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Modernste Technik im Werk Teisnach von Rohde & Schwarz: Hier das Laserschweißen von Gehäusekomponenten. -Bild: Rohde & Schwarz

Zupackend, fleißig und dabei doch bescheiden, so kann der im bayrischen Wald beheimatete Menschenschlag beschrieben werden. Nachbarschaftshilfe wird hier noch groß geschrieben – man hilft sich, wo man kann. Dabei ist jegliche Art von Hektik verpönt; es gilt die Devise: Erst denken und dann zielstrebig zupacken.

Das spürt man auch, wenn man durch die Hallen des Rohde & Schwarz-Werks in Teisnach geführt wird: Alle Mitarbeiter wirken ruhig und dabei doch hoch konzentriert. Freundlich werden die Chefs begrüßt; ein sicheres Zeichen für ein gutes Arbeitsklima. Dass man im Werk Teisnach keinesfalls ‚hinter dem Wald‘ lebt, beweisen auch die zahlreichen Preise, die man hier schon gewonnen hat. Und der kontinuierliche Verbesserungsprozess geht weiter.

Sieg in der Kategorie Hervorragende Beherrschung der Fertigungstiefe

Dieses Jahr hat das Werk in der Kategorie ‚Hervorragende Beherrschung der Fertigungstiefe‘ gewonnen. „Wir sind stolz auf diese Auszeichnung. Sie bestätigt unsere Strategie einer enorm hohen Eigenfertigungstiefe“, berichtet Werkleiter Johann Kraus. Auch während des allgemeinen Trends zum Outsourcing hat sein Werk konsequent an einer hohen Eigenfertigungstiefe festgehalten.

Die Richtigkeit dieser Strategie zeigt ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: 2008 brach der Markt für Messgeräte ein und war ein Jahr am Boden. Danach zog die Nachfrage ebenso plötzlich wieder an. „Wir waren als einzige sofort lieferfähig und erhielten einen Großauftrag“, erinnert sich Kraus.

Dabei ist die Beherrschung dieser hohen Eigenfertigungstiefe angesichts der Komplexität der zahlreichen Bauteile auch eine technische Herausforderung: Etliche Technologien müssen beherrscht werden. „Es gibt praktisch keine Fertigungsdisziplin, die wir nicht im Werk haben. Wir beschäftigen Elektro-, Maschinenbau- und Chemieingenieure. Jeder treibt sein Thema ständig voran und ist technisch auf dem neuesten Stand“, berichtet Kraus.

Neben der Fertigung eigener Produkte ist auch die Auftragsfertigung für Kunden beispielsweise aus der Luftfahrtbranche oder der Medizintechnik ein zweites Standbein. „Dadurch bleiben wir stets auf dem neuesten Stand und können von unseren Kunden lernen“, so Kraus.

"Wir entwickeln Menschen"

Und die Bandbreite der im Werk bearbeiteten Teile ist tatsächlich enorm: „Wir haben Bauteile, von denen können Sie 10 000 in der hohlen Hand halten. Andere Bauteile haben die Dimension von mehreren Metern“, berichtet Kraus. Und für die Zukunft sieht er glänzende Perspektiven für sein Unternehmen: „Im Zuge der zunehmenden Vernetzung der Welt sehe ich große Wachstumspotenziale für Rohde & Schwarz“.

Der Schlüssel für den Erfolg des Werks Teisnach ist der Mitarbeiter. Das Motto fasst Projektleiter Thomas Kasparbauer zusammen: „Wir bauen nicht nur Sender oder Messgeräte, sondern wir entwickeln Menschen, die diese Produkte bauen“. Höchstes Ziel ist dabei die Eigenverantwortung jedes Mitarbeiters. Nur so lasse sich die hohe Eigenfertigungstiefe beherrschen. Flache Hierarchien und eine ausgeprägte Kommunikationskultur sind der Schlüssel dazu. Dabei setzt das Werk auch auf gute alte deutsche Disziplinen wie Offenheit, Ehrlichkeit, Fleiß und Zielstrebigkeit.