Von Martin Rapp, Dow Jones

DÜSSELDORF (Dow Jones/ks)–Diese würde als Autozulieferer gut zu dem Bereich passen, sagte eine Person aus dem Unternehmen am Dienstag zu Dow Jones Newswires. Favorit für eine Übernahme bleibe jedoch der chinesische Stahlhersteller Shougang, erklärte eine andere Person mit entsprechenden Kenntnissen.

Einem Sprecher der in Duisburg und Essen ansässigen ThyssenKrupp AG zufolge verhandelt der DAX-Konzern derzeit mit vier Bietern. Zu den Namen der interessierten Unternehmen oder weiteren Details der laufenden Verhandlungen wollte er jedoch keine Stellung nehmen. Im September, als Shougang zum ersten Mal als favorisierter Interessent genannt wurde, war auch ein britischer Finanzinvestor als Bieter gehandelt worden. Als Kaufpreis für die Umformsparte war seinerzeit ein “deutlich dreistelliger Millionen-Euro-Betrag” im Gespräch.

Gestamp hatte zuletzt Anfang des Jahres das Karosseriegeschäft des insolventen deutschen Autozulieferers Edscha übernommen. Der spanische Automobilzulieferer erwirtschaftete 2009 mit seinen rund 13.200 Mitarbeitern in der Entwicklung und Fertigung von Metallkomponenten und Strukturbauteilen für Karosserien einen Umsatz von rund 2 Mrd Euro. Die von ThyssenKrupp zum Verkauf gestellte Sparte produziert mit rund 5.500 Menschen unter anderem Karosseriekomponenten für die Automobilindustrie. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit liegt in Deutschland, Großbritannien und Frankreich.

Anders als geplant wird sich ThyssenKrupp in diesem Jahr aber wohl nicht mehr für einen Käufer entscheiden. Damit sei frühestens im Januar zu rechnen, sagten die Personen aus dem Unternehmen. Ende November hatte der Konzern bei der Bilanzpressekonferenz angekündigt, dass noch 2010 ein Käufer für die Sparte gefunden werden solle.

Am Dienstag betonte der Sprecher des für die Sparte zuständigen Stahlbereichs, dass eine Entscheidung in diesem Jahr immer noch möglich sei. Er gestand aber zu, dass die Zeit mit dem nahenden Jahresende immer knapper werde.