Von Nico Schmidt, Dow Jones

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Das in Neutraubling bei Regensburg ansässige Familienunternehmen rechnet für 2010 nun mit einem Umsatzplus von bis zu 15% und einer Vorsteuerrendite von rund 3%. Die Margenprognose sei dabei “eher konservativ”, erklärte Finanzvorstand Hans-Jürgen Thaus am Mittwoch in einem Interview mit Dow Jones Newswires.

Bislang war die Krones AG von einem Umsatzplus von 10% bis 15% ausgegangen, nachdem zu Jahresbeginn im schlechtesten Falle noch ein Zuwachs von nur 5% für möglich gehalten worden war. Auch das Erlösniveau von 2007 hält Thaus weiter für erreichbar. Das besagte Jahr, in dem Krones seinerzeit knapp 2,16 Mio Euro erlöste, war das zweitstärkste in der Unternehmensgeschichte gewesen.

Netto soll 2010 ein noch nicht näher bezifferter “nennenswerter” Gewinn her, wobei Krones in der zweiten Jahreshälfte mehr verdienen will als die 22,1 Mio Euro aus den ersten sechs Monaten. Zur erwarteten Höhe des Nettogewinns wollte sich Finanzchef Thaus auch am Mittwoch nicht äußern. Unter Berücksichtigung der anvisierten Vorsteuerrendite und der bei Krones üblichen Steuerbelastung von etwa 30% dürfte das Familienunternehmen in diesem Jahr unter dem Strich jedoch auf einen Gewinn von etwa 50 Mio Euro zusteuern.

Im vergangenen Jahr hatte der Hersteller von Getränkeabfüllanlagen massiv unter der Investitionszurückhaltung der Kunden und der schwachen Erlösqualität gelitten. 2009 war daher das schwierigste Jahr in der 60-jährigen Unternehmensgeschichte: Bestellungen und Einnahmen des MDAX-Konzerns brachen um etwa ein Fünftel ein, netto fiel ein Verlust von 34,5 Mio Euro an – der erste in der Historie.

Das Ende September abgelaufene dritte Quartal lief für Krones etwas schwächer als erwartet. Die Einnahmen legten zwar um gut 15% auf 506,8 Mio Euro zu, blieben aber etwas hinter den Analystenprognosen zurück. Gleiches gilt für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, das zwischen Juli und September auf 14 Mio Euro anstieg, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 11 Mio Euro angefallen war. Netto verdienten die Oberpfälzer 9,8 (Vorjahr: minus 9,4) Mio Euro.

Deutlicher enttäuschte der Auftragseingang, der auf knapp 513 (540) Mio Euro sank. Analysten hatten mit einem leichten Plus bei den Neubestellungen gerechnet. Die Ursache für den auf Quartalssicht vergleichsweise schwachen Auftragseingang ist nach Aussage des Managers vor allem die Leitmesse drinktec, die im dritten Quartal des vergangenen Jahres die Nachfrage angekurbelt und zu einer hohen Vergleichsbasis geführt hatte.

Die Krones-Aktie verliert kurz nach den Handelseröffnung gut 2% und notiert bei 41,15 Euro. Marktteilnehmer verweisen zur Begründung vor allem auf die überraschend schwache Entwicklung an der Auftragsfront.
Finanzvorstand Thaus zeigte sich im Gespräch mit den ersten neun Monaten zufrieden. “Wir haben das realisiert, was wir vorhergesagt haben – nämlich, dass 2009 ein einmaliger Ausrutscher war”, so der Manager. “Wir sind auf dem richtigen Weg, aber noch lange nicht da, wo wir hin wollen”.
Ein Problem für die Oberpfälzer ist weiterhin die Erlösqualität. “Die Preissituation ist immer noch unbefriedigend”, so Thaus. Im vergangenen Jahr war ein scharfer Preiswettkampf um die wenigen verbliebenen Nachfrager entbrannt, der sich nun nur mühsam umkehren lässt. Zwar habe sich die Lage in den vergangenen Monaten stabilisiert, erklärte der Finanzvorstand. “Wir sind aber bei Weitem noch nicht wieder da, wo wir herkommen”.

Entgegenwirken will Krones dieser Entwicklung mit strikter Kostendisziplin; Prozesse und Strukturen sollen optimiert werden. Unter anderem soll ein Modulbaukasten eingeführt werden, so dass zwar weiter individuelle Maschinen gebaut werden können, diese aber mit einem größeren Anteil an Gleichteilen versehen und somit günstiger in der Herstellung sind.

Das Schlussquartal ist nach Aussage von Thaus “plankonform” angelaufen. Der Manager bekräftigte im Interview, dass der Hauptversammlung in diesem Jahr wieder eine Dividende vorgeschlagen werden soll. Die Anteilseigner hätten sowohl das Recht als auch den Anspruch, am wiedergekehrten Erfolg beteiligt zu werden. Die Ausschüttungspolitik von Krones verfolge das Ziel, stets 20% bis 25% des Nettogewinns an die Aktionäre weiterzugeben, bestätigte er frühere Aussagen.

Für 2011 rechnet der MDAX-Konzern mit einer weiteren positiven Entwicklung bei Umsatz und Gewinn. Um sich konkret zu den Erwartungen für 2011 zu äußern, sei es noch zu früh, sagte Thaus im Gespräch mit Dow Jones Newswires.