Roboter, Logistik, Kommissionierung, Lager, Versand

Kommissionierroboter finden Waren im Lager und verpacken sie versandfertig. Quelle: Magazino

Der weltberühmte italienische Tenor Andrea Bocelli hatte ernsthafte Konkurrenz um seine prominente Stellung, als Roboter YuMi von ABB gemeinsam mit ihm auf der Bühne des voll besetzten Teatro Verdi von Pisa auftrat, um das Lucca Philharmonic Orchestra zu dirigieren.

„Heute Abend schreiben wir Geschichte – und wir beschreiben die Zukunft der Roboteranwendungen“, sagte Ulrich Spiesshofer, CEO ABB Group. „YuMi beweist, wie intuitiv und lernfähig eine Maschine sein kann, und wie schnell sich eine solche Technik einrichten lässt – innerhalb weniger Tage ist der Roboter in der Lage, ein Orchester zu dirigieren.“

Dies zeigt auch, welche unglaublichen Fortschritte gerade im Bereich der Bedienbarkeit gemacht wurden, sodass der Programmieraufwand bei der Einrichtung insgesamt deutlich zurückgegangen ist. Damit lassen sich Robotersysteme nun erheblich einfacher in vorhandene Teams, Warenlager und sogar in ein Orchester einzufügen.

Dies sind die Schlüsselelemente, deren es bedarf, um Serviceroboter in die Welt der Logistik einzuführen, die den größten Wachstumsbereich der Branche und damit mehr als die Hälfte des Gesamtmarktes ausmacht. Laut der International Federation of Robotics (IFR) hat die Zahl der verkauften Serviceroboter in der Logistik im Jahr 2016 um mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen.

Serviceroboter optimieren Logistikprozesse

In der Logistik zwingt das Zusammenspiel von steigenden Kundenerwartungen und Personalmangel die Unternehmen dazu, nach Alternativen wie zum Beispiel automatisierter Ware-zu-Person-Kommissioniertechnik zu suchen. Revolutionär ist die Kombination aus mobilen Robotern und Greifarmen. Sie eröffnet auch kleinen und mittleren Betrieben die Anwendung von Robotern in neuen Bereichen. Fortschritte bei der semantischen Zuordnung steigern die Roboter-Performance bei der aktiven Objektsuche und sogar bei solch komplexen Aufgaben wie der Regalbefüllung. Dies macht sich das EU-Projekt REFILLS (mit Partnern wie dm-drogerie markt, Intel, KUKA und Swisslog) zum Ziel.

Große Chancen in Gesundheitswesen und Landwirtschaft

Serviceroboter im Medizinbereich gehören zu den teuersten Robotern überhaupt. IFR zufolge wird der Markt in den nächsten vier Jahren um durchschnittlich etwa 25 Prozent pro Jahr wachsen. Das größte Anwendungsgebiet der Medizinroboter sind derzeit chirurgische Systeme. Das größte Potential sehen Fachleute allerdings in Logistiksystemen für Krankenhäuser: Die laufenden Kosten ließen sich damit um bis zu einem Fünftel reduzieren.

So ist das Ziel des EU-Projekts ROPOD, intelligente und menschenfreundliche automatisierte Fahrzeuge zu entwickeln, um Kostenbedenken und Altlasten in Pflegeeinrichtungen zu überwinden.

Exoskelette erfahren ebenfalls starkes Wachstum. Sie unterstützen Arbeiter ergonomisch bei schwerer körperlicher Arbeit. So bleiben Arbeiternehmer länger gesund und arbeitsfähig – bis zum Renteneintritt. Zu den Vorreitern in diesem Bereich gehören Noonee, Laevo sowie die EU-Projekte SPEXOR und Robo-Mate.

In der Landwirtschaft werden Serviceroboter darauf ausgelegt, im Zusammenspiel mit dem Menschen nachhaltig den Ertrag zu steigern. Die Automatisierung von Ackerbau und Viehzucht nimmt zu. Anwendungsorientierte Projekte wie beispielsweise MARS (Mobile Agricultural Robot Swarms, mobile Feldroboterschwärme) legen Fokus auf kleine intelligente unbemannte Landfahrzeuge, die Bodenverdichtung und Energieverbrauch reduzieren und den Einsatz von Saatgut, Düngemitteln und Pestiziden verringert. Ein anderes EU-finanziertes Projekt, SAGA, entwickelt mit Sensoren ausgerüstete Drohnen, um Landwirten in der Präzisionslandwirtschaft deutlich informiertere Entscheidungen zu ermöglichen.

Europa dominiert Servicerobotik für den B2B-Bereich

„Serviceroboter sind längst nicht mehr nur ein Forschungsthema. Im Business-to-Business Bereich bietet eine Vielzahl marktreifer Produkte und Lösungen dem Anwender einen konkreten Nutzen mit einem direkten Geschäftsvorteil“, sagt Klaus Kluger, Geschäftsführer der Omron Electronics GmbH für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Europa dominiert dieses Feld und bietet Gelegenheiten für Investitionen, muss aber auch die Interoperabilität und Effektivität der Systeme sicherstellen.

