Der Rational-Vorstandsvorsitzende Dr. Günter Blaschke kann sich über einen Rekordumsatz freuen

Der Rational-Vorstandsvorsitzende Dr. Günter Blaschke kann sich über einen Rekordumsatz freuen (Bild: Rational AG).

Von Matthias Karpstein, Dow Jones Newswires

MÜNCHEN (ks)–Alle Vertriebsregionen hatten zu dem Erfolg beigetragen, 30% der Umsatzsteigerungen kamen dabei im vergangenen Jahr aus den BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China, teilte die Rational AG mit. Aber auch die etablierten Märkte Amerika und Europa seien wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt, hieß es von Rational. Analysten hatten lediglich mit 342 Mio Euro Umsatz gerechnet.

Rational profitiert weiterhin vom Sparprogramm, mit dem die Landsberger auf die Wirtschaftskrise reagiert hatten. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) stieg daher deutlicher als der Umsatz und wuchs im vergangenen Jahr um 17% auf 105,6 (90,1) Mio Euro. Auch ihre Ertragskraft konnten die Landsberger leicht verbessern, die EBIT-Marge erreichte 30% nach 29% im Vorjahr. Der Jahresüberschuss wuchs um 19% auf 79,8 Mio Euro. Analysten hatten hier 75 Mio Euro erwartet.

Auf das laufende Jahr blickt der MDAX-Konzern verhalten optimistisch. Nach 11% Umsatzplus 2010 sollen nun rund 10% Erlöszuwachs bei weiterhin guter Ergebnisentwicklung erzielt werden. Der Aufschwung beim weltweiten Marktführer unter den Großküchenzulieferern macht sich auch bei den Mitarbeitern bemerkbar. Um knapp 100 wuchs ihre Zahl im abgelaufenen Jahr auf 1.092.

Rational bleibt auch für die kommenden Jahre optimistisch: “Bei anhaltend positiver Entwicklung der Weltwirtschaft gehen wir für die Jahre nach 2011 davon aus, sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis zur Wachstumsdynamik der Vorkrisenjahre zurückzukehren”, heißt es im Geschäftsbericht.

Von der Krise in Japan sieht sich Raational kaum betroffen. Lediglich rund 5% der Erlöse kämen aus dem asiatischen Land. Von den 35 japanischen Mitarbeitern vor Ort hätten alle die Katastrophe überlebt. Rational habe keine Zulieferer in Japan. “Es sieht nicht so aus, als könnte es zu Engpässen kommen”, sagte Blaschke.

Die Profitabilität wird 2011 wohl niedriger als im Vorjahr ausfallen. Zum einen sorgen dafür steigende Rohstoffkosten, zum anderen ging der Anstieg der EBIT-Marge im Jahr 2010 um einen Prozentpunkt auf 30% auf positive Währungseffekte zurück. Für 2011 rechne man nicht mit einer so positiven Auswirkung, eher werde die EBIT-Marge 2011 zwischen 28% und 29% liegen, erklärte Finanzvorstand Erich Baumgaertner.

Nach dem Rekordabsatz stockt das Unternehmen seine Dividende deutlich auf und zahlt zudem eine Sonderdividende. Für 2011 werde ein Umsatzzuwachs von rund 10% bei weiterhin guter Ergebnisentwicklung erwartet, wie das MDAX-Unternehmen aus dem bayerischen Landsberg am Dienstag mitteilte.

Die Rational-Aktionäre sollen für 2010 je Anteilsschein 5 Euro (Vorjahr: 3,50) Dividende und weitere 4 Euro Sonderdividende erhalten. Insgesamt werden mehr als 102 Mio Euro ausgeschüttet, sofern die Hauptversammlung zustimmt. Die Familie des Firmengründers Siegfried Meister hält 63,7% der Anteile. Analysten hatten im Mittel eine Dividende von 5,84 Euro erwartet, die Spanne der Schätzungen reichte dabei von 5,08 Euro bis 7,50 Euro. Auch eine Sonderdividende hielten einige Marktbeobachter für möglich.

An der Börse kamen die Aussagen gut an. Im frühen Handelsverlauf stieg die Rational-Aktie um 1,4% auf 159,65 Euro, während der MDAX fast unverändert notierte.