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Die vierte industrielle Revolution ist in vollem Gange. Laut Capgemini wird sich der Abstand zwischen den Vorreitern der smarten Fabrik und ihren Nachfolgern umso mehr vergrößern, je weiter die Technik vorangetrieben wird. Fazit der Berater: Wer jetzt nicht auf den fahrenden Zug aufspringt, verpasst ihn. Bild: Chombosan / Fotolia.com

Dass die Industrie ihre Fabriken in Zeiten des Internet of Things ‚smart‘ macht, ist klar. Aber mit welchem Ergebnis? Das Digital Transformation Institute des Beratungsunternehmens Capgemini hat nachgefragt, welche Erwartungen deutsche produzierende Unternehmen an die intelligente Fertigung knüpfen.

Das Ergebnis: Smart Factories könnten zu einer Effizienzsteigerung von 26 Prozent in den kommenden fünf Jahren beitragen – laut Berechnung der Analysten entspricht das einem Wertbeitrag von 500 Milliarden US-Dollar zur globalen jährlichen Wertschöpfung.

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Laut der Studie des Capgemini Digital Tranformation Institute erwartet die Industrie von der Entstehung smarter Fabriken signifikante Effekte. Quelle: Capgemini Digital Transformation Institute, Smart Factory Survey, February-March 2017

Bis Ende 2022 erwarten die befragten Hersteller aus der Industrie, dass 21 Prozent ihrer Werke smart sein werden. Das bedeutet: sie sind vernetzt und nutzen cyber-physische Systeme. Die Mehrheit der Industrieunternehmen hat laut der Studie bereits begonnen, ihre Werke zu digitalisieren. Nur 16 Prozent haben noch keine Strategie für eine Smart Factory erarbeitet.

Das wahre Potential bieten neue Geschäftsmodelle

„In Deutschland liegt der Fokus der Entwicklung bisher auf der Senkung von Durchlaufzeiten oder der Reduzierung von Kosten“, sagt Christian Kraus von ROI Management Consulting. Das wahre Potenzial für den Wertbeitrag der digitalen Transformation für die Wirtschaft verberge sich jedoch in der Erschließung neuer Geschäftsmodelle für das Internet of Things. Viele Unternehmen müssten in ihrer Produktion indes derzeit noch Grundlagenarbeit leisten. „Für den digitalen Wandel gibt es noch kein Kochrezept – Rückschläge müssen hingenommen werden“, sagt Kraus.

Vor allem große Firmen wirken als Treiber

Alexander Frank, Hauptabteilungsleiter Entwicklung Verfahren bei EMB Pabst, sieht die Entwicklung der Smart Factory vorwiegend von den großen Firmen getrieben. Für den breiten Mittelstand seien die für die Produktion angebotenen Lösungen noch nicht konkret genug. Geringere Kosten und kürzere Entwicklungszeiten bildeten wesentliche Vorteile der smarten Fabrik. „Basis hierfür ist die Datenvernetzung. Diese muss jedoch intelligent gestaltet werden. Da es bisher keinen Standard gibt, halte ich es für elementar wichtig, die Systeme offen zu gestalten, um frei zu sein für künftige Anwendungen und Formate“, so Frank.

Smart Factory errichten ist große Aufgabe

„Die Unternehmen legen an die Entstehung smarter Fabriken eine positive Erwartungshaltung bezüglich rentabilitäts- und wachstumsbezogener Zielgrößen an“, sagt Michael Rampf, geschäftsführender Gesellschafter der Rampf Holding. Wichtig sei, zu erkennen, dass eine solch gewaltige Transformation der Wertschöpfung nur dann erfolgreich sein kann, wenn sie „ganzheitlich über komplexe und vielfach verflochtene Wertschöpfungsketten hinweg erfolgt.“

Neben ökonomischen Zielen seien jedoch auch gesellschaftliche und ökologische Verpflichtungen wichtig, so Rampf: „Gerade in Bezug auf gegenwärtige Entwicklungen in Automatisierung und künstlicher Intelligenz dürfen Unternehmen nicht außer Acht lassen, dass technischer Fortschritt letzten Endes der Gesellschaft zugutekommen muss. Daher ist es für Unternehmen am wichtigsten, bereits heute Konzepte und Lösungen für absehbare gesellschaftliche Herausforderungen zu erarbeiten.“

Erfolg dank modernisierter Prozesse

Für Faurecia haben sich für den 300-Werks-Verbund des Unternehmens deutliche Vorteile durch die intelligente Fabrik ergeben: „Wir sehen unter anderem Erfolg in der Modernisierung alter Prozesse zu höherer Effizienz, etwa bei der Umstellung unserer Produktionsstätten auf papierlose Fertigung oder den Einsatz von Technik in unserem Predictive-Maintenance-Programm – all das spart unseren Mitarbeitern Zeit“, berichtet Chief Digital Officer Grégoire Ferré.

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Nur 14 % der befragten Unternehmen sind zufrieden mit dem Erfolg ihrer Smart Factory, 39 % sind nicht zufrieden und bewerten sich entsprechend schlecht. Quelle: Capgemini DTI, Smart Factory Survey, February-March 2017
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Eine Smart-Factory-Strategie umzusetzen, ist nicht einfach. Als größte Hindernisse bennen die Unternehmen unter anderem die mangelnde Koordination zwischen den Unternehmensbereichen wie auch mangelnde Investitionen. Quelle: Capgemini DTI, Smart Factory Survey, February-March 2017

Industrie 4.0 - treffen Sie die Macher!

Der 5. Fachkongress Industrie 4.0 - Praxis, Praxis, Praxis am 21. und 22. November 2017 in Karlsruhe diskutiert erneut die Zukunft der digitalen Fabrik. Es geht unter anderem um neue Geschäftsmodelle, Arbeit 4.0, veränderte Produktionsprozesse, Datenmanagement und Datensicherheit.

Einblicke in die Praxis geben:

  • Franz Böhnlein, Leiter Fertigungsplanung Neckarsulm, China/CKD, Audi
  • Rolf Najork, Vorsitzender des Vorstands, Bosch Rexroth
  • Frank Rieger, Chaos Computer Club
  • sowie die Sieger des Industrie 4.0-Awards 2017

ABB Stotz Kontakt und SEW Eurodrive zeigen die Umsetzung von Industrie 4.0 direkt in einer Werksbesichtigung.

Verpassen Sie nicht den Industrie 4.0-Event für die Industrie - melden Sie sich gleich an!

Übrigens: Die Bewerbung für den Industrie 4.0-Award ist bis zum 22. September möglich. Gesucht werden erstmals auch Geschäftsmodell-Innovationen auf Basis smarter Produkte und smarter digitaler Services.