Bauen ihre Kooperation weiter aus: Mori-Seiki-Präsident Dr. Masahiko Mori und Gildemeister-Chef Dr.

Bauen ihre Kooperation weiter aus: Mori-Seiki-Präsident Dr. Masahiko Mori und Gildemeister-Chef Dr. Rüdiger Kapitza (Bild: Gildemeister).

von Christine Benders-Rüger, Dow Jones

(ks). Die Japaner werden im Rahmen von Kapitalerhöhungen ihre Beteiligung an dem Bielefelder Werkzeugmaschinenbauer aufstocken. Im Gegenzug wird auch Gildemeister den Anteil an Mori Seiki erhöhen. Dann sollen auch die Unternehmensnamen geändert werden. Die Aufsichtsbehörden müssen dem Vorhaben noch zustimmen.

In der Vergangenheit hatte es wiederholt Gerüchte über eine Fusion gegeben. Gildemeister und Mori Seiki sind seit 2009 per Überkreuzbeteiligung miteinander verflochten.

Nach der am Mittwoch unterschriebenen Vereinbarung erhöht zunächst Mori Seiki die Beteiligung an Gildemeister von 20,1 auf 24,9% der stimmberechtigten Aktien. Dies wird voraussichtlich über eine Kombination aus Sach- und Barkapitalerhöhung erfolgen. Gildemeister hat im Gegenzug das Recht, seine Beteiligung an Mori Seiki auf 10,1 von bislang 5,1% zu erhöhen.

Mori Seiki soll in einem ersten Schritt Anteile an Unternehmen in den USA und Japan einbringen und hierfür insgesamt bis zu 3.247.162 neue Gildemeister-Aktien aus einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage erhalten. Dies entspräche einem Anteil von bis zu 24,9%.

In einem zweiten Schritt können sich alle Gildemeister-Aktionäre an einer Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht beteiligen. Mori Seiki beabsichtigt, seine Bezugsrechte voll auszuüben und möglicherweise in geringem Umfang weitere Aktien zu kaufen, um die Beteiligung von 24,9% aufrechtzuerhalten.

Die engere Zusammenarbeit wollen die beiden Partner auch nach außen deutlich machen. Die Firmennamen sollen in DMG Mori Seiki AG bzw DMG Mori Seiki Seiki Co Ltd geändert werden. Daneben wird ein paritätisch besetzter Ausschuss zur Abstimmung der “weiteren Intensivierung der Partnerschaft” ins Leben gerufen.

Noch vor einigen Tagen wies Gildemeister jegliche Fusionsgerüchte wiederholt zurück. Die in Bielefeld erscheinende Zeitung “Neue Westfälische” hatte am Freitag vergangener Woche geschrieben, Gildemeister denke über einen Zusammenschluss mit den Japanern nach. Gildemeister-Vorstandschef Rüdiger Kapitza wird in der Zeitung mit den Worten zitiert, “dafür müssen wir die Aktionäre überzeugen, dass Eins plus Eins mehr als Zwei ergibt”. Dazu könnte eine neue Gesellschaft mit Doppelsitz in Deutschland und Japan gegründet werden. Denkbar wäre dies bis 2016, sagte der Manager laut Zeitung am Rande der Bilanzpräsentation in Düsseldorf. Eine Gildemeister-Sprecherin erklärte noch am Freitag, die Berichterstattung entbehre jeder Grundlage.

Der Grundtenor hat sich laut Gildemeisters Mitteilung vom Mittwochabend allerdings geändert. “Beide Unternehmen sind sich einig, dass die geplanten Maßnahmen wichtige Meilensteine in der langfristigen Strategie der Unternehmen darstellen, um ihre Aktivitäten weiter zusammenzuführen”, schrieb der Bielefelder Maschinenbauer.

Aus einer Fusion der beiden Konzerne könnte einer der weltgrößten Werkzeugmacher hervorgehen. Mori Seiki mit Sitz im japanischen Nagoya stellt unter anderem CNC-Drehmaschinen her und ist an den Börsen in Tokio und Osaka gelistet. Die beiden Partner arbeiten bereits eng zusammen und haben unter anderem in Europa ihren Vertrieb und Service gebündelt.