Mehrere große Industriekonzerne warnen vor den Folgen des Brexit. Darunter Airbus, BMW und Siemens

Mehrere große Industriekonzerne warnen vor den Folgen des Brexit. Darunter Airbus, BMW und Siemens. - Bild: PIxabay

Bis Ende Sommer müsse Klarheit herrschen, sagte der BMW-Repräsentant in Großbritannien, Ian Robertson, dem Sender BBC. Das Münchner Unternehmen stellt auch die Marken Mini und Rolls Royce her und hat rund 8000 Beschäftigte im Vereinigten Königreich. "Wenn wir in den nächsten Monaten keine Klarheit bekommen, müssen wir damit beginnen, Alternativpläne zu entwickeln." Sonst würde der Konzern Geld in Konstruktionen investieren, "die wir vielleicht nicht benötigen, in Lagerhallen, die vielleicht künftig nicht brauchbar sind".

Nach Angaben von Siemens wird ein EU-Ausstieg ohne Abkommen den Betrieben und Arbeitsplätzen im Vereinigten Königreich schaden. Der für Großbritannien zuständige Siemens-Repräsentant Jürgen Maier kritisierte die Rhetorik einiger Brexiteers im Kabinett, die etwa von "einer Schlacht mit Europa" gesprochen hätten. Dies sei nicht hilfreich für die Brexit-Verhandlungen, sagte er der BBC. Siemens hat nach eigenen Angaben etwa 15 000 Beschäftigte im Land. Die Produkte reichen von Gasturbinen bis zu medizinischen Geräten.

Kurz vor der BMW-Warnung hatte Airbus im Falle eines harten Brexits ohne Abkommen mit dem Teil-Rückzug aus Großbritannien gedroht. "Einfach ausgedrückt gefährdet ein Szenario ohne Deal direkt die Zukunft von Airbus im Vereinigten Königreich", erklärte der Leiter der Airbus-Verkehrsflugzeug-Produktion, Tom Williams. Falls das Land im kommenden März ohne Abkommen aus der EU aussteige und damit Binnenmarkt und Zollunion sofort verlasse, würde dies zu einer "schweren Störung und Unterbrechung" der Produktion führen.

Nachteilige Effekte

Das Vereinigte Königreich steuere ungebremst auf einen ungeordneten Brexit zu, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang, in Berlin. Für ein geordnetes Ausscheiden der Briten aus der EU müsste der nächste EU-Gipfel die Weichen stellen. "Die britische Regierung spielt weiterhin auf Zeit. Diese Strategie führt ins Desaster." Schon jetzt machten sich nachteilige Effekte bemerkbar. So sei Großbritannien momentan mit 1,4 Prozent das Land mit dem schwächsten für dieses Jahr erwarteten Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in der EU.

Vor zwei Jahren - am 23. Juni 2016 - stimmten die Briten mit knapper Mehrheit für den Ausstieg aus der Europäischen Union. Die Trennung von der Staatengemeinschaft ist bereits für Ende März 2019 geplant.

Die Brexit-Verhandlungen zwischen London und Brüssel verlaufen sehr schleppend. Ein Knackpunkt ist vor allem die künftige Grenze zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem britischen Nordirland.

Premierministerin Theresa May regiert seit der vorgezogenen Parlamentswahl 2017 nur noch mit einer hauchdünnen Mehrheit. Sie steht von mehreren Seiten erheblich unter Druck. Auch die Brexit-Hardliner ihrer Partei - darunter etwa Außenminister Boris Johnson - drohen immer wieder damit, sie zu stürzen.

  • Italien, Fiat

    Platz 10: Laut einer Studie des CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen werden die Autobauer im Jahr 2017 gut 1.935.000 Autos absetzen. - Bild: Pixabay

  • Kanada

    Platz 9: Kanada. Im Jahr 2017 werden die Automobilhersteller laut Studie hier 2.025.000 Autos verkaufen. - Bild: Pixabay

  • Brasilien, Rio de Janeiro

    Platz 8: Brasilien. Hier werden die OEMs laut Studie 2.048.000 Autos im Jahr 2017 absetzen. - Bild: Pixabay

  • Frankreich, Ente

    Platz 7: Frankreich. In unserem Nachbarland werden die Autobauer dieses Jahr laut Studie 2.066.000 Autos verkaufen. - Bild: Pixabay

  • England, Taxi

    Platz 6: Großbritannien. Im Inselkönigreich werden die Automobilhersteller laut Studie voraussichtlich 2.639.000 Autos absetzen. - Bild: Pixabay

  • Indien, Straßenverkehr

    Platz 5: Indien. Auf dem Subkontinent werden die Autobauer laut Studie dieses Jahr rund 3.234.000 Autos verkaufen. - Bild: Pixabay

  • VW, Käfer

    Platz 4: Deutschland. In der Heimat von Rudolf Diesel und Gottlieb Daimler werden die Autobauer laut Studie 3.529.000 Autos im Jahr 2017 absetzen. - Bild: Pixabay

  • Japan, Straßenverkehr

    Platz 3: Japan. Im Land der aufgehenden Sonnen werden die OEMs im Jahr 2017 voraussichtlich 4.437.000 Autos absetzen. - Bild: Pixabay

  • New York, Taxi

    Platz 2: USA. 17.101.000 Autos werden die Autobauer laut Studie im Jahr 2017 in den Vereinigten Staaten verkaufen. - Bild: Pixabay

  • China, Große Mauer

    Platz 1: Mit 24.594.000 Autos, welche die Autobauer 2017 in China absetzen, ist das Milliarden-Einwohner-Reich das mit Abstand wichtigste Land für die Autobauer. - Bild: Pixabay

Maschinenbaugipfel 2018 - Die Branche zeigt Flagge

Wann: 16. und 17. Oktober 2018
Wo: Berlin, Maritim in der Stauffenbergstraße
Was: Weltpolitische Ereignisse bleiben nicht ohne Folgen für den Maschinen- und Anlagenbau. Sei es der Brexit und seine Konsequenzen für ein gemeinsames Europa, die aktuelle Klimapolitik, die Zukunft des Antriebsstrangs oder auch Führungsthemen zu Arbeit 4.0 und Nachwuchsgewinnung – Deutschlands Innovationsbranche muss neue Strategien entwickeln.
Anmeldung und Infos: www.maschinenbau-gipfel.de