LEIPZIG (ilk). Die ostdeutschen Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus lassen die Krise hinter sich. „Wir verzeichnen endlich den lange ersehnten Aufwärtstrend“, freut sich Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost. Das ergab die Konjunkturumfrage für das 4. Quartal 2010 unter den 350 Mitgliedern des VDMA-Landesverbandes Ost in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. So ist die Kapazitätsauslastung der Unternehmen erneut gestiegen. Nach 85,5 Prozent im 3. Quartal 2010 lag diese im 4. Quartal 2010 bei durchschnittlich knapp 87 Prozent.

Auch die Umsatzrendite zeigte deutlich nach oben. Mittlerweile verzeichnen wieder 8 von 10 Unternehmen eine Umsatzrendite von mehr als 0 Prozent. Auffallend ist zudem, dass die Maschinenbauer wieder mehr investieren. „Dennoch sollten wir nicht mit übertriebenen Erwartungen in die nächsten Monate gehen – vielmehr muss sich der positive Trend erst noch nachhaltig bestätigen“, ergänzt Pätz.

Trotz der Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung sehen sich die Unternehmen nach wie vor mit beträchtlichen Problemen konfrontiert. Noch immer ist die Investitionsbereitschaft der Kunden zurückhaltend. Dies äußert sich unter anderem in der Verschiebung von Projekten, langen Entscheidungsprozessen bei der Auftragsvergabe und in kleinen Auftragsstückzahlen. Erhebliche Schwierigkeiten gibt es auch durch überdurchschnittlich lange Lieferzeiten von Zulieferern, denen kurz terminierte Lieferzeitforderungen der Kunden gegenüberstehen.

Darüber hinaus kämpfen die Maschinen- und Anlagenbauer mit steigenden Beschaffungs-, Material- und Energiekosten – gleichzeitig sind ihre Erzeugnisse einem immensen Preisdruck ausgeliefert. „Nicht zu unterschätzen ist auch die Liquiditätssicherung. Schlechtere Beurteilungen durch die Banken, die aus den negativen Bilanzen der vergangenen Krisenmonate resultieren, erschweren die Kreditbeschaffung“, so Pätz.

Dennoch schauen die Unternehmen immer zuversichtlicher in die Zukunft. 93 von 100 Unternehmen erwarten in den kommenden drei Monaten bessere oder gleichbleibende Geschäfte. Dies wirkt sich auch auf die Personalplanungen aus. Bis zum Sommer 2011 wollen wieder 39 Prozent der befragten Firmen einstellen. Probleme bei der Suche nach qualifiziertem Personal sehen sie jedoch vor allem bei Fachingenieuren sowie Mitarbeitern für die Bereiche Montage, Technik, Vertrieb und Projektabwicklung.