DÜSSELDORF (Dow Jones/ks)–Unter dem Strich standen im vierten Quartal des Ende September 2010 abgelaufenen Geschäftsjahres 2009/2010 mit 14,7 Mio Euro unter dem Strich wieder deutlich schwarze Zahlen, wie der Düsseldorfer Konzern am Dienstag mitteilte. Die von Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten im Schnitt mit 14 Mio Euro nach 6 Mio Euro im Vorjahresquartal gerechnet.

Zwischen Juli und September füllten sich die Auftragsbücher der Düsseldorfer deutlich. Der Auftragseingang stieg im Vergleich zum Vorjahr um 44% auf 268 Mio Euro und damit stärker als von Analysten erwartet. Im Vergleich zum Vorquartal stieg der Wert der Neubestellungen erneut um ein Zehntel – ein Hoffnungszeichen für die kommenden Quartale.

Der im Mittelwerteindex MDAX gelistete Kranbauer lebt vor allem von großen Projekten mit langen Vorlaufzeiten. Krisen treffen die Branche daher erst verzögert. Im Gegenzug schlägt die anziehende Konjunktur aber auch erst ein halbes bis ein Jahr später durch.

Das Geschäft mit der Hafentechnologie, bislang Sorgenkind des Kranbauers, profitierte von der anziehenden Weltwirtschaft und dem damit verbundenen stärkeren Containerumschlag. Auch wenn sich Hafen- und Terminalbetreiber mit Investitionen in Großprojekte weiter zurückhielten, gingen bei den Düsseldorfern 61% mehr Order im Gesamtwert von 71 Mio Euro ein als im Vorjahreszeitraum und 37% mehr als im dritten Quartal des Geschäftsjahres. Besonders groß sei die Nachfrage nach Hafenmobilkranen gewesen.

Im Geschäft mit Industriekranen etwa für die Stahl-, Papier- , Fertighaus- oder Flugzeugproduktion stieg der Wert der Neuaufträge um 54% auf 118 Mio Euro. Hier hatte offenbar auch der schwache Euro für Vorteile gegenüber der Konkurrenz aus den USA gesorgt.

Noch konnten die Umsätze aber nicht mit dem Auftragseingang mithalten. Zwischen Juli und September nahmen die Düsseldorfer 290 Mio Euro ein und damit 13% mehr als im Vorjahr.

Operativ verdiente Demag Cranes vor Zinsen und Steuern (EBIT) bereinigt 24,4 Mio Euro und damit fast doppelt so viel wie im vierten Quartal des Vorjahres. Analysten hatten mit weniger gerechnet. Neben dem margenstarken Servicegeschäft schafften es im Schlussquartal auch die Geschäftsfelder Industriekrane und Hafentechnologie operativ zurück in die schwarzen Zahlen. Demag Cranes ist mittlerweile die weltweite Nummer eins in der Hafentechnologie gefolgt von der Liebherr-Gruppe und bei Industriekranen dem finnischen Marktführer Konecranes dicht auf den Fersen.

Mit dem Endspurt hat der Hersteller von Industriekranen, Krankomponenten und Hafentechnologie auch seine selbstgesteckten Ziele für das Geschäftsjahr übertroffen. In Anbetracht der Krise hatten die Düsseldorfer mit einem Umsatzrückgang auf rund 900 Mio Euro von gut 1 Mrd Euro im Vorjahr gerechnet. Eingenommen haben sie nach eigenen Angaben letztlich 911 Mio Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) sank im Vorjahresvergleich um ein Fünftel auf 54,2 Mio Euro und übertraf damit die angestrebten 45 Mio bis 50 Mio Euro.