Vernetzung, Digitalisierung

An Vernetzung und Digitalsierung führt in Zukunft kein Weg vorbei - das gilt auch für den Mittelstand. - Bild: Pixabay

Digitalisierung und Co. – der Wandel wird kommen. Das steht für Industrieunternehmen außer Frage. Und er kommt schneller, als gedacht. Die Betriebe stehen unter Druck.

Gut die Hälfte erwartet, dass sich ihre Organisation binnen zwei Jahren gravierend verändern wird. Geradezu unvermeidlich scheint den Unternehmen der Wandel auf mittlere Frist zu sein. Fast neun von zehn Unternehmen erwarten, dass sie sich in den kommenden fünf bis zehn Jahren verändern werden.

Das ist eines der zentralen Ergebnisse des Change Readiness Index (CRI), einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Staufen AG. Innerhalb der befragten Branchen rechnen vor allem Maschinen- und Anlagenbauer kurz- und mittelfristig mit umfassenden Veränderungen. Auf kurze Sicht sind es eher die kleinen Unternehmen, die mit starken Veränderungen rechnen.

Lean Management und Industrie 4.0

So verwundert es auch nicht, dass viele Unternehmen schon Maßnahmen getroffen haben, um sich auf den Wandel vorzubereiten. Lean Management und Industrie 4.0 sind die Stichwörter. „In Summe muss man attestieren, dass in der Großindustrie das Thema Industrie 4.0 so langsam angekommen ist. Wobei auch dort viele Unternehmen sich noch in der Selbstfindungsphase befinden. Das heißt, viele Konzerne klappern noch die Möglichkeiten ab, die ihnen die Digitalisierung bietet“, sagt Prof. Dr. Werner Bick, Generalbevollmächtigter der Unternehmensberatung ROI.

Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen sieht das laut Bick jedoch anders aus. Dort seien die Firmen noch etwas zurückhaltend. „Es ist immer der Kampf um die Ressourcen. Denn wenn man solche Themen bearbeiten will, braucht man immer die guten Leute. Doch diese sind typischerweise immer auf sehr wichtigen Projekten unterwegs, die nachweislich Erfolg bringen. Da jedoch immer eine gewisse Skepsis da ist, ob das Thema Industrie 4.0 überhaupt etwas bringt, stehen oft nicht die besten Leute für Industrie 4.0-Projekte zur Verfügung“, erklärt Bick die Gründe.

Das heißt, wenn das Aufwand-Nutzen-Verhältnis unklar ist, investieren gerade Mittelständler eher in Themen, bei denen sie schon einen klaren Business Case sehen. Gleichwohl sollten auch kleinere Mittelständler beim Thema Industrie 4.0 nicht einfach tatenlos am Rand stehenbleiben. Denn laut Bick ist „Industrie 4.0 ein weiterer Stellhelbel, den man gewinnbringend nutzen kann, um das eigene Unternehmen noch leistungsfähiger zu machen“.

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Doch so einfach loslegen mit Industrie 4.0 geht nicht. Voraussetzung ist, dass die Betriebe zweckmäßig standardisierte Abläufe haben. „Wenn man einen Saustall hat und diesen digitalisiert, hat man eben einen digitalisierten Saustall. Dann hat man nichts gewonnen“, erklärt Bick.

Die Unternehmen brauchen allerdings kein in allen Bereichen hundertprozentig umgesetztes Lean-Programm. „Das ist wirklich nicht erforderlich. Gleichwohl müssen die Betriebe eine geordnete Unternehmensstruktur haben, die Abläufe innerhalb des Unternehmens müssen in einem sinnvollen Rahmen beschrieben sein. Aber das erwartet man heutzutage eigentlich von jedem Unternehmen“, so der Experte von ROI. Und er ergänzt: „Denn sonst wären die Firmen einfach nicht mehr konkurrenzfähig. Je mehr die Firmen das Thema Lean verinnerlicht haben, umso einfacher werden sie es haben, um Industrie 4.0 ein­zuführen.“

Partnerschaftliche Zusammenarbeit statt Einzelkampf

Darüber hinaus ist Industrie 4.0 kein Einzelkampf. Vielmehr sind Partnerschaften im Zusammenhang mit Industrie 4.0 in jeglicher Hinsicht von immenser Bedeutung. Bei der Vielfalt der Spielarten seien selbst Großkonzerne nicht mehr in der Lage, alles selber zu machen, so Bick. Deshalb schlussfolgert der Unternehmensberater: „Also sind Unternehmen gut beraten, zu den einzelnen Themenfeldern die entsprechenden Profis dazu zu holen.“

Denn ohne das entsprechende Know-how können Unternehmen hier sehr viel falsch machen. „Darüber hinaus ist es einfach wichtig, die eigenen Erfahrungen mit anderen auszutauschen. Dafür bieten sich zum Beispiel Kongresse an. Auf diese Weise lassen sich Themen sehr gut gemeinschaftlich erschließen“, so Bick.

Fazit: Vor dem Wandel können sich weder große Konzerne noch kleine Betriebe verschließen. Die Gefahr von Disruption ist allgegenwärtig. Ein vielzitierter Beleg dafür ist das Beispiel Nokia. Vom einstmals weltgrößten Mobiltelefon-Hersteller ist nicht viel übrig geblieben. Den Smartphone-Trend hatte das finnische Unternehmen verschlafen, während die Konkurrenz ein Milliarden-Geschäft aufzog. Gerade auch für den deutschen Mittelstand gilt, jetzt nicht den Anschluss zu verpassen. Der Einstieg in Industrie 4.0 ist dabei einfacher, als oftmals gedacht.

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