Von Nico Schmidt, Dow Jones

NEUTRAUBLING (Dow Jones)–”2011 wird ein Übergangsjahr, in dem die Verbesserung der Erlösqualität mehr als Volumenwachstum zählt”, sagte Vize-Vorstandschef Hans-Jürgen Thaus im Interview mit Dow Jones Newswires.

“Mittlerweile glauben wir aber, dass wir bei gleichbleibenden Rahmenbedingungen 2012 wieder unsere Ziele von einer Umsatzrendite von 7% und einer Kaptialrendite von 20% erreichen können.” Bislang hatte Krones die Rückkehr auf das Vorkrisenniveau erst 2013 oder sogar 2014 wieder für möglich gehalten.

Es gebe einige Signale, die optimistischer stimmten als noch vor einigen Monaten, erklärte Thaus am Sitz des Familienunternehmens in Neutraubling bei Regensburg. “Im Markt ist Lebendigkeit da.”

Krones leidet allerdings weiter unter der schlechten Erlösqualität. Im Zuge der Krise habe es einen “gigantischen” Preisverfall gegeben, der sich nur schwerlich wieder umkehren lasse, sagte Thaus. Im vergangenen Jahr war ein harter Kampf um die wenigen verbliebenen Aufträge entbrannt. Zudem machen steigende Rohstoff- und Personalkosten der Branche zu schaffen.

Bei der Erreichung der Profitabilitätsziele soll Krones laut Thaus ein Maßnahmenpaket helfen, das der Öffentlichkeit im Frühjahr 2011 detailliert vorgestellt werden soll. Einzelheiten wollte der Manager noch nicht nennen, er sagte aber, dass die Ansatzpunkte das Umsatzmanagement, das Kostenmanagement und das Chancen-Risiko-Management seien.

Im angelaufenen vierten Quartal hält nach Aussage von Thaus der Aufwärtstrend aus den ersten neun Monaten an. In fast allen Vertriebsregionen verbucht Krones wieder Zuwächse. Weltweit seien wieder rund 250 Arbeitsplätze aufgebaut worden, in Deutschland würden wieder “mehrere Hundert” Leiharbeiter beschäftigt, so der Manager.

An den Zielen für das zu Ende gehende Geschäftsjahr hält der Vize-Vorstandsvorsitzende und Finanzchef des MDAX-Konzerns daher fest. Der Umsatz werde um 15% wachsen, die Vorsteuerrendite bei 3% liegen.

Im vergangenen Jahr hatte der Hersteller von Getränkeabfüll- und Etikettiermaschinen massiv unter der Investitionszurückhaltung der Kunden gelitten. Bestellungen und Einnahmen brachen deshalb um rund ein Fünftel ein, es fiel ein Millionen-Verlust an – der erste in der fast 60-jährigen Unternehmensgeschichte.