PEKING (Dow Jones/rm). Wie aus am Dienstag veröffentlichten Daten des chinesischen Handelsministeriums hervorgeht, beläuft sich die Exportquote für seltene Erden in den ersten sechs Monaten 2011 auf 14.508 t. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 bedeutet dies einen Rückgang um 35%. Über die Exportquoten im zweiten Halbjahr sei noch nicht entschieden worden, hieß es weiter.

Nachdem die Volksrepublik bereits die Ausfuhren in der zweiten Jahreshälfte 2010 um 72% eingeschränkt hatte, wachsen die Sorgen der internationalen Abnehmer hinsichtlich der Verfügbarkeit dieser Rohstoffe. China deckt 95% des weltweit verfügbaren Angebots dieser speziellen Metalle wie Europium oder Neodym, die in High-Tech-Batterien für Elektroautos, Fernsehern, Handys und militärischen Systemen zum Einsatz kommen.

In dem neuen Rahmen dürfen 22 zugelassene chinesische Unternehmen 10.762 t an seltenen Erden exportieren. Weitere 3.746 t entfallen auf zehn zugelassene ausländische Firmen bzw. Joint Ventures mit ausländischen Partnern, was einem Rückgang von 34% bzw. 37% entspricht im Vergleich zu den im ersten Halbjahr 2010 genehmigten 16.304 t bzw. 5.978 t.

Die seltenen Erden waren im September ins weltweite Rampenlicht geraten, nachdem japanische Importeure China vorgeworfen hatten, Lieferungen storniert zu haben. Zuvor hatte Japan den Kapitän eines chinesischen Fischerbootes inhaftiert, das mit einem japanischen Patroullienboot kollidiert war. Der Zwischenfall fand nahe einer Inselgruppe statt, auf die beide Länder Anspruch erheben.

Große Verbraucher wie Japan und die USA versuchen mittlerweile, alternative Zulieferer zu finden, wozu unter anderem Australien, Thailand und die Mongolei gehören. Australische Unternehmen verhandeln bereits mit chinesischen Firmen, um deren Technologie zur Gewinnung der seltenen Metalle in Australien einzuführen, wie ein Vertreter der China Society of Rare Earths, der ungenannt bleiben wollte, berichtete.