Dietmar Hermle, Sprecher des Vorstands der Hermle AG.

Dietmar Hermle, Sprecher des Vorstands der Hermle AG.

GOSHEIm (sm). Der Konzernumsatz des schwäbischen Werkzeugmaschinenspezialisten Hermle nahm in den ersten neun Monaten 2010 insgesamt gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um rund 29 % auf 114,1 Mio Euro (Vj. 88,7) zu. Dank kurzer Durchlaufzeiten, hoher Liquidität und der Tatsache, dass in der Krise auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet wurde, war Hermle in der Lage, überdurchschnittlich schnell auf die gestiegene Nachfrage zu reagieren. Besonders stark legte der Auslandsumsatz zu, der sich von Januar bis September 2010 um über 57 % auf 60,1 Mio Euro (Vj. 38,2) vergrößerte. Die Exportquote belief sich somit auf 52,7 % (Vj. 43,1 %). Das Inlandsvolumen nahm um rund 7 % auf 54,0 Mio Euro (Vj. 50,5) zu. Durch die wieder erheblich verbesserte Auslastung konnte Hermle in den ersten drei Quartalen 2010 auch das Ergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich steigern. Im bisherigen Jahresverlauf hat sich die Nachfrage bei Hermle parallel zur Branchenentwicklung sukzessive verbessert: Nachdem sich der Auftragseingang im ersten Quartal konzernweit um 62 % erhöht hatte, stand zum Halbjahr bereits eine Verdoppelung zu Buche. Nach neun Monaten 2010 betrug das Plus bei den neuen Bestellungen 112,5 % auf 139,8 Mio Euro (Vj. 65,8). Hiervon entfielen 71,9 Mio. Euro auf das Inland (Vj. 35,0) und 67,9 Mio Euro auf das Ausland (Vj. 30,8). Neben der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung profitierte Hermle auch von verschiedenen Maschinenneuheiten. Die innovativen Bearbeitungszentren C60, C 42 und C 22 stießen auf der Fachmesse AMB in Stuttgart auf großes Interesse und trugen bereits zum starken Ordereingang bei. Der Auftragsbestand belief sich zum Stichtag 30. September 2010 auf 42,3 Mio. Euro nach 16,7 Mio. Euro zum Jahreswechsel. Darin enthalten ist auch ein Großprojekt in Osteuropa, für das im dritten Quartal nach langen Verzögerungen die Exportgenehmigung erteilt wurde.

Die Finanz- und Vermögenslage von Hermle stellte sich weiterhin sehr solide dar: Ende September 2010 wies das Unternehmen konzernweit eine Eigenkapitalquote von rund 74 % aus (Vj. 76 %). Zum 30. September 2010 stieg die Zahl der Mitarbeiter im Hermle-Konzern auf 832 Personen (Vj. 807). Dabei machte sich bemerkbar, dass Hermle nahezu alle Auszubildenden nach Abschluss ihrer Lehrzeit übernommen und wieder in gleichem Umfang neue Nachwuchskräfte eingestellt hat. Hermle legt großen Wert auf eine kontinuierliche Personalpolitik und auf die eigene Ausbildung: Am Stichtag erlernten im Unternehmen 97 junge Menschen einen zukunftsorientierten Beruf (Vj. 95), das sind über 15 % der Beschäftigten am Firmensitz in Gosheim.

Im Oktober des laufenden Jahres setzte sich der gute Geschäftsverlauf unvermindert fort. Deshalb ist das Unternehmen zuversichtlich, im Gesamtjahr 2010 einen Umsatzzuwachs auf mindestens 170 Mio Euro (Vj. 127,0) und eine entsprechend deutliche Steigerung des operativen Ergebnisses (Vj. 8,4 Mio. Euro) zu erzielen. Für das Gesamtjahr 2011 sieht der Vorstand trotz nach wie vor bestehender konjunktureller Risiken die Möglichkeit einer weiteren Verbesserung der Geschäftsentwicklung. Hierzu trägt auch das große Interesse an den im laufenden Jahr vorgestellten Produktneuheiten bei.

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren. Hermle-Werkzeugmaschinen kommen aufgrund ihrer hohen Qualität und Präzision in anspruchsvollen Branchen wie Medizintechnik, optische Industrie, Luftfahrt-, Automobil-, Rennsportindustrie und bei deren Zulieferern zum Einsatz. Hermle-Aktien werden im Regulierten Markt der Börsen Stuttgart und Frankfurt am Main gehandelt. 2009 erzielte das Unternehmen einen Konzernumsatz von 127,0 Mio Euro und einen Jahresüberschuss von 6,6 Mio Euro.