Das Gipfelgespräch "Arbeitnehmer und Arbeitgeber" mit Dr. Marc Beise (SZ Wirtschaft) als Moderator

Das Gipfelgespräch "Arbeitnehmer und Arbeitgeber" mit Dr. Marc Beise (SZ Wirtschaft) als Moderator und den Diskutanten, VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner, dem IG-Metall-Vorsitzenden Berthold Huber und dem Gesamtmetall-Ehrenpräsidenten Martin Kannegiesser (v.l.n.r., Bild: Nico Schröder).

Text: Gunnar Knüpffer, Video-Schnitt: Andreas Karius und Gunnar Knüpffer

BERLIN (ks). Lindner forderte, dass die Unternehmen Zeitarbeit als Flexibilitätsinstrument weiter nutzen können. Auch die Alterssicherung mit 54 solle abgeschafft werden. Das waren Hauptforderungen des VDMA-Präsidenten beim Gipfel-Gespräch zum Thema “Arbeitnehmer und Arbeitgeber: Arbeitswelten gemeinsam gestalten”. Dabei erwarte Lindner mehr von Gesamtmetall, sagte er in Richtung von Martin Kannegiesser, mittlerweile Ehrenpräsident von Gesamtmetall.

Der langjährige Präsident von Gesamtmetall, Kannegiesser, stimmte zu, dass Flexibilisierungsmodelle ausgebaut werden müssten. Wurden diese in der Vergangenheit aus betriebswirtschaftlicher Sicht eingeführt, sei nun die demographische Entwicklung der Treiber. „Es geht um die Vereinbarung von Leben und Beruf“, sagte Kannegiesser. Das sei jedoch leichter gesagt als getan. Das sei die nächste große Aufgabe.

Die wichtigsten Passagen aus dem Gipfel-Gespräch im Video:

Diese Flexibilisierung will auch Huber ausbauen. Manche Unternehmen wollten jedoch keine Flexibilität bei der Arbeitsstundenzahl nach unten. Dies sei erst in jüngster Vergangenheit möglich geworden, als die Gewerkschaft auch Flexibilität nach unten in einem Tarifvertrag mit einem Unternehmen vereinbaren konnte.

Der erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, hat unterschiedliche Erfahrungen mit Eigentümerunternehmen gemacht. Er habe unlängst mit einem Eigentümer eines mittelständischen Unternehmens gesprochen, der sagte, er wolle auf keinen Fall, dass sich ein Betriebsrat in seinem Unternehmen gründet, sagte Huber auf dem 6. Deutschen Maschinenbau-Gipfel in Berlin. Andernfalls mache er “die Bude dicht”. Darauf antwortete VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner. Das zeige, Familienunternehmen seien zu Spitzenleistungen fähig, in beide Richtungen.