FRANKFURT (Dow Jones/ks)–”Nachdem das Management von Demag Cranes kein Interesse an einem Dialog über eine potenzielle Zusammenarbeit hat, werden wir diese Angelegenheit nicht weiter verfolgen”, sagte ein Konecranes-Sprecher am Freitag auf Anfrage von Dow Jones Newswires. Zuvor hatte dies bereits die “Rheinische Post” berichtet.

Weltmarktführer Konecranes hatte im Oktober öffentlich Interesse an einer Übernahme des kleineren Wettbewerbers bekundet. Dies hatte den Aktienkurs der Düsseldorfer haussieren lassen. Der MDAX-Konzern reagierte prompt und setzte sich gegen die Begehrlichkeiten zur Wehr. Selbst eine feindliche Übernahme galt daher zeitweise als realistisches Szenario. Die Finnen wollten mit Hilfe der Demag-Übernahme ein europäisches Schwergewicht schmieden, um die wachsende Konkurrenz aus Asien auf Abstand zu halten. Interesse an Demag Cranes wurde auch dem US-Baumaschinenhersteller Terex nachgesagt.

Demag Cranes selbst versuchte zuletzt, auf dem wichtigen chinesischen Zukunftsmarkt stärker Fuß zu fassen. Ende Januar beteiligte sich das Unternehmen in diesem Zusammenhang an der Weihua Group, einem der größten Kranhersteller im Reich der Mitte. Bei dieser Gelegenheit stellte Vorstandschef Aloysius Rauen zum wiederholten Male klar, er wolle aktiv am Konsolidierungsprozess in der Branche teilnehmen.

Am Markt wird erwartet, dass die Demag-Cranes-Aktie am Freitag angesichts der abgeblasenen Übernahmepläne zu den Verlieren gehören könnte. Es sehe also so aus, als sei die Übernahmefantasie unverändert eingepreist, sagte ein Händler. Die Papiere des deutschen Kranherstellers notieren aktuell bei rund 36 Euro – laut dem Händler rund sieben Euro höher als vor Beginn der Spekulationen um eine Übernahme Anfang Oktober. Vorbörslich gibt die Aktie um fast 3% nach.