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Kategoriesieger Rohde & Schwarz reduzierte die Kundenauftragsdurchlaufzeit um 51 Prozent. Bild: Rohde & Schwarz

Die Siegerwerke der Fabrik des Jahres 2015 zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihre Durchlaufzeit senken und den Fertigproduktumschlag steigern. So gibt es bei dem Sieger des Awards Global Excellence in Operations, Eissmann Group, eine beeindruckende Dynamik beim Kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) sowie eine dementsprechende Kultur.

„Viele kleine Verbesserungen entwickeln in Summe eine große Kraft und beleben die Verbesserungskultur einer Firma“, sagte der Geschäftsführer von Eissmann Automotive Hungaria, Attila Böszörményi. Der Geschäftsführer nennt das ‚The Power of small Kaizens‘. Auf diese Weise reduzierte die Eissmann Group in Ungarn ihre Kundenauftragsdurchlaufzeit zwischen den Jahren 2011 und 2014 um 51 Prozent.

Der Sieger in der Kategorie Hervorragende Kleinserienfertigung, Rohde & Schwarz in Memmingen, hatte sich 2006 auf den Weg in Richtung Tagesfabrik gemacht und sich dabei auf Lean-Methoden gestützt. Dafür schuf das Werk eine eigene Lean-Abteilung, die sich mit hohen Liegezeiten, nicht beeinflussbaren Verfügbarkeiten von Zulieferteilen und dem hohen Koordinierungsaufwand in der Fertigung beschäftigte.

Die Lean-Experten optimierten Prozesse, wendeten systematisch Heijunka an, integrierten Lieferanten, nahmen Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern auf und strebten Produktivitätsverbesserungen an den den Arbeitsplätzen an.Durch diese Arbeit schaffte es Rohde & Schwarz die Durchlaufzeit in der Baugruppenfertigung von 9 auf 2,3 Tage zu verringern.

Die Fabrik des Jahres 2015, Diehl Controls in Wangen im Allgäu, erhöhte die Transparenz im Produktionsprozess und verbesserte die Messung der Gesamtanlageneffektivität (Overall Equipment Efficiency, OEE). Dafür wurde ein Konzept zur Tracebility umgesetzt. Zudem führte Werkleiterin Katrin Laudensack ein digitales Schichtbuch ein, mit dem die Verknüpfung zwischen Maschinenstillstand und Grund für den Maschinenstillstand erreicht wird. Die Mitarbeiter können nun effizient und gezielt auf Probleme bei einer Maschine reagieren. Diehl Controls erreichte damit eine Verbesserungsdynamik, die dazu führte, dass der Fertigproduktumschlag um 10 % nach oben ging.

Der Sieger in der Kategorie Hervorragende Großserienfertigung, das Mercedes Benz Cars Werk in Bremen, richtete einen ‚Autoterminal Bremen‘ ein, über das der Bahnversand der Fertigfahrzeuge werksnah gesteuert werden kann, um den Fertigproduktumschlag zu erhöhen. Der Versand per Lkw wurde auf einen Drei-Schicht-Betrieb erweitert. Unter anderem mit diesen Maßnahmen erhöhte Mercedes Benz den Fertigproduktumschlag um 25 %.