Die deutsche Druck- und Papiertechnikindustrie rechnet 2011 mit einem zumindest leichten Aufwärtstrend.

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Der Konjunkturmotor sei angesprungen, erstmals seit zwei Jahren hätten die Auftragseingänge 2010 wieder zugelegt, teilte der Fachverband des VDMA am Donnerstag mit. In diesem Jahr dürften die Einnahmen daher leicht zulegen.

Der Aufschwung sei allerdings vergleichsweise schwach ausgefallen, sagte Kai Büntemeyer, Vorstandsvorsitzender des Fachverbands. “Das lag daran, dass die für die Branche traditionell wichtigen Märkte Europa und Nordamerika kaum eine Belebung zeigten.” Dass die Auftragseingänge industrieweit 2010 trotzdem stiegen, sei der hohen Nachfrage aus Asien, speziell China, und Südamerika zu verdanken.

Der Umsatz der Branche, der unter anderem die Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druckmaschinen, Koenig & Bauer sowie der Konkurrent manroland angehören, stagnierte im vergangenen Jahr bei etwa 9 Mrd Euro. Da sich mit einem Plus von fast einem Viertel auch zu Beginn des neuen Jahres die Neuaufträge gut entwickelt hätten und der Auftragsbestand auf fast 5 Monate angewachsen sei, werde für 2011 mit einem Umsatzplus von 5% gerechnet, erklärte Büntemeyer.

Die relative Schwäche der traditionellen Märkte und die Stärke Asiens seien keine Momentaufnahme, sagte der Vorsitzende des Fachverbands, sondern unterstreiche eine schon länger zu beobachtende Verschiebung der Märkte. Durch die Krise sei diese Entwicklung lediglich beschleunigt worden.

Nach der drastischen Talfahrt in der Wirtschaftskrise ging es seit Anfang des Jahres 2010 wieder etwas aufwärts für die Industrie. Der Maschinenbau erlebte nach massiven Orderrückgängen in den vergangenen beiden Jahren die heftigste Krise seiner Geschichte. Hohe Stornoraten, Bestellrückgänge und Überkapazitäten machten vor allem den Druckmaschinenherstellern schwer zu schaffen. Mehrere Quartale in Folge schrieben Heidelberger Druckmaschinen, Koenig & Bauer und manroland rote Zahlen.

Experten erwarten trotz der leichten Erholung in den vergangenen Monaten nicht, dass der Markt das Vorkrisenniveau jemals wieder erreichen wird.