Tesla-Insasse schläft auf Beifahrersitz.

Die Fahrt des in Morpheus‘ Armen liegenden Tesla Fahrers (ist der Begriff „Fahrer“ hier überhaupt noch angebracht?) endete glücklicherweise nicht in einem Crash. Hätte nicht zufällig jemand dieses Manöver auf Film gebannt, würde dieser Fahrer aber womöglich auch in Zukunft sein Model S als Schlafwagen zweckentfremden.

Stattdessen muss er nun 18 Monate auf seinen Führerschein verzichten, eine Geldstrafe zahlen und soziale Arbeit leisten. So lautet die Strafe für dieses schlafwandlerische Vertrauen in die Tesla-Technik.

Der Begriff Autopilot, wie das Tesla-System heißt, verstand der Teslaschläfer wohl falsch; ist es doch nicht dazu geschaffen, selbständig und ohne Eingriff des Fahrers den Wagen zu pilotieren. Die Zeit in der ein Fahrer sein Auto und damit sein Leben eben einem solchen "Autopiloten" komplett anvertrauen kann, ist noch nicht gekommen.

Tesla selbst spricht lediglich davon, dass der Autopilot dem Fahrer bei „den meisten beschwerlichen Fahrmanövern“ assistiert. Kameras vorne, hinten und an den Flanken, zwölf Ultraschallsensoren, ein nach vorne gerichtetes Radar ­– ein Model S, wie das des Schlaffahrers, ist zwar mit allerlei Technik ausgerüstet, zum echten selbstfahrenden Auto werde der Wagen aber erst in der Zukunft, liest man auf Teslas Webseite.

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System muss schlafende Fahrer erkennen

So hat ein Model S schon allerlei Hardware an Bord, die assistiertes Fahren möglich macht. Was offenbar fehlt: Ein funktionierendes System, das erkennt, wenn der Fahrer der Technik zu sehr vertraut, nicht mehr auf den Verkehr achtet, sich auf dem Beifahrersitz schlafen legt.

Prinzipiell ist eine solche Technik in den Teslas verbaut. Der Fahrer muss die Hand immer wieder ans Steuer legen und damit dem System zeigen: „Ja, ich bin da und achte auf den Verkehr“. Eigentlich.

Nur offensichtlich lässt sich diese Technik leicht überlisten. Sonst würden nicht immer wieder neue Fälle auftauchen, in denen Tesla-Fahrer ein Nickerchen hinter dem Steuer machen, wie auch das folgende Video aus dem Jahr 2016 zeigt:

Noch keine Vehicle-to-Vehicle-Kommunikation

Ohnehin ist ein schlafwandlerisches Vertrauen nicht angebracht. Zu 100 Prozent sicher arbeitet das Tesla-System nicht. Kann es auch gar nicht. Zwar hat das Model S Kameras und Sensoren, ist aber nicht in der Lage mit anderen Autos zu kommunizieren.

Erst eine solche sogenannte Vehicle-to-Vehicle-Kommunikation, kann automatisiert fahrende Autos wirklich mit Weitblick fahren lassen. Das Front-Radar des Model S lässt den Wagen lediglich 250 Meter weit vorausschauen.

Und auch auf Radar, Kameras und Sensoren ist nicht immer Verlass. Das folgende Video zeigt, wie ein Model S im Autopilot-Modus plötzlich in den Gegenverkehr steuert. Der Tesla-Fahrer kann im letzten Moment noch einen Unfall verhindern.