserhöhungen wurden durch die starken Überflutungen in Thailand ausgelöst. Das Land ist weltweit der größte Reisexporteur und starke Ernteausfälle sind zu befürchten. Insgesamt verringerte sich der Index für Getreide trotz der Preissteigerungen bei Reis um 7,9% in Dollar und 7,6% in Euro. Neben Reis sind in dem Index für Getreide Weizen, Mais und Gerste enthalten.