Heinrich Nottbohm: Der Werkleiter des Volkswagen Motorenwerks in Chemnitz erringt mit seinem Team

Heinrich Nottbohm: Der Werkleiter des Volkswagen Motorenwerks in Chemnitz erringt mit seinem Team den Titel Fabrik des Jahres 2011 (Bild: Anna McMaster).

von Gunnar Knüpffer

LANDSBERG/MÜNCHEN. Das Motorenwerk Chemnitz von Volkswagen ist die Fabrik des Jahres 2011. Der Standort hat sich die Entwicklung innovativer Fertigungstechnologien auf die Fahnen geschrieben, die signifikante Verbesserungen bei Bauteilgewicht und Montierbarkeit erreichen und so Produktkosten wie Produktleistung gleichermaßen optimieren, befand der hochkarätige Beirat des härtesten und traditionsreichsten deutschen Benchmark-Wettbewerbs für die verarbeitende Industrie. Die Fabrik des Jahres/GEO wird von der Fachzeitung Produktion und der Unternehmensberatung  A.T. Kearney veranstaltet. Die vom Motorenwerk Chemnitz erzielten Gewichtsreduzierungen bei schnell laufenden Teilen wie Nockenwellen, Kurbelwellen und Ausgleichsgetrieben reduzieren zudem den Benzinverbrauch. Auch hat das Werk ein sehr umfassendes Programm zur Verbesserung der Ressourcen-Effizienz aufgelegt. „Den Standort zeichnet dabei die systematische Vorgehensweise bei der Betrachtung des Energieverbrauchs aus – ausgehend vom Produkt über die Einzelmaschine, die Linien bis hin zur Halle und zum Werk“, sagt A.T. Kearney-Partner Dr. Günter Jordan, der bei der Beratung den Wettbewerb verantwortet. „Dabei wird in Analogie zur bekannten Wertstromanalyse der Energieverbrauch systematisch in ‚wertschöpfenden Energieverbrauch‘ und ‚Verschwendung‘ untergliedert.“

“Der ‘Titel Fabrik ‘ des Jahres ist eine wichtige Bestätigung für die erfolgreiche Arbeit der gesamten Chemnitzer Mannschaft”, freut sich Prof. Dr. Werner Neubauer, Markenvorstand Volkswagen für den Geschäftsbereich Komponente. “Volkswagen Chemnitz hat in den vergangenen Jahren die richtige Balance zwischen Innovation und Kerngeschäft gefunden”, erklärt Heinrich Nottbohm, Leiter Motorenwerk der Volkswagen Sachsen in Chemnitz. “Hinter einem solchen Erfolg teht immer ein starkes Team.”

Herausragende Verbesserungen über die gesamte Wertschöpfungskette konnte der Messgeräte-Produzent Elster Kromschröder in Lotte bei Osnabrück erreichen, der mit dem deutschen Award für Global Excellence in Operations (GEO) ausgezeichnet wird. Um die Großserienproduktion von Haushaltsgaszählern wettbewerbsfähig zu halten, hat sich Elster auf die Optimierung des Wertstroms fokussiert und systematisch jede Verschwendung eliminiert. „Das Ergebnis ist eine vorbildliche Automatisierung mit schnellen Durchlaufzeiten und niedrigsten Beständen“, sagt Dr. Bernd Schmidt, Principal bei A.T. Kearney. „In der Gaszählerfertigung konnte so innerhalb von drei Jahren eine um 10 % höhere Ausbringung mit 15 % höherer Produktivität erreicht werden.“
Sieger in der Kategorie ‚Hervorragende Standortentwicklung‘ wird das 1956 gebaute Bahlsen-Werk in Barsighausen. Mit einem Greenfield-Ansatz erarbeitete ein Projektteam von Bahlsen das optimale Layout für das Werk und definierte damit die Zielkosten. Bei laufender Produktion wurde das Werk konsequent modernisiert und 90 % der Kostenverbesserungen erzielt, die bei einem neu errichteten Werk möglich gewesen wären. Mit einer extrem flexiblen Montage mit einer flexiblen Mannschaft siegte das Mainburger Werk von Wolf Heiztechnik in der Kategorie ‚Hervorragende Montage‘. Durch kontinuierliche Verbesserung und laufende Umgestaltung der Arbeitsplätze realisierte der Werkleiter jährliche Kostenreduzierungen von 5 %. Für ihr ‚Hervorragendes Qualitätsmanagement‘ wird Infineon Technologies, Warstein, ausgezeichnet. Dort erzielte eine Zero-Defect-Initiative Verbesserungen, die zur Reduzierung der externen Fehlerkosten führten und die Standzeiten der Module signifikant steigerten. Und den Preis für ‚Hervorragendes Veränderungsmanagement‘ erhält Siemens Healthcare, Kemnath. Deren Werksleitung konzentrierte sich auf Mechatronik und Kernproduktionstechnologien und steigerte die Produktivität signifikant. Für ihre Hervorragende Produktion in EU-Beitrittsländern ehrt der Beirat den Kabelbaum-hersteller PAS im polnischen Poznan. Dieser erfasst die Produktivität im Minutentakt und senkte die Investitionskosten zum Beispiel mit einer Low-Cost-Automation-Lösung. Erstmals vergab der Beirat den Günter-Spur-Preis für herausragende wissenschaftliche Nachwuchsarbeiten. Dieser geht an Katrin Schilling von der Universität Regensburg.