herrenknecht

Dr.-Ing. E.h. Martin Herrenknecht (2.v.l.) hat auf dem Maschinenbau-Gipfel 2017 den Preis Deutscher Maschinenbau gewonnen. Es gratulierten MI-Geschäftsführer Fabian Müller (l.), Produktions-Chefredakteur Claus Wilk (2.v.r.) und VDMA-Präsident Carl Martin Welcker. - Bild: Pankow

Wie traditionell an jedem Abend des Deutschen Maschinenbau-Gipfels wurde auch in diesem Jahr ein Unternehmer für seine herausragende Lebensleistung geehrt. Vor rund 500 Gästen aus Industrie, Politik und Wissenschaft nahm Dr.-Ing. E.h. Martin Herrenknecht, der 75-jährige Gründer und Vorstandsvorsitzende der nicht börsennotierten Herrenknecht AG, den Preis entgegen. Sein Unternehmen ist Weltmarktführer bei Tunnelbohrmaschinen. Die Herrenknecht AG erwirtschaftet mit rund 5.000 Mitarbeitern 1,2 Milliarden Euro Umsatz. „Der deutsche Maschinenbau ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Ich glaube, man kann ohne Übertreibung sagen, ohne den Maschinenbau wäre Deutschland nicht dort, wo wir sind“, sagte Martin Herrenknecht, als er die Auszeichnung entgegennahm.

Eine unabhängige Jury würdigte den Ingenieur und Unternehmer aus Baden-Württemberg für eine beispiellose Unternehmerkarriere. In den letzten vier Jahrzehnten habe er als Technikpionier mit großem unternehmerischem Mut und großer Leidenschaft seine Tunnelbohrmaschinen bis an die Weltspitze gebracht.

„Den Preis möchte ich meiner verstorbenen Mutter widmen, die mir 25000 D-Mark geliehen hat. Sie war nie im Flugzeug, sie ist mit dem Fahrrad durchs Dorf gefahren: die beste und tollste Frau, die ich kenne“, erklärte Herrenknecht und scherzte: „Ich hab meine Frau heute nicht dabei“. Aber auch seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen widmete er den Preis. Der Unternehmer erzählte noch die ein oder andere Anekdote, die die Zuhörer begeisterte.

„Ich glaube, wir müssen uns stählen, gerade der deutsche Maschinenbau. Wir sind in einer relativ schwierigen Situation“, sagte der Preisträger mit Blick auf die instabile Weltlage. Da müsse man kühlen Kopf bewahren. „Wenn Sie irgendwohin kommen ist ‚Made in Germany‘ immer noch unwahrscheinlich anerkannt“, stellte Herrenknecht fest. Man müsse jetzt schauen, dass man die Infrastruktur und die Digitalisierung auf die Reihe bekomme. „Wir müssen innovativ an die Probleme dran“, schloss der Unternehmer.

Claus Wilk, Chefredakteur der Fachzeitung Produktion, sagte in seiner Laudatio: „Es gibt kaum wegweisende Tunnelprojekte, die nicht mit Herrenknecht-Bohrern erstellt sind. Doch neben seinen beruflichen Leistungen ist Martin Herrenknecht ebenso ein Familienvater, Gönner, Mäzen, Grantler und hochpolitischer Mensch. Er sucht die kritische Auseinandersetzung, hat immer einen Standpunkt, legt sich an und ist für viele deshalb unbequem. Er ist ein Fighter – und wenn es hart kommt, kämpft er vorne mit“.