Warnt vor wettbewerbsverzerrenden Maßnahmen: Ulrich Grillo, Unternehmer und BDI Vizepräsident.

Warnt vor wettbewerbsverzerrenden Maßnahmen: Ulrich Grillo, Unternehmer und BDI Vizepräsident.

von Sabine Spinnarke

BERLIN. Grillo, der selbst ein zinkverarbeitendes Unternehmen leitet, verweist auf eine Liste des VDMA von Nationen, die sich bei dem ‘Run’ auf Rohstoffe auf unlautere Weise Wettbewerbsvorteile verschaffen. “Das bedeutet eine hohe Belastung für deutsche Unternehmen”, betont Grillo. Deutschland sei abhängig von Rohstoff-Importen und die gezielte Rohstoffsicherungspolitik einiger Länder ergäben “eine düstere Prognose”. Zusätzlich seien aktuelle Pläne und Vorschriften der EU, aber auch der deutschen Regierung wettbewerbsgefährdend: “Rohstoff-Steuern, verpflichtende Einsatz- und Recyclingquoten sind höchst gefährlich”, warnt Grillo, da Deutschland bzw. die EU nicht als Insel zu betrachten sei und derartige Alleingänge für Länder mit wenig eigenen Rohstoffen “einen zusätzlichen Knebel” bedeuten würden.

Die Voraussetzungen für eine sichere Rohstoffversorgung betrachtet Grillo ansonsten als durchaus günstig. Für Deutschland sei es ohne weiteres möglich einen “Großteil” der benötigten Rohstoffe selbst zu schaffen – ‘urban mining’ ist hier das Schlagwort: im Recycling ist Deutschland “Weltspitze”. Auch der deutsche Maschinenbau kann hochwertige Technologien zusteuern, die Ergebnisse deutscher Forschung & Entwicklung sorgen für eine gute Basis. Rohstoffgewinnung in Deutschland selbst sei ebenfalls eine Option, die mit steigenden Preisen wieder ins Auge zu fassen sei.

Nun sei es an der Politik die Rahmenbedingungen für eine sichere Zukunft zu schaffen. “Um unsere undankbare Situation zu verbessern, muss der Zugang zu Rohstoffen im Ausland verbessert werden”, so Grillo, dies aber sei Aufgabe der Handelspolitik. Handelspartnerschaften wie mit Kasachstan oder die Mongolei seien ein gangbarer Weg.

Von der Abfall- und Umwelpolitik fordert Grillo den Abbau von Auflagen und den verbesserten Zugang zu Schutzgebieten um Rohstoffe in Zukunft auch in Deutschland vermehrt abbauen zu können.