Das von Professor Hans-Werner Sinn geleitete Ifo Institut hat eine verstäkte

Das von Professor Hans-Werner Sinn geleitete Ifo Institut hat eine verstäkte Investitionsbereitschaft der Unternehmen festgestellt (Bild: AWK).

MÜNCHEN (gk). Nach dem Investitionseinbruch 2009 und der verhaltenen Investitionstätigkeit der Industrieunternehmen im vergangenen Jahr ist 2011 wieder mit einem deutlichen Anstieg der Sachanlageinvestitionen im Verarbeitenden Gewerbe Westdeutschlands zu rechnen. Nach der Unternehmensbefragung des Ifo Instituts wollen die Unternehmen 2011 (nominal und real) rund  14% mehr für neue Bauten und Ausrüstungsgüter ausgeben als im Vorjahr. „Der sich für dieses Jahr abzeichnende Investitionsanstieg ist breit angelegt: Fast alle Branchen haben eine Anhebung ihrer Ausgaben für neue Bauten und Ausrüstungsgüter geplant“, sagte Ifo-Experte Klaus Abberger.

Die Unternehmen wollen in diesem Jahr verstärkt in Erweiterungen investieren. Das geschieht  allerdings weniger, um die Kapazitäten zu erhöhen, als vielmehr um die Produktpalette zu ändern oder auszuweiten. An zweiter Stelle stehen Ersatzbeschaffungen. Rationalisierungsinvestitionen haben im Laufe der letzten Jahre spürbar an Bedeutung verloren: Nur noch jedes zehnte westdeutsche Industrieunternehmen will in diesem Jahr vorrangig in Rationalisierungsmaßnahmen investieren.

Nach den Ergebnissen des Ifo Investitionstests haben die Unternehmen des westdeutschen verarbeitenden Gewerbes 2010 gut 38 Mrd Euro in neue Bauten und Ausrüstungsgüter investiert. Damit haben sie ihre Investitionen 2010 gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig – um 1% – erhöht. Das entspricht real einem Anstieg um 2%, da die Preise für Ausrüstungsgüter im vergangenen Jahr abermals leicht gesunken sind. Diese nur geringe Steigerung der Investitionen ist zu einem nicht unerheblichen Teil auf die in 2010 noch zurückhaltende Investitionstätigkeit der größeren Unternehmen zurückzuführen. Demgegenüber haben die kleinen Firmen, die in ihrer Planung flexibler sind, im vergangenen Jahr – beim Anspringen der Konjunktur – ihre Investitionen spürbar erhöht.