Die gute Auftragslage macht den Roboter- und Anlagenbauer Kuka zuversichtlich (Bild: Kuka AG).

Die gute Auftragslage macht den Roboter- und Anlagenbauer Kuka zuversichtlich (Bild: Kuka AG).

Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–In vergangenen Jahr seien die Voraussetzungen für einen stabilen und profitablen Wachstumskurs geschaffen worden, erklärte der Augsburger SDAX-Konzern in seinem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht. In diesem und dem kommenden Jahr sollen Umsatz und Gewinne spürbar steigen. Auch netto sollen nach zwei Jahren mit deutlichen Verlusten wieder Profite her.
Für 2011 peilt Kuka Einnahmen von mindestens 1,15 Mrd Euro an, für das nächste Jahr von mindestens 1,25 Mrd Euro. Eine höhere Kapazitätsauslastung sowie die gesunkenen Kosten und profitablere Aufträge von Unternehmen außerhalb der Automobilindustrie sollen dann für eine operative Marge von mindestens 5% bzw rund 6% sorgen. Auch unter dem Strich will das Technologieunternehmen in diesem Jahr wieder einen Gewinn im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich schreiben, der 2012 zulegen soll.
Im vergangenen Jahr erlöste der im SDAX notierte Anlagen- und Roboterbauer mit 1,08 Mrd Euro knapp ein Fünftel mehr als noch 2009 und erreichte damit fast schon das ursprünglich erst für 2011 anvisierte Mindestziel. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag bei knapp 25 Mio Euro, nachdem im Jahr davor wegen der Wirtschaftskrise noch ein deutlicher Verlust angefallen war. Damit erreichte Kuka eine Marge von 2,3%.

Unter dem Strich fiel wie erwartet noch ein Minus von knapp 9 Mio Euro nach fast 76 Mio Euro im Jahr davor. Das teure Restrukturierungsprogramm, mit dem sich die Augsburger gegen die Krise gewappnet hatten, und die wegen der drückenden Schuldenlast hohen Finanzierungskosten verhagelten dem Technologiekonzern auf dieser Ebene noch die Bilanz. “2010 sollte für Kuka ein Jahr der Transformation werden. Ein Jahr, in dem das Unternehmen sich die Basis für nachhaltiges profitables Wachstum schaffe”, schrieb Vorstandschef Till Reuter im Brief an die Aktionäre. “Genau das haben wir geschafft”.
Bereits bei Bekanntgabe der vorläufigen Jahreszahlen Anfang Februar hatte Reuter Zuversicht versprüht. Grund ist die gute Auftragslage: Der Roboter- und Anlagenbauer, der einen Großteil seines Geschäfts mit der Automobilindustrie macht, verbuchte 2010 Bestellungen im Wert von 1,14 Mrd Euro – ein Zuwachs von mehr als einem Viertel. Das Niveau von 2008, dem zweitbesten Jahr der Unternehmensgeschichte, wurde damit fast wieder erreicht. Die Bestellungen aus der Autobranche, die ein unerwartet starkes Comeback feierte, verdoppelten sich vor allem dank des Nachfragebooms in Schwellenländern wie China und der Erholung des US-Marktes nahezu.

Nachdem die Kuka AG, die früher als IWKA firmierte, einige teilweise nervenaufreibende Jahre hinter sich hat, ist bei dem Roboter- und Anlagenbauer in den vergangenen Monaten und Quartalen wieder Ruhe eingekehrt. Von den ersten Ausläufern der Wirtschaftskrise gebeutelt, lag das ehemalige Management monatelang im Clinch mit Großaktionär Grenzebach. Die damalige Führungsriege nahm schließlich ihren Hut und an der Unternehmensspitze wurde Reuter installiert, der als Vertrauter des mittelständischen Maschinenbauers gilt.

Auch er hatte es allerdings nicht leicht und musste zeitweise sogar um die Finanzierung und die Existenz des Technologiekonzerns bangen. Die erfolgreiche Restrukturierung des operativen Geschäfts sowie – durch zwei Kapitalerhöhungen – auch der Finanzen und die Konjunkturerholung brachten die Oberbayern nun aber wieder in ruhigere Fahrwasser.