Dr. Andreas Schüßler arbeitete am Forschungszentrum des Karlsruher Instituts für Technologie

Dr. Andreas Schüßler arbeitete am Forschungszentrum des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und wagte als Wissenschaftler den Sprung in die freie Wirtschaft. Bild: Sabine Leikep

von Christiane Siemann und Claus Wilk

Künzelsau/Schwäbisch Hall. Mit dem Preis zeichnet der Spezialist für Montage- und Befestigungsmaterial zusammen mit der Fachzeitung Produktion ein rasch und nachhaltig wachsendes und international erfolgreiches deutsches Mittelstandsunternehmen aus, das in den letzten Jahren den Sprung an die Weltspitze geschafft hat. Die Wahl der Jury fiel auf die Admedes Schuessler GmbH, die in der Hauptsache Gefäßimplantate herstellt. Am Standort Pforzheim entwickelt und produziert das Unternehmen vor allem Gefäßstützen, in Fachkreisen Stents genannt, aus Nitinol, eine Nickel-Titan-Legierung. Norbert Heckmann, Sprecher der Geschäftsleitung der Adolf Würth GmbH & Co. KG, überreichte den Preis an Dr. Andreas Schüßler. Er stellte in seiner Laudatio den Pioniergeist von Dr. Schüßler heraus, mit dem dieser sein
Unternehmen zum Weltmarktführer aufgebaut hat. „Die Anerkennung meiner unternehmerischen Leistung aus dem Traditionsunternehmen Würth ist eine besondere Ehre für mich und alle Mitarbeiter. Sie zeigt, dass der
eingeschlagene Weg von Fokussierung und Innovation der richtige war und ist Ansporn, das Unternehmen in diesem Sinne weiterzuentwickeln“, freut sich Dr. Schüßler. „Wir möchten mit dem Nachwuchspreis Unternehmen unterstützen, die den Mut haben, Neues zu wagen. Diese Auszeichnung soll zeigen, dass es sich lohnt, seine Grenzen zu überwinden und auch zukünftige Weltmarktführer anspornen“, sagt Robert Friedmann, Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe, über den Preis.
Die Jury betonte die herausragende Unternehmerpersönlichkeit von Dr. Andreas Schüßler. Schüßler arbeitete am Forschungszentrum des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und wagte als Wissenschaftler den Sprung in die freie Wirtschaft. Auch beeindruckte die Jury das bisherige Umsatz- und Ergebnis-Wachstum. 2010 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 43,9 Millionen Euro. 2011 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 55 Millionen Euro. Damit verzehnfachte sich der Umsatz im Vergleich zum Jahr 2000. Das Betriebsergebnis beläuft sich auf 11 Millionen Euro. Damit schaffte das Medizintechnikunternehmen in einem Zeitraum von nur zehn Jahren den Sprung an die Weltspitze.

Geschäftsführer Dr. Andreas Schüßler gründete das Medizintechnikunternehmen im Jahre 1996. Schon früh beschäftigte er sich mit der Formgedächtnislegierung Nitinol. Formgedächtnislegierungen können sich an
eine frühere Formgebung trotz nachfolgender Verformung quasi „erinnern“. Schüßler erkannte das enorme Potenzial dieses Werkstoffes für eine Anwendung im Bereich der Gefäßimplantate und brachte als Pionier die Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet in die praktische Anwendung. Heute ist die Admedes Schuessler GmbH als OEM-Hersteller (Original Equipment Manufacturer) Weltmarktführer im Bereich selbstexpandierender
Implantate für Blutgefäße wie Stents und Herzklappenrahmen. Als OEM-Hersteller produziert Admedes Schuessler seine Produkte, bringt diese aber nicht selbst in den Handel. Die Weltmarktführerschaft des Unternehmens aus Pforzheim ist deshalb so bemerkenswert, da US-amerikanische Firmen den Gefäßimplantatemarkt zu über 90 Prozent beherrschen. In Pforzheim beschäftigt das Unternehmen rund 500 Mitarbeiter. Im Jahr 2007 wurde das Tochterunternehmen Admedes Inc. als weiterer Produktions- und Technologiestandort in Kalifornien gegründet. Derzeit sind dort 30 Mitarbeiter beschäftigt. Mithilfe von Innovation und Technologie verstand es das Unternehmen, neue Trends zu entdecken und Herstelltechniken schneller als seine Mitbewerber zu entwickeln. Um diesen technologischen Vorsprung zu sichern, beschäftigt das Unternehmen im Bereich „Neue Technologien“ mehr als 20 Mitarbeiter.

Der Würth Nachwuchspreis wird anlässlich des „2. Deutschen Kongress der Weltmarktführer“ in Schwäbisch Hall übergeben. Der Preis ist von der Adolf Würth GmbH & Co. KG mit 10.000 Euro dotiert und wird gemeinsam mit der Fachzeitung Produktion verliehen. Er richtet sich an junge, dynamische Industrieunternehmen, die mit hoher Ingenieurskunst in ihren jeweiligen Marktsegmenten in die Fußstapfen der etablierten deutschen Weltmarkführer treten. Die Festlegung des Preisträgers erfolgt durch eine Jury, die sich wie folgt zusammensetzt: Prof. Dr. Bernd Venohr (Managementexperte und Vorsitzender der Jury), Eduard Altmann (Chefredakteur der Fachzeitung Produktion), Dr. Walter Döring (ehemaliger Wirtschaftsminister Baden-Württemberg), Robert Friedmann (Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe).