Video: Handle von Boston Dynamics ist schnell, überspringt Hindernisse, hebt Objekte und balanciert sich selbst aus.

Im Video zeigt der Roboter, wie sicher er auf seinen Rädern rollt und was er sonst noch kann. So springt er mehr als 1,20 Meter hoch, hebt Objekte und er überwindet Hindernisse wie Treppen. Dank seiner Akkus hat er eine Reichweite von rund 25 Kilometern.

Da er sich auf zwei Rädern fortbewegt hat er zwar weniger Freiheitsgrade als ein humanoider Roboter mit voll beweglichen Füßen, Handle sei aber dafür günstiger in der Herstellung. Die zugrunde liegende Technik sei größtenteils die gleiche, die auch in den anderen Robotern von Boston Dynamics angewandt werde, erklärt das Unternehmen. Weiter heißt es: Durch die Kombination von Rädern und Armen beziehungsweise je nach Untergrund Beinen, kombiniere Handle das beste beider Welten.

Der Roboter wird von elektrischen und hydraulischen Aktoren angetrieben. Von den Rädern bis zur Spitze ist Handle etwa zwei Meter groß. Er hat zwei Arme, die gleich zwei Funktionen zu verrichten haben: Zum einen kann er damit bis zu 45 Kilogramm schwere Lasten tragen. Zum anderen dienen sie dazu, die Balance zu halten. Im Torso ist die Steuerung untergebracht. Das verleiht ihm ein doch recht merkwürdiges Aussehen  - zumal der Torso schwenkbar ist, was ebenfalls der Balance dient.

Boston Dynamics hatte schon länger die Idee, eine rollenden Roboter zu bauen, erklärte Marc Raibert, Gründer und Chef des Unternehmens, dem US-Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum. Ausgehend vom humanoiden Roboter Atlas, von dem auch der Torso stammt, habe das Unternehmen im vergangenen Sommer damit angefangen und nach einem halben Jahr "etwas Funktionsfähiges" gehabt. 

Boston Dynamics gilt schon seit längerem als Spezialist für Laufroboter. Beispiele dafür sind die Lastenroboter Alpha Dog und Cheetah. Die Prinzipien für Balance, Bewegung und Manipulation sind beim Rollen-Roboter Handle jedoch die gleichen.

Die Rollen-Konstruktion hat einen entscheidenden Vorteil: sie ist deutlich einfacher. So komme Handle mit nur zehn angetriebenen Gelenken aus. Außerdem ist Fahren effizienter als Gehen. Ein Nachteil: Das Fahren funktioniert wirklich gut nur auf ebenem Untergrund. Ein sicher gehender Roboter hingegen kann sich auch in unwegsamem Gelände fortbewegen, wie der Roboter Atlas - ebenfalls von Boston Dynamics - unlängst bewiesen hat.