Automatisieren, Auslagern, Check-Liste, A.T. Kearney, Produktion

Diehl Controls hat eine neue Linie zur Herstellung von Elektroniken weitgehend automatisiert, sodass sie von nur drei Mitarbeitern betrieben werden kann. Damit ist diese Linie der Fabrik des Jahres 2015 am Standort D konkurrenzfähig zur Produktion von Diehl in Polen. Bild: Diehl Controls

In der verarbeitenden Industrie stellt sich aktuell oftmals die Frage, ob Unternehmen ihre Produktion mit Automatisierung effizienter machen können oder besser gleich in Billiglohnländer verlagern müssen, um mit ihren Produkten auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Entwicklung des Themas Industrie 4.0 und der übrigen Automatisierungstechnik zeigt, dass sich Integrierbarkeit in bestehende Fertigungssysteme wie auch Steuerung und Programmierung der Automatisierungslösungen deutlich vereinfacht haben. Zudem ist der Trend zum Einsatz von Robotern in der Produktion ungebrochen.

Dennoch sind die Anforderungen an eine erfolgreiche Automatisierung absolut gesehen hoch. Die Frage, ob sie sich lohnt oder eher eine Verlagerung in ein anderes Land oder an einen externen Wertschöpfungspartner sinnvoll ist, erweist sich daher als komplexe Fragestellung mit jeder Menge Einflussgrößen. „Diese Frage, also die Entscheidung für Automatisierung oder Verlagerung, ist immer auch die Frage nach dem ‚Make or Buy‘ “, sagt Robert Hentschel, Manufacturing Manager bei der Unternehmensberatung A.T. Kearney, die exklusiv für Produktion den Test zum Thema ‚Automatisierung versus Verlagerung‘ erstellt hat. Entscheidend dabei sei, ob der betrachtete Produktionsbereich, die Prozesse oder die Produktgruppe wirklich einen strategischen Erfolgsfaktor darstellen. Nur in diesen Bereichen sei die Investition in Automatisierungstechnik vorteilhaft und es sei daher sinnvoll, die Automatisierungsbemühungen ernsthaft voranzutreiben.

Die zweite Frage ist, ob sich durch den Einsatz der Automatisierung die Wettbewerbsfähigkeit der Produktion ausbauen und dauerhaft erhalten lässt. „Dies ist der Fall, wenn sich durch die Automatisierung einzelner Prozesse oder Prozessabschnitte der Gesamt-Durchsatz der Fabrik erhöhen lässt, wenn durch den Einsatz der Automatisierung die Produkt­qualität deutlich verbessert werden kann oder wenn sich aus der Automatisierung neue Freiheitsgrade in Bezug auf das Produkt ergeben – zum Beispiel  Realisierung von höheren Toleranz- oder Reinheitsanforderungen“, meint Dr. Harald Jordan, Manager bei A.T. Kearney in Wien. Diese Vorteile könnten sehr schnell überkompensiert werden, wenn der Aufwand zur Umsetzung und die Kosten im laufenden Betrieb einfach zu hoch seien.