Mit dem Kauf der MAG-Sparte Industrial Equipment hat FFG mit seinem taiwanischen Chairman Jimmy Chu

Mit dem Kauf der MAG-Sparte Industrial Equipment hat FFG mit seinem taiwanischen Chairman Jimmy Chu einen Coup gelandet, der für Ausehen in der Branche sorgen wird. Im Bild das Universal-Bearbeitungszentrum Hüller Hille NBH 630 5X (Bild: MAG).

GÖPPINGEN/MAILAND (ks). Über die Details des Vertrags wurde Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion umfasst den zur deutschen MAG IAS GmbH gehörenden Geschäftsbereich mit Standorten in Mosbach, Taunusstein, Chemnitz, Witten und Offenburg inklusive der entsprechenden Serviceaktivitäten und damit auch Teile des Betriebs in Göppingen sowie die russische Vertriebs- und Serviceniederlassung.

Hinter dem Käufer FFG verbirgt sich ein umfangreicher Firmenverbund mit Unternehmen in Taiwan, Japan, Südkorea, China, den USA und Italien. Zu FFG Europe gehören Werkzeugmaschinenhersteller wie Jobs, Rambaudi, Sachman und Sigma.

Im Geschäftsjahr 2012 hat der zur MAG IAS GmbH Geschäftsbereich, der nun verkauft werden soll, mit etwa 600 Mitarbeitern Umsatzerlöse von etwa 120 Mio generiert. Das entspricht laut MAG 24% des gesamten Umsatzvolumens der MAG IAS GmbH. Die Transaktion umfasst zusätzlich das Geschäft der ehemaligen MAG Modul Verzahntechnik GmbH, die 2013 mit der MAG IAS GmbH verschmolzen wurde.

Der Geschäftsbereich Automotive der MAG IAS GmbH mit Werken in Eislingen/Fils, Göppingen und Rottenburg am Neckar, deren Tochtergesellschaften in China, Ungarn und Korea sowie die Schwestergesellschaften mit Standorten in den USA, Großbritannien und Indien sind von dem Verkauf ausgenommen. Mit dem Verkauf des Zweigs will die MAG Gruppe nach eigenen Angaben ihr Profil als Anbieter für die Automotive- und Nutzfahrzeugindustrie und deren Zulieferer schärfen.

MAG will nach eigenen Angaben einen geordneten Übergang sicherstellen. Dazu gehöre unter anderem die nahtlose Übertragung der Zuständigkeiten im Neumaschinen- und Servicegeschäft und die Sicherstellung der Funktionalität der einzelnen Bereiche, gestützt durch Serviceverträge mit Kunden und zwischen den derzeitigen MAG Geschäftsbereichen, so das Unternehmen.

Im Zusammenhang mit der Neuausrichtung wurde in der Geschäftsführung der MAG IAS GmbH eine Position mit Verantwortung für die Vertriebs- und Serviceaktivitäten geschaffen. Michael Heinz, der seit 2010 die Serviceaktivitäten der Gruppe leitet, übernimmt diese Funktion mit sofortiger Wirkung und komplettiert damit die Geschäftsführung um CEO Prof. Dr.-Ing. Mo I. Meidar, CFO Dr. Reiner Beutel und COO Dr. Heiner Lang. Die Nachfolge von Beutel im Aufsichtsrat der MAG IAS GmbH, der aus dem Gremium in die Geschäftsführung gewechselt war, tritt Hermann Doppler an. Doppler war in seiner Laufbahn in verschiedenen Führungspositionen in der Automobil- und Zulieferindustrie tätig, unter anderem als Vice President Operations Powertrain bei der Daimler AG.

Die Fair Friend Group von Chairman Jimmy Chu erwirtschaftet mit mehr als 60 Unternehmen in Industrie- und Schwellenländern einen Umsatz von etwa 2,5 Mrd US Dollar pro Jahr. Der Geschäftsbereich Werkzeugmaschinen trägt dazu mit 23 Marken und über 32 Fertigungsstandorten in Taiwan, Japan, Südkorea, China, den USA und Italien ein Umsatzvolumen von 1,3 Mrd bei. Der Schwerpunkt der FFG Gruppe besteht aus dem Geschäftsbereich Werkzeugmaschinen mit über 50% Umsatzanteil. Zu den weiteren Bereichen zählen die IT Industrial Division, Industrial Equipment Machinery Division und die Green Energy Equipment Division.

FFG unterhält verschiedene Joint Ventures im Werkzeugmaschinensektor, darunter die folgenden börsennotierten japanischen Unternehmen: Takamatsu, Citizen Miyano, Waida, Toyota Tsusu, Marubeni, F.T. Japan, EMC Japan, Takeuchi sowie Mectron und Yamamoto Sumizawa. Weitere Joint Ventures im Industriegüterbereich sind die börsennotierten japanischen Unternehmen Anest Iwata und Nippon Cable.

FFG Europe ist eine europäische Werzkzeugmaschinengruppe unter Beteiligung der Fair Friend Group, italienischer Partner (Luigi Maniglio, FFG Europe Chairman) und der Geschäftsführung des Herstellers Jobs (Marco Livelli, Luigi Riboli und Antonio Dordoni).

Zu FFG Europe gehören folgende Werkzeugmaschinenhersteller: Jobs (Hochleistungs- und Hochgeschwindigkeits-5-Achs-Fräsmaschinen für die Industrien Aerospace, Automotive und Maschinenbau), Rambaudi (Traditionsmarke in der 5-Achsen- Bearbeitung im Werkzeug- und Formenbau), Sachman (Horizontal-Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren) und Sigma (3- und 5-Achsen-Hochleistungs-Vertikal-Fräsmaschinen und flexible Fertigungszellen).