WIEN (Dow Jones)–Trotz intensiver Verhandlungen mit den Banken sei es nicht gelungen, den Fortbestand der im Anlagenbau tätigen Firmengruppe wenigstens bis zu einem Verkauf zu sichern, teilte die Industrieholding des österreichischen Unternehmers Mirko Kovats am Mittwoch mit. Der Kurs der A-Tec-Aktie brach daraufhin massiv ein.

Mit aktuell rund 4.850 Beschäftigten und 1,8 Mrd Euro Umsatz im vergangenen Jahr ist die AE&E Group GmbH der größte Konzernbereich von A-Tec. In Deutschland gehört der Kraftwerksbauer Lentjes zu AE&E, der bis 2007 Teil des GEA-Konzerns war. Der am Mittwoch beim Handelsgericht Wien eingereichte Sanierungsplan für AE&E sieht vor, dass die Gläubiger mit 20% ihrer Forderungen abgefunden werden sollen.

A-Tec hatte bereits am 20. Oktober die Insolvenz beantragt, vorwiegend weil AE&E bei Kraftwerksprojekten in Australien Verluste angehäuft hatte. Als die Banken A-Tec seinerzeit eine Avalkreditlinie über 798 Mio Euro nicht verlängern wollten, konnte die börsennotierte Holding eine fällige Anleihe nicht mehr zurückzahlen und beantragte daraufhin die Insolvenz.

Mit der bloßen Sanierung der Dachgesellschaft A-Tec wollten sich die Gläubigerbanken anschließend jedoch nicht zufrieden geben. Sie drängten A-Tec, den Bereich AE&E schnell zu verkaufen, um die Verschuldung zu verringern. Damit ist A-Tec jedoch gescheitert, wie sich am Mittwoch zeigte: Weder die Verhandlungen mit den Banken zur Fortführung von AE&E, noch die Verhandlungen zum mehrheitlichen Verkauf an einen Investor seien letztlich erfolgreich gewesen, heißt es in der Mitteilung.

A-Tec selbst versicherte, die Insolvenz von AE&E gefährde die Sanierung der Dachgesellschaft nicht. Es sei bedauerlich, dass trotz namhafter Interessenten wie Andritz aus Österreich und Doosen aus Südkorea kein Verkauf von AE&E gelungen sei. Auch der von den Banken favorisierte Investor Mass aus Hongkong sei nicht zum Zuge gekommen, weil er sich mit den Instituten nicht auf deren Beitrag zur Sanierung des Unternehmens habe einigen können, erklärte das Unternehmen.

A-Tec Industries beschäftigt insgesamt rund 12.000 Mitarbeiter und kommt auf einen Jahresumsatz von 3 Mrd Euro. A-Tec werde versuchen, bei AE&E soviele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Denkbar sei jetzt ein Verkauf von AE&E in Teilen, aber auch ein Komplettverkauf, sagte ein Sprecher.

Die A-Tec-Aktie reagierte mit einem 30-prozentigen Kurseinbruch auf die Mitteilung, dass die Verkaufsgespräche für den größten Konzernbereich gescheitert sind. Gegen 13.47 Uhr notierte sie in Wien bei 1,95 Euro und damit 21% im Minus.