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Bei Siemens freuen sich Peter Zech und Peter Deml über die Auszeichnung mit dem Industrie 4.0-Award der Fachzeitung Produktion und ROI Management Consulting. Die Kategorie der Gewinner: Effizienzsteigerung durch bessere Integration von Entwicklung, Industrialisierung und Produktion. - Bild: Anna McMaster

Auch die Siemens AG in Bad Neustadt an der Saale, Hersteller von elektrischen Servo-, Main-und Linearmotoren, wurde mit dem Award ausgezeichnet. Ihre Kategorie: „Effizienzsteigerung durch bessere Integration von Entwicklung, Industrialisierung und Produktion“.

Die Fachjury honorierte die durchgängige Nutzung von 3D-CAD-Modellen in der gesamten Prozesskette für Aluminium-Druckgussteile mittels NX. Hier geht es um zerspanende Prozesse mit Werkzeugmaschinen mit hoher Komplexität bei kleinen Losgrößen. Die Lösung entstand als Antwort auf typische Herausforderungen wie kürzere Innovationszyklen der Produkte, mehr Variantenvielfalt und sehr komplexe Produktdesigns.

Zeitstempel für Bearbeitungsschritte

„Für uns im Werk in Neustadt war von Anfang an klar: Digitalisierung ist Chefsache“, erzählte Peter Deml, Leiter der Siemens-Motorenwerke Bad Neustadt. Angesichts des Wettbewerbs auch innerhalb des Konzerns sei es zudem nötig, „aus dieser Digitalisierung tatsächlich einen Nutzen zu ziehen“.

Ein Ziel dafür lautet: eine einhundert Prozent vernetzte Fertigung bis 2021. Vor einem Jahr hatte man sich eine Umgebung mit unterschiedlich alten Maschinen verschiedener Hersteller ausgesucht, um mit einer „Brownfield Approach“ anzusetzen. Zunächst wurden einfach erst einmal Daten erfasst, kurze Zeit später ein kleines Expertensystem auf die Daten angesetzt, mit dem online sämtliche Bearbeitungsschritte an der Maschine mit Zeitstempeln erfasst werden. Dafür wurden Maschinenbediener, Vorarbeiter und Meister ins Konzept eingebunden.

Digitalisierung auf Shopfloor-Ebene

Überhaupt will man, dass die Digitalisierung auch von unten funktioniert. Deshalb schreiben die Anwender regelmäßig „User-Storys“ für die internen Medien und schildern dort, was die digitalen Prozesse zum Beispiel konkret an Arbeitszeit sparen. „Wir wollen vermitteln: Die Digitalisierung kann auf Shopfloor-Ebene beginnen“, sagt Deml.

Für Datendurchgängigkeit sorgt bereits in einigen Prozessen, dass ein digitaler Zwilling des Produktes, der Produktion und auch ein digital Twin der Performance in Mindsphere vorgehalten werden. Auch den administrativen Bereich ist das Unternehmen im letzten halben Jahr angegangen.

3 Prozent höhere Auslastung

Nach dem ersten Jahr standen die Zahlen: Der Maschinenpark  war um drei Prozent höher ausgelastet, die Mitarbeiter wurden vier Prozent effizienter eingesetzt und ein Einsparungspotential von 1,6 Millionen wurde für das Folgejahr identifiziert. Deml meint, dass noch deutlich mehr möglich ist. „Wir haben sehr viel Know-how und digitale Tools in den einzelnen Bereichen im Einsatz, deshalb glauben wir, dass es uns leichtfällt, die ganze Kette zu schließen“.

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