Prof. Dr. Frank T. Piller auf dem Innovationsforum in Stuttgart. Foto: Leikep

Prof. Dr. Frank T. Piller auf dem Innovationsforum in Stuttgart. Foto: Leikep

Die Krise als Treiber für Innovationen sieht Prof. Dr. habil. Dr. h.c. Hans Georg Gemünden. Früher sei Arbeitskraft durch Maschinen ersetzt worden, heute werde nicht körperliche, sondern geistige Arbeit revolutioniert. Oftmals seien im Vorfeld Chancen für Innovationen nicht erkannt worden und dadurch Unternehmen vom Markt verschwunden. „Letztendlich muss es auch gelingen, Innovationen zu vermarkten“, betont Dr. Gemünden. Sein Fazit: „Geschäftsmodell schlägt Technologie“.

Einen Schritt weiter geht Prof. Dr. Frank T. Piller von der RWTH Aachen mit seiner Aussage: „Plattformen schlagen Produkte“. Ein Vertriebskanal könne zum Problem für Unternehmen werden. Er sieht als Quelle der Innovation den „frustrierten Nutzer“. Man müsse sich immer die Frage stellen: Was will der Kunde? „Wenn wir Innovationen digitalisieren, werden diese durch die Nutzer während der Anwendung weiterentwickelt“, so Dr. Piller. Den derzeit größten Wandel in der Innovationslandschaft sieht er in den Plattforminnovationen, die sich auf den Markenwert niederschlagen würden. Service werde immer mehr zum Bestandteil einer Plattform, wobei es für den Kunden wichtig sei, dass diese leicht zu bedienen ist.

Defizite in der Innovationsfähigkeit deutscher Unternehmen sieht Martin Haas, Vorstandsvorsitzender Staufen AG. Oft werde im Mittelstand an Erfolge der Vergangenheit angeknüpft. „Darunter leiden heute Unternehmen. Sie schaffen es nicht, die Innovationskraft sicherzustellen und auszubauen“, warnt er. Die gute Nachricht sei, dass Deutschland als innovativstes Land gesehen wird. Aber er warnt davor, dass wir Gefahr laufen, von China und USA bei den Innovationen überholt werden: „Bahnbrechende Geschäftsmodelle kommen immer seltener aus Deutschland“.