• Gar nicht starten: Es variiert je nach Umfrage, doch rund die Hälfte der Unternehmen schätzt Industrie 4.0 noch immer nicht als relevant ein. Vielfach wird auf alten Wein in neuen Schläuchen das Etikett „Industrie 4.0“ geklebt. Das Problem: Während sich die Vorreiter schrittweise mit der Automatisierung und Prozessverbesserung auseinandersetzen, erreichen sie einen Vorsprung, der nicht mehr ohne weiteres eingeholt werden kann. Die Frage ist auch, was die Digitalisierung für das eigene Geschäftsmodell bedeutet. „Wenn KMUs, die das Thema bislang ignoriert hatten, sich mit Industrie 4.0 und den Marktaspekten der Digitalisierung auseinandersetzen, macht sich häufig Existenzangst breit“, sagt Dr. Günter Hörcher vom Fraunhofer IPA. Die Technologie ist nur die Grundlage, der disruptive Wandel werde vor allem die Märkte umkrempeln und neue Geschäftsmodelle erfordern. - Bild: freeimages.com

    Gar nicht starten: Es variiert je nach Umfrage, doch rund die Hälfte der Unternehmen schätzt Industrie 4.0 noch immer nicht als relevant ein. Vielfach wird auf alten Wein in neuen Schläuchen das Etikett „Industrie 4.0“ geklebt. Das Problem: Während sich die Vorreiter schrittweise mit der Automatisierung und Prozessverbesserung auseinandersetzen, erreichen sie einen Vorsprung, der nicht mehr ohne weiteres eingeholt werden kann. Die Frage ist auch, was die Digitalisierung für das eigene Geschäftsmodell bedeutet. „Wenn KMUs, die das Thema bislang ignoriert hatten, sich mit Industrie 4.0 und den Marktaspekten der Digitalisierung auseinandersetzen, macht sich häufig Existenzangst breit“, sagt Dr. Günter Hörcher vom Fraunhofer IPA. Die Technologie ist nur die Grundlage, der disruptive Wandel werde vor allem die Märkte umkrempeln und neue Geschäftsmodelle erfordern. - Bild: freeimages.com

  • Nur an den ROI denken: Viele Industrie 4.0-Begeisterte in den Unternehmen haben das gleiche Problem: Bisher wurden Projektgelder nur dann gewährt, wenn ein klarer Business Case vorgelegt werden konnte. „Das ist bei den meisten Pilotprojekten aber nicht möglich, weil noch keine Erfahrung vorhanden ist“, meint Prof. Werner  Bick, Generalbevollmächtigter der  ROI Management Consulting AG. Die Projekte deswegen nicht anzugehen, ist kurzsichtig. Unternehmen brauchen neue Regeln dafür, Technologien ausprobieren und ihren Nutzen erkunden zu können. - Bild: Pixabay

    Nur an den ROI denken: Viele Industrie 4.0-Begeisterte in den Unternehmen haben das gleiche Problem: Bisher wurden Projektgelder nur dann gewährt, wenn ein klarer Business Case vorgelegt werden konnte. „Das ist bei den meisten Pilotprojekten aber nicht möglich, weil noch keine Erfahrung vorhanden ist“, meint Prof. Werner Bick, Generalbevollmächtigter der ROI Management Consulting AG. Die Projekte deswegen nicht anzugehen, ist kurzsichtig. Unternehmen brauchen neue Regeln dafür, Technologien ausprobieren und ihren Nutzen erkunden zu können. - Bild: Pixabay

  • Zu groß starten: Industrie 4.0 ist ein komplexes Thema, das aus vielen Teilgebieten besteht, von Big Data Analytics über Vernetzung, hin zu autonomen Systemen, Robotik, Sensorik oder Deep Learning. Wer versucht, den ganz großen Wurf hinzubekommen, scheitert leicht an dieser Komplexität. Vor allem veralten die Technologien so schnell, dass eine Planung über ein, zwei Jahre schon obsolet ist, wenn sie geschrieben wird. Hier helfen agile Methoden, wie sie aus der IT bekannt sind, die in einem iterativen Ansatz immer wieder das Erreichte an den aktuellen Möglichkeiten abgleichen. - Bild: Morguefile

    Zu groß starten: Industrie 4.0 ist ein komplexes Thema, das aus vielen Teilgebieten besteht, von Big Data Analytics über Vernetzung, hin zu autonomen Systemen, Robotik, Sensorik oder Deep Learning. Wer versucht, den ganz großen Wurf hinzubekommen, scheitert leicht an dieser Komplexität. Vor allem veralten die Technologien so schnell, dass eine Planung über ein, zwei Jahre schon obsolet ist, wenn sie geschrieben wird. Hier helfen agile Methoden, wie sie aus der IT bekannt sind, die in einem iterativen Ansatz immer wieder das Erreichte an den aktuellen Möglichkeiten abgleichen. - Bild: Morguefile

