• Unternehmen werden agiler: „Unternehmen der verarbeitenden Industrie können agiler werden, indem sie eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit üben“, sagte Professor Günther Schuh, RWTH Aachen. Zwischen Entwicklung und Konstruktion, zwischen Arbeitsplanung und Produktionssteuerung könne man enger zusammenarbeiten. Damit kann die Kooperationsproduktivität verbessert werden. - Bild: McMaster

    Unternehmen werden agiler: „Unternehmen der verarbeitenden Industrie können agiler werden, indem sie eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit üben“, sagte Professor Günther Schuh, RWTH Aachen. Zwischen Entwicklung und Konstruktion, zwischen Arbeitsplanung und Produktionssteuerung könne man enger zusammenarbeiten. Damit kann die Kooperationsproduktivität verbessert werden. - Bild: McMaster

  • Bisher findet die Zusammenarbeit in kleinen Bereichen durch Lean Production statt. Unternehmen, die mit Lean Production und Production Systems groß geworden seien, hätten damit gute Erfahrungen gemacht. Sie würden jedoch nicht aus diesen kleinen Bereichen herauskommen. Dafür sei eine verbesserte Infrastruktur notwendig, die mit Industrie 4.0 jetzt geschaffen werde. - Bild: McMaster

    Bisher findet die Zusammenarbeit in kleinen Bereichen durch Lean Production statt. Unternehmen, die mit Lean Production und Production Systems groß geworden seien, hätten damit gute Erfahrungen gemacht. Sie würden jedoch nicht aus diesen kleinen Bereichen herauskommen. Dafür sei eine verbesserte Infrastruktur notwendig, die mit Industrie 4.0 jetzt geschaffen werde. - Bild: McMaster

  • Mann und Takt werden aufgelöst: „Derzeit gibt es eine strukturelle Veränderung in den Fabriken“, sagte Professor Thomas Bauernhansl. „In der Automobilindustrie findet gerade das statt, was ich 2012 geäußert habe, nämlich, dass Mann und Takt aufgelöst werden.“ Man könne sagen, dass dies dem Ansatz widerspreche, alles in einen Fluss zu bringen, alles auszutakten, möglichst einen One-Piece-Flow ohne Puffer zu realisieren. - Bidl: McMaster

    Mann und Takt werden aufgelöst: „Derzeit gibt es eine strukturelle Veränderung in den Fabriken“, sagte Professor Thomas Bauernhansl. „In der Automobilindustrie findet gerade das statt, was ich 2012 geäußert habe, nämlich, dass Mann und Takt aufgelöst werden.“ Man könne sagen, dass dies dem Ansatz widerspreche, alles in einen Fluss zu bringen, alles auszutakten, möglichst einen One-Piece-Flow ohne Puffer zu realisieren. - Bidl: McMaster

  • „Jetzt beobachten wir jedoch aufgrund der aktuellen technologischen Entwicklung, aber auch der Marktentwicklung in Richtung Individualisierung und schlechter Prognostizierbarkeit von Auftragsvolumen, dass Mann und Takt tatsächlich aufgelöst werden“, so Bauernhansl. So kündigte Audi an, das nächste Werk bestehe aus vernetzten Prozessmodulen.

    „Jetzt beobachten wir jedoch aufgrund der aktuellen technologischen Entwicklung, aber auch der Marktentwicklung in Richtung Individualisierung und schlechter Prognostizierbarkeit von Auftragsvolumen, dass Mann und Takt tatsächlich aufgelöst werden“, so Bauernhansl. So kündigte Audi an, das nächste Werk bestehe aus vernetzten Prozessmodulen.

  • Mitarbeiter steuern Anlagen aus dem Home Office
„Automatisierung hat bei uns dazu geführt, dass wir zwar weniger Mitarbeiter direkt in der Linie haben“, sagte Infineon-Produktionsleiter Jörg Recklies. „Aber wir haben etliche Control-Bereiche, wo Mitarbeiter mehrere Anlagen, Prozessmodule überwachen, Entscheidungen treffen und die Anlagen zu 90 Prozent im Remote kontrollieren, sodass die Anlage, wenn sie einen Fehler hat oder ein Setup stattfindet, von außerhalb gesteuert werden kann.“ - Bild: McMaster

    Mitarbeiter steuern Anlagen aus dem Home Office „Automatisierung hat bei uns dazu geführt, dass wir zwar weniger Mitarbeiter direkt in der Linie haben“, sagte Infineon-Produktionsleiter Jörg Recklies. „Aber wir haben etliche Control-Bereiche, wo Mitarbeiter mehrere Anlagen, Prozessmodule überwachen, Entscheidungen treffen und die Anlagen zu 90 Prozent im Remote kontrollieren, sodass die Anlage, wenn sie einen Fehler hat oder ein Setup stattfindet, von außerhalb gesteuert werden kann.“ - Bild: McMaster

  • Deshalb denkt man bei Infineon darüber nach, die Mitarbeiter im Home Office arbeiten und Entscheidungen treffen zu lassen sowie automatische Entscheidungssysteme einzuführen. Es sei heute schwierig, Mitarbeiter zu finden, die sagen, dass sie gerne eine Nachtschicht übernehmen wollen. - Bild: McMaster

    Deshalb denkt man bei Infineon darüber nach, die Mitarbeiter im Home Office arbeiten und Entscheidungen treffen zu lassen sowie automatische Entscheidungssysteme einzuführen. Es sei heute schwierig, Mitarbeiter zu finden, die sagen, dass sie gerne eine Nachtschicht übernehmen wollen. - Bild: McMaster

