Koenig & Bauer hat sich mit seiner Belegschaft auf einen Tarifvertrag mit flexibleren Arbeitszeiten

Koenig & Bauer hat sich mit seiner Belegschaft auf einen Tarifvertrag mit flexibleren Arbeitszeiten geeingt. Im Gegenzug verzichtet das Unternehmen auf betriebsbedingte Kündigungen bei den betroffenen tariflichen Mitarbeitern bis zum 30. Juni (Bild: Koenig & Bauer).

(Dow Jones/ks). Die unter anderem mit der Gewerkschaft IG Metall für die beiden Hauptstandorte Würzburg und Radebeul geschlossenen Ergänzungstarifverträge sehen unter anderem vor, auf Gleitzeitkonten enthaltene Stunden ohne Lohnausgleich zu streichen. Wie Koenig & Bauer am Mittwoch weiter mitteilte, enthalten die bis Ende 2014 befristeten Verträge auch einen Passus zur Flexibilisierung der wöchentlichen Arbeitszeit.

Ein Sprecher des Unternehmens sagte, es seien sowohl Arbeitszeitverkürzungen als auch -verlängerungen möglich. Koenig & Bauer wolle so auf starke Nachfrageschwankungen reagieren. Zum Jahresbeginn gingen üblicherweise vergleichsweise wenige Bestellungen bei dem Unternehmen ein, während die Nachfrage im Schlussquartal anziehe.

Im Gegenzug für die Zugeständnisse schließt Koenig & Bauer betriebsbedingte Kündigungen der betroffenen tariflichen Mitarbeiter bis zum 30. Juni 2015 aus. Der Vorstand und die außertariflichen Fach- und Führungskräfte werden sich “wertgleich an den Einsparungen beteiligen”, teilte das Unternehmen mit. Die Regelungen gelten den Angaben zufolge rückwirkend vom 1. Januar dieses Jahres an. Koenig & Bauer bezeichnete die Vereinbarungen in einer Mitteilung als “wichtigen Mosaikstein zur Ertragsstabilisierung”.

Koenig & Bauer hat seine Kapazitäten in den letzten Jahren deutlich reduziert. Die Zahl der Konzernbeschäftigten ging von gut 8200 Mitarbeitern im Jahr 2007 auf etwa 6300 zurück und soll durch Altersteilzeit und andere Maßnahmen weiter auf unter 6000 sinken, so das Koenig & Bauer.

Das Unternehmen hat nach früheren Angaben in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres den Umsatz um 16,6% auf 916,2 Mio Euro gesteigert. Koenig & Bauer berichtete bei der Vorstellung der Quartalszahlen im November aber von einem um 28,5% auf 826 Mio Euro rückläufigen Auftragseingang. Schwierigkeiten bereitet dem Unternehmen vor allem das schrumpfende Marktsegment für Publikations- und Zeitungsdruck, während etwa das Geschäft mit Druckmaschinen für Verpackungen wächst.