Kongress Fabrik des Jahres, Workshop

Erstmals startete der Kongress des Jahres mit einem Workshop, Bild: Anna McMaster

Fabrik des Jahres, Workshop
Angeregte Diskussion beim ersten Workshop zur Fabrik des Jahres. Bild: Anna McMaster

Industrieunternehmen können in Zukunft nur dann überleben, wenn sie in der Lage sind, sich veränderten Bedingungen anzupassen. Mit diesem Hinweis entließ Dr. Mark Lakner, Partner bei A.T. Kearney, die Teilnehmer des Workshops „Fabrik der Zukunft“, der am 29.2. in Ulm erstmals den Auftakt für den Kongress „Fabrik des Jahres“ bildete.

Vier Arbeitsgruppen beschäftigten sich mit Fragen der Industrie 4.0: Wie digitale Treiber auf die Fertigung wirken, wie disruptive Geschäftsmodelle früh erkannt werden können und wie die digitale Transformation gelingt war ebenso Thema der Diskussionen wie die Rolle des Werkers und das Verhältnis Mensch-Maschine.

Dass große Veränderungen ins Land stehen, und zwar in naher Zukunft, darüber waren sich die Workshop-Teilnehmer einig. Kundenanforderungen, Betriebsmodelle und äußere Faktoren wie der steigende Kostendruck und der Wettbewerb stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Konsens herrschte unter den Teilnehmern darüber, dass sich die Wertschöpfungsketten dennoch eher stufenweise verändern.

Deutsche Unternehmen hätten es noch nicht gelernt, in großen Schritten zu denken, hieß es aus dem Plenum. Häufig seien Unternehmen zu gesättigt oder es mangele ihnen schlicht an Vorstellungskraft, so dass sie neue Strömungen schlicht verpassten. Immerhin haben 47,8 Prozent derjenigen, die sich mit dem Workshop-Thema „Digitale Treiber“ beschäftigten, erste Digital-Produkte erstellt, 26,1 Prozent eine ganzheitliche Digital-Strategie formuliert. Nur stufenweise verändern sich die Wertschöpfungsketten, meinte daher auch die Mehrheit der Anwesenden.

Laut Rupert Höllbacher, Technischer Werkleiter des Werks Blaichach der Robert Bosch GmbH, gelingt die digitale Transformation nur dann, wenn der Mensch in der Lage bleibt, die gesammelten Produktionsdaten zu beurteilen. „Unser MES-System ist transparent. Mit dieser Transparenz muss man erst einmal klarkommen“, sagt er. Der Schritt zur digitalen Transformation muss vor allem von innen kommen, meinen die Workshop-Teilnehmer, etwa wenn neue Wettbewerbsvorteile geschöpft werden sollen. Partnerschaften und die Integration von Fähigkeiten, etwa durch den Zukauf von Start-up-Unternehmen, seine geeignete Mittel.

Einig waren sich die Workshop-Teilnehmer auch, dass die Entscheidung zur digitalen Transformation von oben kommen muss. Jedoch muss der Mitarbeiter stets eingebunden sein, soll sie erfolgreich sein. Im Idealfall hat er durch seine Ausbildung bereits Zugang sowohl zu IT als auch zu Produktionsthemen. Entsprechende neue Berufsfelder liegen jedoch noch in der Zukunft.