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Peter Buseck (links) und Patrick Leinenbach freuen sich über die Auszeichnung mit dem Industrie 4.0-Award der Fachzeitung Produktion und ROI Management Consulting. - Bild: Anna McMaster

Für den von der Fachzeitung Produktion und der Unternehmensberatung ROI Management Consulting AG verliehenen Preis werden die Lösungen der Bewerber vor Ort genau in Augenschein genommen, anschließend entscheidet eine Fachjury. Zu den Gewinnern zählen die Robert Bosch GmbH mit dem Halbleiterwerk Reutlingen, die Siemens AG, John Deere GmbH & Co.KG Kaiserslautern und die WS Kunststoff-Service GmbH. So unterschiedlich die Einsatzszenarien auch sind: Alle Award-Gewinner konnten ihre spezifischen Herausforderungen mit Lösungen der Industrie 4.0 stemmen.

Vollständig horizontal integrierte Fertigung

In der Kategorie Effizienzsteigerung in der Produktion durch Nutzung von Industrie 4.0 entlang des Wertstroms konnte das Halbleiterwerk Reutlingen der Robert Bosch GmbH den Preis für sich sichern. Dort ist man auf integrierte Halbleiter- und Sensorfertigung für den Automotive-und Consumer-Bereich spezialisiert. Das Werk habe eine vollständige horizontale Integration der hochautomatisierten Halbleiterfertigung sowie der teilautomatisierten Sensorfertigung und -prüfung zur Überwachung und Optimierung der Produktion realisiert, lobte die Jury.

„Wir waren uns sicher, dass der größte Nutzen in der Integration von Industrie 4.0-Lösungen im gesamt Wertstrom liegt“, erklärte Produktionsleiter Peter Buseck vom Halbleiterwerk Reutlingen. Dann überraschte er die Konferenzteilnehmer mit der Frage, was eine Schale voll Pralinen und Halbleiter gemeinsam haben. Die Antwort: So wenig wie man später wisse, wo in der Schachtel sich eine Praline befunden habe, so wenig konnte man vor dem Projekt mikroelektromechanische Systeme (MEMS) nachverfolgen, nachdem sie vereinzelt und nicht mehr auf dem Wafer waren.

Teile der Produktion selbstständig steuern

Zunächst wurden unterschiedliche Fertigungsschritte in einer einheitlichen Smart Cloud abgebildet. Dabei wollte man vor allem die Informationen zu den verschiedenen Produktgruppen zusammenführen. „Die Smart Cloud beginnt mit dem MES aus der Halbleiterei, das in allen Werkstätten, mit denen man zusammenarbeitet, ausgerollt wurde“, berichtete Buseck.

Auf dieser Basis erfolge die Aktualisierung in Echtzeit mit RFID und Equipment Integration, damit können Teile der Produktion auch selbständig gesteuert werden. So nutzen Standorte in Ungarn und China, aber auch Zulieferer das MES. Durch Big-Data-Management ist mittlerweile auch die datentechnische Zuordnung von MEMS-Einzelchips möglich, die im Herstellungsprozess zunächst vereinzelt und dann in einem Sensor verbaut werden.

So ist heute die vollständige Rückerverfolgbarkeit der Sensordaten zur Prozess-und Produktqualität bis auf den Wafer zurück gegeben. Buseck spinnt seine Pralinen-Allegorie zu Ende: Man wisse nicht nur, wo eine Praline in der Schachtel lag, sondern könne auch den Kirschbaum rekonstruieren, an dem die Kirsche für die Praline gewachsen sei.

Das sind alle Sieger des Industrie 4.0-Awards