  • Zu klein bleiben: Typischerweise wird mit einzelnen Pilot- oder Leuchtturmprojekten gestartet. Das ist gut. Problematisch wird es, wenn diese Projekte nicht die erhoffte Strahlkraft entfalten. Wenn man erste Erfahrungen gesammelt hat, wird es Zeit für eine Gesamtstrategie, damit Industrie 4.0 nicht Flickwerk bleibt. - Bild: Morguefile

    Zu klein bleiben: Typischerweise wird mit einzelnen Pilot- oder Leuchtturmprojekten gestartet. Das ist gut. Problematisch wird es, wenn diese Projekte nicht die erhoffte Strahlkraft entfalten. Wenn man erste Erfahrungen gesammelt hat, wird es Zeit für eine Gesamtstrategie, damit Industrie 4.0 nicht Flickwerk bleibt. - Bild: Morguefile

  • Vergessen, die Leute mitzunehmen: Die Digitalisierung bedroht Arbeitsplätze. Zwar verheißen Experten das Entstehen ganz neuer Jobs. Auf gesellschaftlicher Ebene ist deshalb eine Diskussion über die Zukunft der Arbeit und alternative Verteilungsmodelle notwendig. Für den einzelnen Mitarbeiter muss jedoch zunächst  klar werden, dass die Qualifizierung in Richtung neuer Themen dazu beiträgt, weiterhin seinen Job zu sichern und für den Erfolg des Unternehmens perspektivisch unverzichtbar ist. - Bild: freeimages.com

    Vergessen, die Leute mitzunehmen: Die Digitalisierung bedroht Arbeitsplätze. Zwar verheißen Experten das Entstehen ganz neuer Jobs. Auf gesellschaftlicher Ebene ist deshalb eine Diskussion über die Zukunft der Arbeit und alternative Verteilungsmodelle notwendig. Für den einzelnen Mitarbeiter muss jedoch zunächst klar werden, dass die Qualifizierung in Richtung neuer Themen dazu beiträgt, weiterhin seinen Job zu sichern und für den Erfolg des Unternehmens perspektivisch unverzichtbar ist. - Bild: freeimages.com

  • Probleme beim Datensammeln: Daten sind die Währung von Konzepten wie Industrie 4.0 oder IoT. Experten weisen jedoch immer wieder darauf hin, dass ein wildes „Drauflos-Sammeln“ zum Beispiel von Maschinen- oder Sensordaten wenig sinnvoll ist. Es braucht zunächst einer Strategie, die unter anderem konsequent dafür sorgt, dass alle Daten in einer Timeline aggregiert werden, also zeitlich eingeordnet werden können. Schließlich müssen alle Daten vergleichbar gemacht werden können. - Bild: Pixabay

    Probleme beim Datensammeln: Daten sind die Währung von Konzepten wie Industrie 4.0 oder IoT. Experten weisen jedoch immer wieder darauf hin, dass ein wildes „Drauflos-Sammeln“ zum Beispiel von Maschinen- oder Sensordaten wenig sinnvoll ist. Es braucht zunächst einer Strategie, die unter anderem konsequent dafür sorgt, dass alle Daten in einer Timeline aggregiert werden, also zeitlich eingeordnet werden können. Schließlich müssen alle Daten vergleichbar gemacht werden können. - Bild: Pixabay

  • Nicht die gleiche Sprache sprechen: Eine echte Hürde bei der Auseinandersetzung mit Industrie 4.0 ist das „babylonische“ Sprachgewirr. Es gibt noch keine wirklich verbindliche Definition. In der Regel verstehen unterschiedliche Protagonisten sehr verschiedene Dinge unter diesem Begriff. Der eine denkt an intelligente Devices, der andere an Predictive Maintenance, der dritte an M2M-Kommunikation. „Gerade weil sich so viele Unternehmen beim Einstieg schwer tun, ist es sinnvoll, erste Qualifikationsmaßnahmen als Workshop zu gestalten, bei dem eine gemeinsame Sprachgrundlage gefunden wird“, rät Rosalind Hungerland, Geschäftsleiterin von Xpertiso, einem Trainingsangebot des verlags moderne industrie und der ROI Management Consulting AG. - Bild: Pixabay

