Werner Bick ROI

Der Industrie-4.0-Award von Fachzeitung Produktion und ROI Management Consulting soll ein Indikator für die Qualität und Quantität von Industrie-4.0-Implementierungen in der deutschen Industrie sein. - Bild: ROI Management

Der Industrie-4.0-Award der Fachzeitung Produktion und ROI Management Consulting geht in die vierte Runde. Warum ist er ursprünglich ins Leben gerufen worden?

Um der zunehmenden Bedeutung der digitalen Vernetzung Rechnung zu tragen, war die Idee, gute Industrie-4.0-Lösungen mit einem Preis angemessen zu würdigen. Daneben soll der Award aber auch als Indikator für die Qualität und Quantität der in der deutschen Industrie umgesetzten Industrie-4.0-Implementierungen dienen und so Unternehmen motivieren, selber auch entsprechende Lösungen voranzutreiben. 

Welche Unternehmen sind aufgerufen, teilzunehmen?

Wir suchen Unternehmen mit innovativen und in der Praxis umgesetzten Industrie-4.0-Lösungen. Dies kann von einer vernetzten Gesamtlösung bis hin zu einfachen smarten Einzellösungen reichen. 

Zeit ist Geld – vor allem in der Produktion. Wie viel Zeit müssen Unternehmen für die Qualifikation für den Award aufbringen und warum lohnt sich die Teilnahme?

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass für eine detaillierte Ausarbeitung der Bewerbung circa drei bis fünf Tage veranschlagt werden sollten. In dieser Zeit erfolgen die interne Recherche und Aufbereitung der Informationen sowie das Ausfüllen des Fragebogens. Die Bewerbung für den Award hatte für viele Unternehmen den Mehrwert, dass gleichzeitig der aktuelle Stand zum Thema Industrie 4.0 erhoben und dokumentiert wurde. 

Was bringen jene Unternehmen typischerweise mit, die in Sachen Industrie 4.0 die Nase vorn haben? 

Die Sieger der vergangenen Jahre haben sich schon vergleichsweise lange und intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Daraus sind schlüssige und durchgängige Lösungen entstanden, die die Jury überzeugt haben. Wichtig ist auch, dass sie sich von Rückschlägen nicht haben beirren lassen. 

Und woran mangelt es am häufigsten noch bei jenen, die mit der Vernetzung zögern? 

In erster Linie an dem Glauben, dass das Thema Digitalisierung für das eigene Unternehmen von zentraler Bedeutung ist und durch entsprechende Lösungen sowohl die Durchschlagskraft am Markt wie auch die Effizienz in der Wertschöpfungskette gesteigert werden kann. 

Wird sich die Wertschöpfungskette überhaupt sprunghaft verändern können, wie es zahlreiche Expertisen voraussagen, oder ist die digitale Revolution ein eher langsamer Prozess? 

Das hängt sehr stark vom Betrachtungsgegenstand ab. In den Fabriken sehen wir tendenziell eher einen evolutionären Prozess, bei dem klassische Methoden wie Lean durch Industrie-4.0-Lösungsbausteine erweitert werden. Betrachtet man das aus Sicht der Märkte gibt es jedoch viel disruptives Potenzial, was in einigen Fällen schon zu revolutionären Veränderungen geführt hat und auch weiterhin führen wird. 

Die digitale Vernetzung bringt einen Überfluss an Informationen mit sich – wie können Unternehmen dieser Vielfalt am besten Herr werden? 

Indem sie eine klare Strategie entwickeln, wie sie mit den Informationen umgehen und welchen Mehrwert sie damit erzeugen wollen. Diese Strategie kann aber in der Regel nicht „aus dem Stand" entwickelt werden. Vielmehr müssen sich die Unternehmen dem Thema meiner Auffassung nach schrittweise nähern und getreu dem Motto „we learn as we go" zum Beispiel mit Pilotprojekten in ausgewählten Bereichen beginnen. 

Welche Strategien sollte ein Unternehmen ergreifen, um seine Kultur auf die Veränderungen der digitalen Fabrik abzustimmen? 

Das zentrale Element, und das zeigen auch die bisherigen Award-Gewinner, ist der unbedingte Wille des obersten Managements, die digitale Vernetzung mit all ihren Facetten im eigenen Unternehmen zu verankern. Daraus entstehen dann, und auch das zeigen die bisherigen Gewinner sehr überzeugend, eine Vielzahl an Industrie-4.0-Initiativen und -Lösungen.

Prof. Dr. Werner Bick lehrt an der Hochschule Regensburg und ist seit 1999 Generalbevollmächtigter der ROI Management Consulting AG. Zuvor arbeitete Prof. Dr. Werner Bick als Logistikleiter und Produktionssegmentleiter für die Knorr-Bremse AG.

4. Fachkongress Industrie 4.0: Praxis, Praxis, Praxis

am 30. November und 1. Dezember 2016 im Ulm

Höhepunkte des Kongresses werden die Verleihung des 4. Industrie 4.0-Awards sowie der Besuch des Werkes Homburg/Saar der Robert Bosch GmbH sein.

Hier finden Sie alle Beiträge zum Thema "Fachkongress Industrie 4.0"

Infos und Anmeldung zum Kongress

Telefon 08191-125-872,

E-Mail: ricarda.herrmann@sv-veranstaltungen.de