GroFI nennen DLR und MAG ihr neues robotergestütztes System zur Composite-Verarbeitung.

GroFI nennen DLR und MAG ihr neues robotergestütztes System zur Composite-Verarbeitung.

STUTTGART (SM). Die Vorteile der Kohlenfaserverbundwerkstoffe sind derzeit in aller Munde, und wenn es um die effiziente Verwendung von CFK bei der Fertigung von Flugzeugen, Fahrzeugen oder Windkraftanlagen geht, fällt immer auch das Stichwort Automatisierung. Die Herausforderungen bei der Gestaltung produktiver Fertigungsprozesse sind je nach Endprodukt sehr verschieden. Zur Lösung der vielfältigen Problemstellungen arbeiten Wissenschaft und Industrie derzeit sehr intensiv zusammen.

Ein interessantes Beispiel für diese Art der Zusammenarbeit lieferten MAG und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), deren neue Gemeinschaftsentwicklung bei der Eröffnung des neuen Forschungszentrums CFK Nord in Stade im Mittelpunkt stand. Dort werden zukünftig Wissenschaft und Industrie die Möglichkeit haben, Forschungs- und Entwicklungsarbeit in industriellem Maßstab und so ganz nah an den Realitäten der Fertigung in der Aerospace-, Windkraft,- und Automobilindustrie zu betreiben.

Als erstes Team konnten das DLR und MAG mit dem neuen GroFI-System vor Ort Fertigungstechnik in Aktion zeigen. GroFI ist das Kürzel für ein hochflexibles System zur Composites-Verarbeitung. Das robotergestützte System basiert auf vollständig autonomen Roboterplattformen, die zum automatisierten Legen von Kohlefaserverbundbauteilen eingesetzt werden. Dabei können verschiedene Technologien zum Einsatz kommen, vor allem Tapelege- und Fiber Placement-Anwendungen, bei denen MAG seit Jahren Weltmarktführer ist. Die Herausforderung, der sich die Projektpartner gemeinsam stellten, war, die Kosten- und Flexibilitätsvorteile einer Roboteranwendung mit der Qualität und Produktivität von Tape Laying- bzw. Fiber Placement-Anlagen in Einklang zu bringen. Dies wird erreicht durch den Einsatz modernster Messtechnologie und ein intelligentes Führungs- und Materialhandhabungskonzept. Eine bedeutende Rolle spielte dabei auch die Computerunterstützung durch erprobte Software, die bei MAG seit Jahrzehnten eingesetzt und weiter entwickelt wird und bei Programmierung, Simulation und Prozesssteuerung zum Einsatz kommt.

Dr. Christian Boge, Vice President Composites bei MAG in Europa: “In Kooperation mit dem DLR gelang es uns, ein zukunftsweisendes Fertigungssystem für schalenförmige CFK-Bauteile zu entwickeln. Die Roboterplattformen können auf verschiedenste Aufgaben und Funktionen ausgelegt werden und sorgen so für höchste Produktivität.” Dr. Bernhard Pause, Vice President Technology bei MAG in Europa, ergänzt: “Dank der exzellenten Zusammenarbeit mit dem DLR waren wir in der Lage, das Konzept in nur 9 Monaten umzusetzen und die erste Ausbaustufe an das CFK-Nord zu liefern”.