v.l..n.r. VDMA-Präsident Dr. Thomas Linder, Produktion-Chefredakteur Eduard Altmann, Preisträger

v.l..n.r. VDMA-Präsident Dr. Thomas Linder, Produktion-Chefredakteur Eduard Altmann, Preisträger Walter Reis, Verlagsleiter Stefan Waldeisen und Laudator Prof. Dr. Engelbert Westkämper vom Fraunhofer IPA Bild: Anna McMaster

von Daniela Hoffmann

BERLIN. „Wir feiern unsere Unternehmen zu wenig“, sagte Stefan Waldeisen, Leiter Verlag Moderne Industrie, der den von der Fachzeitung „Produktion“ verliehenen Preis überreichte. „Gerade in Zeiten, in denen Unsicherheit und Komplexität wachsen, ist es umso beachtlicher, dass es Unternehmer gibt, die diese Herausforderungen teilweise über mehrere Generationen hinweg annehmen und aus einem Kleinunternehmen einen globalen Konzern entwickeln“, so Waldeisen. Prof. Engelbert Westkämper, Leiter des Fraunhofer IPA, lobte in seiner Laudatio insbesondere die unermüdliche Innovations- und Risikobereitschaft von Walter Reis. „Er hat Maßstäbe in der Technik gesetzt. Dazu gehörten Pioniergeist und immer wieder die Bereitschaft zur Übernahme technischer Risiken“, sagte Westkämper.

1957 hatte Walter Reis seine Firma als Kunststoff-Spritzgussbetrieb mit Sitz in Obernburg am Main gegründet, heute beschäftigt Reis Robotics weltweit etwa 1200 Mitarbeiter. 1974 begann er mit der Entwicklung von Industrierobotern. Der erste seiner Art, der RE 15, wurde 1979 vorgestellt. Reis erkannte das Potenzial, das in der Lasertechnik steckt, und trieb in den 90er Jahren die Entwicklung neuartiger Roboter voran. Diese Entwicklung hatte und hat große Bedeutung in der industriellen Anwendung. Durchschnittlich 10 bis 12 Prozent des Umsatzes wurden in Forschung und Entwicklung investiert. Schweiß-, Gieß-, Knickarm- und Laserroboter entwickelte der heute 76-Jährige – insgesamt waren es rund 11.000 Stück.
Jetzt sei ihm klar, warum seine Geschäftsführung unbedingt gewollt habe, dass er am Maschinenbau-Gipfel teilnimmt, scherzte der überraschte Reis, der 2009 in den Verwaltungsrat gewechselt hatte. „Ich sehe mit Sorge in die Zukunft, in der die überbordenden Staatsschulden zu höheren Steuern und Abgaben führen. Welche Zukunft haben wir Mittelständler, wenn Forschung und Entwicklung durch höhere Steuern beschnitten werden?“, sagte Reis in seiner kurzen Dankesrede. „Ich musste Geld verdienen, bevor ich es ausgeben konnte“, so die ernüchternden Worte des Firmengründer, der sein Unternehmen meist mit eigenen Mitteln finanzierte und der Bankbranche gegenüber eine „gesunde Skepsis“ pflegt.