Kuka ist wieder zuversichtlich: Das Unternehmen im vierten Quartal wieder Umsatze wie in der Zeit

Kuka ist wieder zuversichtlich: Das Unternehmen im vierten Quartal wieder Umsatze wie in der Zeit vor 2009 erreicht (Bild: Kuka AG).

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Im vergangenen Jahr erlöste Kuka 1,08 Mrd Euro, ein Fünftel mehr als 2009. Das operative Ergebnis lag bei 24,8 Mio Euro, nachdem 2009 noch ein deutlicher Verlust angefallen war. Hierbei entfielen auf den Geschäftsbereich Systems Umsatzerlöse in Höhe von 695,3 Mio Euro, ein Plus von 14,8% gegenüber Vorjahr. Der Geschäftsbereich Robotics erzielte um 31,8% höhere Umsatzerlöse von 435,7 Mio Euro (2009: 330,5 Mio Euro).

Mit den vorgelegten vorläufigen Zahlen lagen die Augsburger im Rahmen der eigenen Planungen: Für 2010 hatte der Roboter- und Anlagenbauer einen Umsatz von mehr als 1 Mrd Euro sowie einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Restrukturierungsaufwendungen von 20 Mio bis 30 Mio Euro angepeilt. Die Sanierungskosten wurden auf rund 10 Mio Euro veranschlagt.

Die Auftragseingänge legten um mehr als ein Viertel auf 1,14 Mrd Euro zu, der Wert der Bestellungen in den Büchern lag per Ende 2010 damit bei 630,5 (Vorjahr: 543,5) Mio Euro. Besonders der Geschäftsbereich Robotics erholte sich schnell und erzielte auf Grund einer starken Nachfrage aus der Automobilindustrie mit einem Zuwachs um 49,9% auf 486,2 Mio Euro ein neues Allzeithoch. Auch die die Auftragseingänge aus dem Bereich verdoppelten sich nahezu gegenüber dem Vorjahr, so Kuka.
Die General Industry holte deutlich auf und platzierte Aufträge, die wieder auf dem Niveau von 2008 lagen, so das Unternehmen. Der Geschäftsbereich Systems profitierte insbesondere ab dem 2. Halbjahr ebenfalls von der stark gestiegenen Investitionsbereitschaft der Automobilindustrie und steigerte seinen Auftragseingang um 16,5% auf 716,8 Mio Euro (2009: 615,4 Mio Euro).

Der Auftragsbestand stieg konzernweit von 543,5 Mio Euro am 31. Dezember 2009 auf 630,5 Mio Euro am 31. Dezember 2010; dies ist ein Anstieg um 16,0%. Damit beträgt die rechnerische Reichweite der Beschäftigung unverändert mehr als sechs Monate.

„KUKA blickt zuversichtlich ins Jahr 2011“, erläutert der Vorstandsvorsitzende Dr. Till Reuter. „Wir haben unsere betriebliche Flexibilität gesteigert und sind schlagkräftiger geworden.“

Mit dem Ergebnisanstieg verbesserte sich auch die EBIT-Marge, die im Gesamtjahr 2010 bei 2,3% lag (2009: -5,8%). Der Geschäftsbereich Robotics erreichte 2010 ein EBIT in Höhe von insgesamt 20,8 Mio Euro (2009: -11,5 Mio Euro) und damit eine EBIT-Marge von 4,8%. Auch der Geschäftsbereich Systems entwickelte sich positiv und erwirtschaftete 2010 ein EBIT in Höhe von 20,0 Mio Euro (2009: -29,1 Mio Euro). Die EBIT-Marge des Geschäftsbereichs betrug dementsprechend 2,9%. Beide Geschäftsbereiche kommen damit im Geschäftsjahr 2010 der Erreichung ihrer Ziel-EBIT-Margen planmäßig näher, so Kuka.

Die Mitarbeiterzahl stieg im vergangenen Jahr von 5.744 Ende 2009 auf 5.990, das ist ein relativ geringer Zuwachs von 4,3%, gemessen am Auftragsplus von 26,5%. Dabei waren zwei gegenläufige Entwicklungen zu verzeichnen: Während in Osteuropa und den BRIC-Staaten Personal aufgebaut wurde, sank die Zahl der Mitarbeiter am zentralen Standort Kuka-Konzerns in Augsburg um 259 auf 2.375 Mitarbeiter zum Jahresende 2010. “Das Kostensenkungsprogramm wurde planmäßig umgesetzt und führte in den Geschäftsjahren 2009 und 2010 kumuliert zu wiederkehrenden Kostensenkungen in Höhe von 68,6 Mio Euro. Dabei wurden vor allem konzernweite Geschäftsprozesse und organisatorische Strukturen im Unternehmen verbessert”, teilte das Unternehmen mit.

Im vierten Quartal 2010 überschritten die Auftragseingänge nach vorläufigen Zahlen mit 280,1 Mio Euro deutlich den Wert der Vorjahresquartale (Q4/09: 229,5 Mio Euro und Q4/08: 251,3 Mio Euro). Der Geschäftsbereich Systems erzielte Auftragseingänge in Höhe von 192,2 Mio Euro – den höchsten Wert in einem Q4 seit vier Jahren, so Kuka. Der Geschäftsbereich Robotics konnte Auftragseingänge von 102,1 Mio Euro gewinnen, die unter den Spitzenwerten der Vorquartale blieben. Die Segmente General Industry und Service konnten dabei den jeweils höchsten Auftragseingang in einem vierten Quartal der letzten fünf Jahre verzeichnen. Kunden im Segment Automotive haben in Q4/10 weniger Großprojekte innerhalb der Rahmenverträge abgerufen, jedoch im Januar 2011 konnte wieder ein starker Anstieg bei den Auftragseingängen verzeichnet werden.
“Damit bleibt der positive Trend der hohen Investitionsbereitschaft bei den Kunden ungebrochen”, konstatiert das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Die Umsätze erreichten im vierten Quartal 2010 mit 324,6 Mio Euro wieder das Niveau der Zeit vor 2009 (2009: 246,7 Mio Euro). Beide Geschäftsbereiche realisierten im Jahresschlussquartal deutlich höhere Umsatzvolumina als im Vorjahr: Der Geschäftsbereich Systems erzielte durch sehr erfolgreiche Projektfortschritte 219,3 Mio Euro (Q4/09: 171,1 Mio Euro) und der Geschäftsbereich Robotics 118,1 Mio Euro (Q4/09: 86,5 Mio Euro).

Das EBIT des KUKA Konzerns erreichte im vierten Quartal 2010 einen Wert von 11,4 Mio Euro (Q4/09: -24,6 Mio Euro, davon Sonderaufwendungen in Höhe von 21,2 Mio Euro). Die EBIT-Marge des Konzerns lag damit im Schlussquartal bei 3,5% und überschritt den Gesamtjahreswert deutlich (Gesamtjahr 2010: 2,3%).
Der Geschäftsbereich Robotics schloss das Q4/10 mit einem EBIT in Höhe von 7,4 Mio Euro ab (Q4/09: -5,0 Mio Euro), so dass die EBIT-Marge des Geschäftsbereichs in diesem Quartal 6,3% betrug. Der Geschäftsbereich Systems schloss das Q4/10 mit einem EBIT in Höhe von 7,5 Mio Euro ab (Q4/09: -14,0 Mio Euro) und erreichte im Berichtsquartal eine EBIT-Marge von 3,4%.