Prof. Dr. Michael Hüther erforscht globale Megatrends

Prof. Dr. Michael Hüther erforscht globale Megatrends

von Sabine Leikep

SCHWÄBISCH HALL. Jeder fünfte Arbeitsplatz in Deutschland hängt direkt oder indirekt vom Export ab. Diese Exportorientierung sei laut Dr. Michael Hüther kein Beschluss der Bundesregierung gewesen sondern habe sich entwickelt. „Die BRIC-Staaten haben eine hohe Dynamik und Stabilität und geben uns die Möglichkeit, daran zu partizipieren“ betont Hüther. Wir seien die Ausrüster der Entwicklung in den Schwellenländern. Dies berge Chancen und Risiken.

„Die Krise hat den Strukturwandel nicht auf den Kopf gestellt. Sie hat die Treiber des Strukturwandels beschleunigt“, so Hüther. Chancen sieht er in der Wohlstandsorientierung der neu entstehenden Märkte. Während Europa schrumpfe sei dort ein Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen. Unternehmen sollten den Fokus auf diese Zukunftsmärkte richten. Zu den negativen Auswirkungen des raschen globalen Wachtums zählt Hüther eine Verschiebung des Rohstoffthemas. Die extreme Verteuerung der Rohstoffe erfordere intensive Investitionen in das Thema Ressourceneffizienz.

Ein weiteres Risiko berge der demographische Wandel. In manchen Regionen Deutschlands sei ein Bevölkerungsschwund von bis zu 30 Prozent zu erwarten: „Wir verlieren Jahr für Jahr etwa 150.000 Erwerbstätige am Arbeitsmarkt.“ Hüther empfiehlt drei Strategien, um diesem Problem zu begegnen: Produktivitätssteigerung durch Qualifikation, deutliche Signale und einfachere Verfahren für Zuwanderer und die Erhöhung des Arbeitsvolumens im Hinblick auf Jahres- und Lebensarbeitszeit. Sein Fazit: „Wer Weltmarktführer bleiben will, muss veränderte Anforderungen an die Personalpolitik ernst nehmen.“