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Über jeder Spritzgussmaschine im Werk in Waldachtal ist ein Andon-System installiert, das bei Störungen blinkt. Auf einem Display wird in diesem Fall zusätzlich die Nummer der betroffenen Maschine angezeigt. - Bild: Susanne Nördinger

Mit Japan und den dort üblichen Prinzipien einer verschwendungsfreien Produktion beschäftigt sich Prof. Klaus Fischer, Inhaber der Unternehmensgruppe Fischer, schon seit den 90er Jahren. Als er Anfang 2000 mit der Umsatzsituation im Unternehmen zufrieden ist, mit dem Ergebnis aber nicht, macht er sich auf den Weg nach Japan, um sich vor Ort inspirieren zu lassen.

"Er wusste, dass dort die Unternehmen tätig sind, die am produktivsten und am effizientesten arbeiten und somit auch von der Kostenseite her am besten aufgestellt sind“, erzählt Boris Katic, Sprecher der Geschäftsführung des Unternehmensbereichs fischer Befestigungssysteme.

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Daniel Genkinger (links), Leitung Produktionsverbund, und Boris Katic, Sprecher der Geschäftsführung fischer Befestigungssysteme, zeigen, wie direkt in der Produktion auf großen Plakaten für alle Mitarbeiter zugänglich und verständlich die Ergebnisse von Verbesserungs-Workshops präsentiert werden. - Bild: Susanne Nördinger

Fischer besucht verschiedene japanische Unternehmen, die als Benchmark gelten, und tauscht sich auch mit japanischen Unternehmensberatern aus. „Die haben ihm neben den Werkzeugen und Prinzipien auch die Kultur für Kaizen – also die Veränderung zum Besseren – aufgezeigt“, erklärt Daniel Genkinger, Leiter des Produktionsverbunds der fischerwerke.

Schnell wird Prof. Fischer klar, dass es dabei nicht nur darum geht, Rüst- und Durchlaufzeiten zu verbessern. Es ist vielmehr eine Frage der Einstellung, nach Kaizen zu handeln und zu produzieren. Das Grundprinzip lautet, Verschwendungen zu reduzieren. „Wenn man die Verschwendung aus einem Prozess herausnimmt, zum Beispiel weniger Bücken, Drehen oder Laufen, dann ist der Prozess besser und nach einiger Zeit zeigt sich das auch an den Zahlen“, sagt Katic.

Über die Jahre entsteht so das fischer Prozesssystem, ein Produktionssystem, welches fischer in allen Werken weltweit und über alle Abteilungen hinweg nutzt. 2015 siegt das Unternehmen damit in der Kategorie ‚Hervorragendes Produktionssystem‘ beim Wettbewerb ‚Die Fabrik des Jahres/GEO‘. Produktion hat die wichtigsten Punkte (siehe unten) zusammengefasst, auf denen die erfolgreiche Lean-Transformation bei fischer basiert. Heute kann Prof. Fischer auch mit der Ergebnissituation seines Unternehmens zufrieden sein.

Seit dem Ausrichten auf Lean ist die Unternehmensgruppe um 90 % gewachsen. Doch ans Ausruhen denkt bei fischer niemand. „Unser Ziel bleibt, die Besten zu sein und einen Perfektionismus zu erreichen, den es nicht gibt“, sagt Genkinger. Dafür gehört es zum Unternehmens-Alltag, sich jeden Tag verbessern zu wollen. Die nächste Japanreise steht ebenfalls bevor. Katic und Fischer wollen diesmal mit den japanischen Freunden bei KSK erörtern, wie Kaizen und Industrie 4.0, sprich die komplette Digitalisierung, zusammenpassen.