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In der Industrie können Softwareroboter verschiedene Aufgaben übernehmen. Bild: Fotohansl / Fotolia

Beim Thema Roboter denkt man spontan an Industrie- oder humanoide Roboter. Doch es etabliert sich ein neuer Typ: der Softwareroboter. Als Chatbot im Service und als Twitterbot im Wahlkampf ist dieser laut Joachim Krohn, Principal bei der ROI Management Consulting AG, bereits in der öffentlichen Wahrnehmung präsent. Flexible Softwareroboter werden darüber hinaus eingesetzt, um Brüche zwischen verschiedenen Softwareanwendungen zu schließen.

Nachdem sich Industrieunternehmen in den vergangenen Dekaden schwerpunktmäßig auf die Verbesserung ihrer Produktionen konzentriert haben, arbeiten sie nun verstärkt daran, die großen Potenziale im indirekten Bereich zu erschließen. Ein typisches Vorgehen ist dabei die systematische Analyse der Prozessketten, etwa mit der Swimlane-Analyse.

Den Medienbruch aus der Welt schaffen

Kernerkenntnis einer solchen Analyse ist regelmäßig, dass zahlreiche Medienbrüche einen durchgängigen Informationsfluss verhindern. Das bedeutet, dass Daten von einem Medium manuell in ein anderes übertragen werden: zum Beispiel Excel-Daten in SAP-Anwendungen, SAP-Daten in Web-basierte Kundenportale oder umfangreiche Reports aus einem ganzen Strauß von Datenquellen.

Und obwohl fast alle Unternehmen über ein ERP-System verfügen, werden viele Informationen in selbstgestrickten Access-Datenbanken verwaltet. Die dadurch notwendige manuelle Datenübertragung erfordert erheblichen Personalaufwand und ist gleichzeitig ein Risikofaktor, da es immer zu Fehlern kommt. In Urlaubszeiten bleiben die Eingaben oft liegen, da sie an einzelnen Personen hängen.

Das Ziel ist hier natürlich, den Medienbruch mit einer grundsätzlichen Lösung aus der Welt zu schaffen. Doch das bedeutet meistens, dass ein umfangreiches IT-Projekt geplant werden muss. Dies dauert jedoch oft sehr lang, ist teuer und führt zu einer starren Lösung.

Im schlimmsten Fall hat sich der Geschäftsprozess bis zum Abschluss der IT-Implementierung bereits wieder geändert. Müssen zum Beispiel Kunden-Webportale bedient werden, ist die Varianz zwischen den einzelnen Kunden hoch. Aus diesem Grund landen entsprechende Lösungsvorhaben leider oft auf der Liste der mittel- bis langfristigen Projekte, so dass am Ende alles so bleibt wie es war. Die Lösung für dieses Dilemma können Softwareroboter sein.

Von Routineaufgaben entlasten

Wenn manuelle Tätigkeiten nach beschreibbaren Regeln ablaufen, ist es möglich, einen Roboter einzusetzen. Dasselbe gilt für Softwareanwendungen. Immer dann, wenn nur eine mechanistische Übertragung von Daten, nicht eine Interpretation oder einzelfallbezogene Ergänzung notwendig ist, kann ein Softwareroboter die Aufgabe übernehmen. Er macht es möglich, durch ein einfach zu erstellendes oder aufzuzeichnendes Programm Daten in der einen Anwendung zu erfassen und in eine andere einzugeben – vergleichbar mit einem Makro, das man aus MS-Excel oder alten DOS-Zeiten kennt. Der Unterschied ist, dass die Datenquellen und -senken völlig verschiedene Programme sein können.

Diese Technik, die Robotic Process Automation (RPA) genannt wird, befreit Menschen von stumpfsinnig repetitiven Aufgaben, so dass sie sich auf komplexere Einzelfallentscheidungen konzentrieren können. Die Vorteile von RPA im Vergleich zu konventionellen IT-Verknüpfungen sind unter anderem die schnelle Implementierung (typisch: eine bis sechs Wochen) und flexible, skalierbare Lösungen, die schnell anpassbar sind, wenn sich Geschäftsprozesse oder Anforderungen ändern.

Zudem sind sie kostengünstig, da plattformunabhängig und so einfach implementierbar. Eingriffe in bestehende IT-Strukturen sind nicht erforderlich.

Modernes und Altes gelungen integrieren

Gerade für Industrieunternehmen sind Softwareroboter damit ein ideales Instrument, um die zunehmende Komplexität und Dynamik der Informationsströme in ihren Wertschöpfungsprozessen in den Griff zu bekommen. Denn sie beseitigen nicht nur schnell und effizient Medienbrüche, die bereits lange als Altlast im System bestehen, sondern integrieren zudem als Schnittstelle moderne IT-Anwendungen mit Altsystemen schnell und benutzerfreundlich.

Doch in Zukunft leisten die RPA-Helfer vielleicht sogar noch weit mehr: In Kombination mit Softwaretechnologien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) könnten sich ihre Fähigkeiten sogar erheblich verbessern, sodass auch komplexe Entscheidungsfindungen möglich sind.

Industrie 4.0 - so holen Sie den Award!

Noch bis zum 22. September können sich Unternehmen für den Industrie 4.0-Award bewerben, den die Fachzeitung Produktion gemeinsam mit ROI Management Consulting vergibt. Erstmals werden in diesem Jahr auch Geschäftsmodell-Innovationen auf Basis smarter Produkte und smarter digitaler Services gesucht.

Als Teilnehmer profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

  • Zusammenfassung der Ergebnisse für alle Teilnehmer mit anonymisierter Beschreibung aller Bewerberbeiträge
  • Auswertung zur Positionierung der eigenen Industrie 4.0-Lösung im Vergleich zum Wettbewerb
  • Vortrag des Hauptsiegers und der Kategoriesieger auf dem Kongress
  • Besichtigung des Hauptsiegerwerks beim Kongress 2017

Die Siegerehrung findet im Rahmen des 5. Fachkongresses ‚Industrie 4.0 – Praxis, Praxis, Praxis‘ am 21. und 22. November 2017 in Karlsruhe statt. Die Teilnahme am Wettbewerb ist kostenfrei.

Gleich mitmachen? Hier können Sie den Fragebogen als PDF herunterladen.