Etikettiermaschine von Krones: Der Maschinenbauer sieht sich auf einem sehr guten Weg (Bild:

Etikettiermaschine von Krones: Der Maschinenbauer sieht sich auf einem sehr guten Weg (Bild: Krones).

Der Hersteller von Getränkeabfüll- und Etikettiermaschinen hält nach überstandener Krise an seinem Fahrplan zur Rückkehr zu alter Stärke fest.

Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Bereits im kommenden Jahr sei das Vorkrisenniveau wieder erreichbar, sagte Finanzvorstand Hans-Jürgen Thaus am Donnerstag in einem Interview mit Dow Jones Newswires.

Bereits Anfang Dezember hatte der Manager erklärt, dass wohl bereits 2012 eine Umsatzrendite von 7% und eine Kaptialrendite von 20% wieder greifbar sein könnten. Zuvor hatte Krones die Rückkehr auf das Vorkrisenniveau erst 2013 oder sogar 2014 für möglich gehalten.

Am Morgen hatte das in Neutraubling bei Regensburg ansässige Familienunternehmen vorläufige Eckdaten für das abgelaufene Geschäftsjahr veröffentlicht. Krones steigerte 2010 die Erlöse dank der deutlichen Konjunkturerholung um 17% auf 2,17 Mrd Euro. Vor Steuern wurden knapp 71 (Vorjahr: minus 39) Mio Euro verdient, die Rendite lag damit bei knapp 3,3%. Unter dem Strich blieben knapp 51 Mio Euro nach einem Verlust von 35 Mio Euro im Vorjahr.

Krones selbst hatte zuletzt mit einem Umsatzplus von etwa 15% und einer Vorsteuerrendite von rund 3% gerechnet. Das entspricht Werten von rund 2,15 Mrd Euro bzw. etwa 65 Mio Euro. Die Analystenerwartungen traf Krones ebenfalls. Branchenkenner hatten dem Unternehmen Einnahmen von 2,17 Mrd Euro und ein Nettoergebnis von 48 Mio Euro zugetraut.

Dass wieder schwarze Zahlen geschrieben wurden, kommt auch den Aktionären zugute: Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung eine Dividende von 0,40 Euro je Aktie vorschlagen. 2009 gab es nach dem ersten Verlust in der Unternehmensgeschichte keine Ausschüttung.

“In das Jahr 2011 starten wir mit einer guten Ausgangsbasis”, sagte Finanzvorstand Hans-Jürgen Thaus mit Blick auf die gut gefüllten Auftragsbücher. Auf Grundlage der aktuell positiven globalen Wirtschaftsentwicklung und des stabilen Aufwärtstrends rechnet Krones nach Abgaben vom Morgen mit einem weiteren Umsatzplus und einer deutlichen Gewinnsteigerung. Die Neubestellungen legten 2010 um 15% auf 2,19 Mrd Euro zu. Eine konkretere Prognose für 2011 wird das Unternehmen auf der Bilanzpressekonferenz am 27. April vorlegen.

Dort will Krones Journalisten und Analysten auch das angekündigte Strategieprogramm, das den Namen “Value” trägt, vorstellen. Mit dessen Hilfe will sich das Familienunternehmen für die anhaltend prekäre Preissituation wappnen. “Wir haben nach wie vor einen fast irrationalen Preisdruck, auch wenn sich die Tendenz leicht abgeschwächt hat”, sagte Thaus im Interview. “Von einer wirklichen Entspannung kann man nicht sprechen”.

In den vergangenen beiden Jahren war ein harter Kampf um die wenigen verbliebenen Aufträge entbrannt. Zudem machen steigende Rohstoffkosten der Branche zu schaffen. Sollte sich das Preisniveau parallel zur Einführung des “Value-Programms” erholen, würde sich laut Thaus ein zusätzliches Margenpotenzial ergeben.

Details zum Maßnahmenpaket wollte Thaus mit Verweis auf die Pressekonferenz nicht nennen. Im Interview Ende 2010 hatte er gesagt, Ansatzpunkte seien das Umsatzmanagement, das Kostenmanagement und das Chancen-Risiko-Management.

Das erste Quartal habe gut begonnen, sagte Thaus am Donnerstag: “Es wird deutlich positiver ausfallen als 2010″, so der Manager. Die Ergebnisse für das Auftaktvierteljahr wird Krones ebenfalls auf der Pressekonferenz Ende April vorlegen.

Die Katastrophe in Japan hat nach Aussage von Thaus keine nennenswerten Auswirkungen auf das Geschäft von Krones: “Wir machen in Japan schon seit Jahrzehnten nur einen sehr geringen Umsatz, der bei rund 1% der Gesamterlöse liegt”. Dies liegt vor allem an der starken Konkurrenz: Die heimischen Hersteller wie Shibuya, Mitsubishi und andere beherrschen nach Aussage von Thaus etwa 90% des Marktes.