Während die Aufträge massiv zulegten, blieb beim Erlös im dritten Quartal ein kleines Minus von

Während die Aufträge massiv zulegten, blieb beim Erlös im dritten Quartal ein kleines Minus von 0,2 Mio Euro (Bild: Kuka).

Von Nico Schmidt, Dow Jones

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Sämtliche Finanzkennzahlen des SDAX-Konzerns stiegen zwischen Juli und September deutlich an. Vor allem an der Auftragsfront geht es für das Unternehmen weiter aufwärts. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigten die Augsburger am Freitag.
Die Einnahmen von Kuka legten im dritten Quartal um gut ein Viertel auf knapp 274 Mio Euro zu. Vor Zinsen und Steuern verdiente das Unternehmen 8,3 Mio Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von gut 5 Mio Euro angefallen war. Unter dem Strich erreichte Kuka mit einem Minus von 0,2 (Vorjahr: minus 2,3) Mio Euro fast die Gewinnschwelle. Im Vorquartal hatte das Unternehmen netto erstmals seit Herbst 2008 wieder einen kleinen Gewinn erzielt. Für den jetzt angefallenen Verlust waren unter anderem die hohen Finanzierungskosten verantwortlich.

Besonders deutlich ist die Erholung in den Auftragseingängen des krisengebeutelten Technologiekonzerns abzulesen, die ein wichtiger Indikator für die zukünftige Geschäftsentwicklung sind: Die Neubestellungen von Kuka legten im dritten Quartal um gut die Hälfte auf knapp 315 Mio Euro zu.
Im Geschäftsbereich Robotics wurde das Vorkrisenniveau bei den Bestellungen wieder erreicht und mit einer Verdoppplung auf Quartalssicht sogar ein neuer Rekord aufgestellt. In dem eher spätzyklischen Segment Systems fiel das Auftragsplus mit einem Drittel dagegen noch deutlich geringer aus.

Vorstandsvorsitzender Till Reuter zeigte sich zufrieden mit dem abgelaufenen Quartal: “Auch in diesem Quartal haben wir uns mit großen Schritten den Zielen genähert, die wir uns gesetzt haben”. So nähere sich die Profitabilität weiter den Zielmargen an, so Reuter. Im Bereich Robotics war zwischen Juli und September eine operative Rendite von 6,1%, im Segment Systems von 2,8% erzielt worden. Kuka peilt Margen von 10% bzw. 5% an.
Am Markt wurden die Zahlen als weitgehend erwartungsgemäß eingestuft. Ein Analyst erklärte, der Auftragseingang habe die Prognosen deutlich übertroffen. Im vorbörslichen Geschäft tendiert die Aktie nahezu unverändert. Händler halten allerdings Gewinnmitnahmen für möglich, denn das Papier hatte alleine im dritten Quartal mehr als ein Drittel an Wert hinzugewonnen.

Für das Gesamtjahr rechnet der Roboter- und Anlagenbauer weiter mit einem Umsatz von mehr als 1 Mrd Euro sowie einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Restrukturierungsaufwendungen von 20 Mio bis 30 Mio Euro. Die Sanierungskosten werden dabei mit rund 10 Mio Euro veranschlagt. Im Krisenjahr 2009 hatten die Augsburger 902 Mio Euro erlöst, der bereinigte Verlust hatte bei gut 14 Mio Euro gelegen. Reuter bekräftigte, dass 2010 ein “Jahr der Transformation” für Kuka sei.