Dr. Tragl Kongress Industrie 4.0

Durch die ‚connected industry’ werden laut Dr. Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG nicht zuletzt auch tradierte Modelle infrage gestellt, etwa jene die auf der Kopplung von Hard- und Software mit Services basieren. - Bild: Weinzierl

Durch die rapide Entwicklung der Technologie ist die Welt im Wandel. Für Unternehmen gilt es, die Chancen, die sich aufgrund der jetzt realisierbaren Vernetzung von Prozessen, Maschinen und Menschen ergeben, zu erkennen sowie auch zu nutzen. Das zeigte sich auf dem Fachkongress Industrie 4.0.

Im Rahmen von Industrie 4.0 wird aufgrund der Technologie ein zunehmend hoher Vernetzungsgrad möglich, der für die Unternehmen zu gravierenden Veränderungen führt. Oder – auf den Punkt gebracht: adaptive Netzwerke lösen mittelfristig alte Strukturen ab.

Denn durch die so entstehende ‚connected industry’ werden laut Dr. Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG nicht zuletzt auch tradierte Modelle infrage gestellt, etwa jene die auf der Kopplung von Hard- und Software mit Services basieren. Doch bergen diese disruptiven Entwicklungen auch ein großes Potential zur Verbesserung der Prozesse im Unternehmen. Im Anwendungsfall bedeutet dies dann beispielsweise, dass sich ungeplante Stillstände in der Produktion reduzieren lassen und dadurch die Gesamtanlagenkapazität gesteigert werden kann.

Denn, so erläuterte Tragl am konkreten Beispiel, aufgrund der Möglichkeiten von ‚predictive Maintanance’ können Verschleißteile wie etwa Ventile oder Kabel frühzeitig ausgetauscht werden und nicht erst dann, wenn sie nicht mehr funktionsfähig sind. Insgesamt wird es zukünftig zunehmend möglich sein, aufgrund der direkten Auswertung von Daten in Echtzeit zu reagieren, um so beispielsweise eine direkte Qualitätsverbesserung in der laufenden Produktion generieren zu können.

Damit Unternehmen dieses Potential ausschöpfen können, rät Dr. Tragl dazu, nicht abzuwarten, sondern heute die Veränderungen in kleinen Schritten „zum Beispiel an einer Linie“ zu beginnen. Dabei gilt seiner Meinung nicht außer Acht zu lassen, dass sich auch für die Mitarbeiter hier sehr viel ändern wird – von daher ist es essentiell, diese von Anfang an „mitzunehmen“.