  • Die Logistikkette wird transparent
MAN will den Transport 4.0 realisieren, indem Lkw vernetzt werden und ein Datenaustausch in großem Stil stattfindet. Dafür hat der Lkw-Hersteller im VW Konzern eine offene Digitalisierungs-Plattform für das Ökosystem Transport und Logistik namens RIO entwickelt. Damit ein Logistikdienstleister die richtigen Entscheidungen treffen kann, müsse er jederzeit Überblick über alle Fahrzeuge, Auflieger, Aufbauten, Fahrer und Aufträge haben, so der MAN-CEO Joachim Drees. - Bild: McMaster

    Die Logistikkette wird transparent MAN will den Transport 4.0 realisieren, indem Lkw vernetzt werden und ein Datenaustausch in großem Stil stattfindet. Dafür hat der Lkw-Hersteller im VW Konzern eine offene Digitalisierungs-Plattform für das Ökosystem Transport und Logistik namens RIO entwickelt. Damit ein Logistikdienstleister die richtigen Entscheidungen treffen kann, müsse er jederzeit Überblick über alle Fahrzeuge, Auflieger, Aufbauten, Fahrer und Aufträge haben, so der MAN-CEO Joachim Drees. - Bild: McMaster

  • Deshalb bietet MAN diese Daten in einer markenübergreifenden Flottenübersicht an. Alle unterschiedlichen Systeme und Logistik-Programme sollen zusammengeführt und als Cloud-Service angeboten werden. Bei der Anwendung Loadfox können Spediteure Überkapazitäten austauschen. - Bild: McMaster

    Deshalb bietet MAN diese Daten in einer markenübergreifenden Flottenübersicht an. Alle unterschiedlichen Systeme und Logistik-Programme sollen zusammengeführt und als Cloud-Service angeboten werden. Bei der Anwendung Loadfox können Spediteure Überkapazitäten austauschen. - Bild: McMaster

  • Lean ist Voraussetzung für Industrie 4.0
„Firmen, die sich aufmachen wollen in Richtung Digitalisierung, werden nur dann erfolgreich sein, wenn sie das Thema Lean bereits als Kultur im Unternehmen implementiert haben“, sagte die Vorjahressiegerin bei der Fabrik des Jahres/GEO, Katrin Fricke. Sonst werde man nie zu Transparenz und dem Fokus kommen, auf den man sich konzentrieren kann. Unternehmen, die noch nicht auf Lean Management setzen, sollten zunächst damit beginnen. - Bild: McMaster

    Lean ist Voraussetzung für Industrie 4.0 „Firmen, die sich aufmachen wollen in Richtung Digitalisierung, werden nur dann erfolgreich sein, wenn sie das Thema Lean bereits als Kultur im Unternehmen implementiert haben“, sagte die Vorjahressiegerin bei der Fabrik des Jahres/GEO, Katrin Fricke. Sonst werde man nie zu Transparenz und dem Fokus kommen, auf den man sich konzentrieren kann. Unternehmen, die noch nicht auf Lean Management setzen, sollten zunächst damit beginnen. - Bild: McMaster

  • „Man sollte Industrie 4.0 immer mit einem kleinen Pilotprojekt beginnen“, meinte Fricke. Dabei könne man Fehler machen und daraus lernen. Zudem werde eine Akzeptanz bei den Mitarbeitern benötigt, diese müssten sich sicher fühlen. Auch müssten die Produktionskonzepte sicher gestaltet werden. - Bild: McMaster

    „Man sollte Industrie 4.0 immer mit einem kleinen Pilotprojekt beginnen“, meinte Fricke. Dabei könne man Fehler machen und daraus lernen. Zudem werde eine Akzeptanz bei den Mitarbeitern benötigt, diese müssten sich sicher fühlen. Auch müssten die Produktionskonzepte sicher gestaltet werden. - Bild: McMaster

„Industrie 4.0 ist die Vernetzung der digitalen und veredelten Endgeräte und die Effekte daraus sind tatsächlich revolutionär, wie Production Systems oder Lean das seinerzeit waren“, sagte Professor Günther Schuh, geschäftsführender Direktor des WZL der RWTH Aachen, bei der 25. Fabrik des Jahres in München. Künftig werde es für produzierende Unternehmen wichtig werden, per Knopfdruck von allen Sales-Mitarbeitern zu erfahren, welches Feedback sie von ihren Kunden zu einem neuen Produkt erhalten. Wenn man signifikante Hinweise für Veränderungswünsche wie zum Beispiel breitere Reifen bei einem Automobil erhalte, könne man sich ziemlich sicher sein, dass man die Produktion verändern müsse.

„Mit einer derartigen Auswertung kann man sich ein paar Monate Zeit lassen“, meinte Schuh. Es bestehe jedoch auch die Möglichkeit, auf Daten eines Produktes zurückzugreifen, das schon längere Zeit auf dem Markt ist.

Es würde maximal drei Monate dauern, um einen Change Request durchzuziehen. Welche Folgen habe zum Beispiel die Veränderung der Reifenbreite für den Radkasten und den Achsträger?

„Nach drei Monaten sollte das abgeschlossen sein, auch wenn im Unternehmen acht Fachbereiche unmittelbar betroffen sind“, erläuterte das Mitglied im Beirat der Fabrik des Jahres. Nach weiteren drei Monaten müssten die neuen Prozesse reibungslos laufen. Das müsse die Fabrik der Zukunft können.

„Wenn das heute noch nicht Not tut, dann liegt das daran, dass die Markteintrittsbarrieren so hoch und die Vertriebskanäle so stark sind, dass man diesen eigentlichen Kundenwunsch nicht so direkt umsetzen muss.“ Die digital veredelte Welt werde den Unternehmen diese Zeit jedoch nicht mehr lassen: Das seien Relikte, die in kürzester Zeit verschwinden.