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Weidmüller bietet Lösungen an, mit denen sich Unternehmen für Industrie 4.0 vorbereiten können. - Bild: Weidmüller

Während bereits mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Industrieunternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten Industrie 4.0-Anwendungen einsetzt und weitere 25 Prozent dies planen, sind es bei den Firmen mit 100 bis 499 Mitarbeitern deutlich weniger: Nur 38 Prozent nutzen Industrie 4.0-Anwendungen bereits und 22 Prozent planen die Nutzung.

Das besagt eine aktuelle Studie der Beratung Ernst & Young (EY) bei 700 Firmen der verarbeitenden Industrie und der Informationstechnologie, die von Bitkom Research durchgeführt wurde. Als Industrie 4.0 wird darin die intelligente Fabrik und die Vernetzung von Produkten untereinander bezeichnet.

Die Unternehmen, die Industrie 4.0 bereits nutzen beziehungsweise dies planen, wollen 2016 durchschnittlich 4,8 Prozent ihres Jahresumsatzes in das Thema investieren. Die Mittel sollen vor allem in Personal (41 Prozent) sowie Softwaresysteme investiert werden. Am weitesten sind die Automobilbauer: 47 Prozent wenden Industrie 4.0 bereits an, weitere 20 Prozent wollen dies tun. Auch im Maschinenbau haben bereits überdurchschnittlich viele Unternehmen Erfahrungen mit Industrie 4.0. 44 Prozent sind bereits Anwender, 25 Prozent planen die Anwendung.

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Mit Industrie 4.0 will die verarbeitende Industrie vor allem ihre Produktionsflexibilität erhöhen. - Bild: Produktion/Ernst & Young

Die wenigsten Firmen treten allerdings als Anbieter auf: Lediglich 6 Prozent – genauso viele wie 2015 – bieten anderen Unternehmen Industrie 4.0-Lösungen an. 18 Prozent planen es.

Anders ist das bei den Unternehmen der IT- und Softwarebranche, die deutlich offensiver auch als Anbieter von Industrie 4.0-Softwarelösungen beziehungsweise -Dienstleistungen auftreten – 35 Prozent tun dies bereits, weitere 28 Prozent planen, künftig als Anbieter aktiv zu werden. Tendenziell ist ihnen das Thema Industrie 4.0 auch wichtiger als den Industrieunternehmen. Neun von zehn IT-Anbieter sprechen Industrie 4.0 eine große strategische Bedeutung zu. Ebenfalls neun von zehn Unternehmen gehen davon aus, dass die Bedeutung in den nächsten fünf Jahren noch zunehmen wird.

Erhebliche Unterschiede ergeben sich bei der Bewertung der größten Hemmnisse für die Einführung von Industrie 4.0. Während die Industrieunternehmen vor allem den hohen Investitionsbedarf und zu wenig qualifiziertes Personal beklagen, sehen die IT-Anbieter andere Hürden. 78 Prozent sehen Sicherheitsbedenken als Haupthindernis für die Einführung von Industrie 4.0, 72 Prozent beklagen mangelnde Standards. Einen zu hohen Investitionsbedarf bemängeln nur 53 Prozent der IT-Anbieter, zu wenig qualifiziertes Personal nur 45 Prozent.

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Unternehmen der verarbeitenden Industrie, die in Industrie 4.0 investieren, legen einen Fokus auf Personal und Software. - Bild: Produktion/Ernst & Young