    Nicht die gleiche Sprache sprechen: Eine echte Hürde bei der Auseinandersetzung mit Industrie 4.0 ist das „babylonische“ Sprachgewirr. Es gibt noch keine wirklich verbindliche Definition. In der Regel verstehen unterschiedliche Protagonisten sehr verschiedene Dinge unter diesem Begriff. Der eine denkt an intelligente Devices, der andere an Predictive Maintenance, der dritte an M2M-Kommunikation. „Gerade weil sich so viele Unternehmen beim Einstieg schwer tun, ist es sinnvoll, erste Qualifikationsmaßnahmen als Workshop zu gestalten, bei dem eine gemeinsame Sprachgrundlage gefunden wird“, rät Rosalind Hungerland, Geschäftsleiterin von Xpertiso, einem Trainingsangebot des verlags moderne industrie und der ROI Management Consulting AG. - Bild: Pixabay

  • Industrie 4.0 kann man nicht kaufen: "Viele Menschen denken, dass sie Industrie 4.0 kaufen können. Das ist nicht möglich“, stellt Prof. Birgit Vogel-Heuser vom Lehrstuhl für Automatisierung und Informationssysteme an der Technischen Universität München (TUM) fest. Die vierte industrielle Revolution liefert neue Technologien und Ansätze: Wie genau das jeweilige Unternehmen davon profitieren kann, muss es selbst herausfinden. Von außen verschriebene Lösungen oder Anwendungen mit dem Label „Industrie 4.0“ sind deshalb kein gangbarer Weg. - Bild: Pixabay

    Industrie 4.0 kann man nicht kaufen: "Viele Menschen denken, dass sie Industrie 4.0 kaufen können. Das ist nicht möglich“, stellt Prof. Birgit Vogel-Heuser vom Lehrstuhl für Automatisierung und Informationssysteme an der Technischen Universität München (TUM) fest. Die vierte industrielle Revolution liefert neue Technologien und Ansätze: Wie genau das jeweilige Unternehmen davon profitieren kann, muss es selbst herausfinden. Von außen verschriebene Lösungen oder Anwendungen mit dem Label „Industrie 4.0“ sind deshalb kein gangbarer Weg. - Bild: Pixabay

  • Abwarten, bis große Kunden Vorgaben machen: Nicht zuletzt in der Automobilzulieferindustrie sind gerade die kleinen und mittleren Zulieferer gewohnt, von großen Kunden diktiert zu bekommen, welche Lösungen sie einzusetzen haben. Das entbindet sie jedoch nicht davon, schon erste Erfahrungen zu sammeln und interne Prozesse zu optimieren und digitalisieren: einfach die Lernkurve zu vollziehen. - Bild: ra2 studio, Fotolia

    Abwarten, bis große Kunden Vorgaben machen: Nicht zuletzt in der Automobilzulieferindustrie sind gerade die kleinen und mittleren Zulieferer gewohnt, von großen Kunden diktiert zu bekommen, welche Lösungen sie einzusetzen haben. Das entbindet sie jedoch nicht davon, schon erste Erfahrungen zu sammeln und interne Prozesse zu optimieren und digitalisieren: einfach die Lernkurve zu vollziehen. - Bild: ra2 studio, Fotolia

„Viele Unternehmen haben noch gar nicht angefangen, andere brüsten sich, sie seien ganz stark in Industrie 4.0, obwohl nichts dahinter steckt. Es sind deutlich unter 10 Prozent der Firmen, die wirklich an dem Thema arbeiten und Geld in die Hand nehmen“, konstatierte Prof. Thomas Bauernhansl, Leiter des Instituts für Industrielle Fertigung und Automatisierung, Fraunhofer IPA, auf dem Fachkongress Industrie 4.0 im November.

Auch viele Umfragen zeigen, dass Unternehmen sich mit Industrie 4.0 schwer tun. Viele wissen nicht, wie sie ins Thema einsteigen oder eine Strategie finden können. Doch die Umsetzung lohnt sich. Bauernhansl geht von bis zu 50 Prozent Produktivitätsgewinn aus. Wir zeigen, welche Fehler sich umschiffen lassen.

Das ist der Industrie 4.0-Award

Die Fachzeitung Produktion lobt gemeinsam mit ROI Management Consulting den Industrie 4.0-Award aus. Dieser zeichnet Unternehmen aus, die Elemente der Smart Factory, Smart Products oder Smart Services in ihren Wertschöpfungsprozess integrieren.

Darf mein Unternehmen da mitmachen? Wenn es eine Industrie 4.0-Lösung realisiert hat, ja. Ob in einem Proof of Concept oder schon flächendeckend spielt keine Rolle. Ermittelt wird der Sieger anhand eines Fragebogens und Vor-Ort-Audits durch ROI Management Consulting sowie eine Fachjury. Verliehen wird der Award auf dem 5. Fachkongress ‚Industrie 4.0 – Praxis, Praxis, Praxis‘ am 21. und 22. November 2017 in Karlsruhe. Die Teilnahme am Wettbewerb ist kostenfrei.

Der Fragebogen kann hier heruntergeladen werden.