TOKIO (Dow Jones/rm). “Vietnam hat einen extrem vielversprechenden Boden, und ich hoffe sehr stark auf eine gemeinsame Erschließung”, sagte Akihiro Ohata, Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie, am Freitag in Tokio. Er wolle daher Premierminister Naoto Kan nach Vietnam begleiten, wenn er zwischen dem 28. und 31. Oktober an einem Treffen des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) teilnimmt.

Medienberichten zufolge werden Japan und Vietnam am 31. Oktober in Hanoi ein Handelsabkommen über Seltene Erden abschließen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Japan sagte am Freitag jedoch, es sei noch unklar, ob überhaupt eine Zusammenkunft stattfinde und ob eine Kooperationsvereinbarung zustande käme.

Im vergangenen Monat hatten japanische Unternehmen von Verzögerungen bei den Lieferungen von Seltenen Erden aus China berichtet. Ohata sagte bei der Pressekonferenz, die Exporte von Selten-Erde-Metallen von China nach Japan hätten sich noch immer nicht normalisiert. Nach einem Bericht der Zeitung “Nihon Keizai” vom Freitag wollen die japanischen Unternehmen angesichts drohender Exportkürzungen ihre Abhängigkeit von China bei seltenen Erdmetallen verringern. Dies solle zum einen durch eine Diversifizierung der Importe aus weiteren Ländern geschehen, zum anderen durch eine Reduzierung des Bedarfs oder durch Recycling der Hochtechnologie-Metalle.

Entgegen ihrem Namen kommen die Seltenen Erden in vielen Weltgegenden vor, ihr Abbau ist jedoch sehr kostenintensiv, weshalb viele Förderstätten geschlossen wurden. China besitzt eine dominierende Stellung bei Seltenen Erden mit einem Weltmarktanteil von rund 95% und hat in den vergangenen Jahren die Exportmenge stetig gedrosselt. China möchte mit dieser Politik erreichen, dass die Produktion von Schlüsseltechnologien im eigenen Land durchgeführt wird. Experten befürchten jedoch seit längerem, dass China diese Vormachtstellung auch in politischen Konfliktfällen als Druckmittel einsetzen könnte.