Laut IFR wuchs die Anzahl der verkauften professionellen Serviceroboter im Jahr 2016 um 24 Prozent. Für das kommende Jahr wird eine Steigerung des Absatzes um 17 Prozent und für die Jahre 2018 bis 2020 ein jährliches Plus zwischen 20 und 25 Prozent erwartet.

Millionen Roboter in Haushalten

Der Umsatz mit professionellen Servicerobotern weltweit betrug 2016 4,67 Milliarden USD. Das starke Wachstum ermöglicht auch die Entwicklung eines breiten Spektrums an Basistechnologien, wie zum Beispiel Softwarelösungen – das aktuelle Ziel des EU- Projekts RobMoSys. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Mensch-Roboter-Interaktion, zumal Serviceroboter für persönlichen und häuslichen Einsatz an Beliebtheit gewinnen.

Schätzungen der IFR zufolge werden bis zum Ende des Jahrzehnts mehr als 42 Millionen Unterhaltungs- und Haushaltsroboter in unsere Haushalte einziehen. „Zukunftsvisionen zeigen hochkomplexe Haushaltsroboter mit deutlich höherem Nutzen und breiterem Einsatzgebiet“, sagt Martin Hägele, Leiter der Abteilung Roboter- und Assistenzsysteme am Fraunhofer IPA.

Der Ausstellungsbereich Professionelle Servicerobotik auf der automatica 2018 wird die allerneuesten technologischen Entwicklungen für den B2B-Bereich präsentieren. Von Robotern in der Kundeninformation – die von Einzelhändlern und Museen als Informationsanbieter immer mehr genutzt werden – bis zu den neuen Robotern für die Lieferketten und Vertriebszentren des digitalen Zeitalters: Die automatica 2018 wird die neuesten Automatisierungslösungen für den Dienstleistungssektor zeigen, die schon in Kürze im Einsatz sein werden.

Die automatica 2018

Optimize your production: Auf der automatica 2018 vom 19. - 22. Juni dreht sich alles um die Optimierung Ihrer Produktion. Die Leitmesse vereint innovative Lösungen der intelligenten Automation und Robotik mit wegweisenden Schlüsseltechnologien für jede Industriebranche. Damit Sie bessere Produkte schneller und günstiger fertigen können.

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  • Grenzebach Maschinenbau

    Platz 13 in unserem Ranking belegt Grenzebach Maschinenbau aus Deutschland. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.500 Mitarbeiter weltweit und machte 2016 einen Umsatz von 477 Millionen US-Dollar. - Bild: Grenzebach

  • TGW Logistics

    Auf Platz 12 landet das 1969 gegründete Unternehmen TGW Logistics. Der Umsatz der Österreicher im Jahr 2016 betrug 568 Millionen US-Dollar. - Bild: TGW Logistics

  • Fives Group

    Die französische Fives Group landet auf Platz 11. Das Unternehmen entwickelt und liefert Maschinen, Prozessanlagen und Produktionslinien. Damit generierte die Gruppe 2016 einen Umsatz von 617 Millionen US-Dollar. - Bild: Fives Group

  • KNAPP

    643 Millionen US-Dollar Umsatz machte 2016 Jahr Knapp. Das macht für die Österreicher Platz 10 im Ranking. - Bild: Knapp

  • Swisslog

    Knapp vor Knapp mit einem einem 2016er-Umsatz von 645 Millionen US-Dollar liegt die Swisslog Holding. Die Eidgenossen erreichen damit Platz 9. - Bild: Swisslog

  • Intelligrated

    Intelligrated ist ein Automatisierungs- und Software-Engineering-Unternehmen mit Sitz in Mason, Ohio. Ihr Umsatz im Jahr 2016 belief sich auf 850 Millionen US-Dollar. Das macht unter dem Strich Platz 8 im Ranking. - Bild: Intelligrated

  • Beumer Group

    Die deutsche Beumer Group beschäftigt rund 4.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von 852 Millionen US-Dollar - Platz 7. - Bild: Beumer Group

  • Mecalux Software Solutions

    Mecalux aus Spanien meldet für das Jahr 2016 einen Umsatz von 952 Millionen US-Dollar. Damit kommt der Hersteller von Lagersystemen auf Platz 6. - Bild: Mecalux

  • Vanderlande Industries

    Vanderlande Industries aus den Niederlanden machte 2016 einen Umsatz von 1.170 Millionen US-Dollar. Damit pushten die rund 5.000 Mitarbeiter den Hersteller von Automation der logistischen Prozesse an Flughäfen und für den Paketmarkt auf Platz 5. - Bild: Vanderlande Industries

  • Muratec

    Platz 4: Muratec. Das japanische Unternehmen mit Sitz in Fushimi-ku, Kyoto machte 2016 einen Umsatz von 1.260 Millionen US-Dollar. Früher hieß der Konzern Murata Machinery f. - Bild: J o./CC BY-SA 3.0/Wikipedia

  • Dematic

    Auf dem Bronzeplatz in unserem Ranking landet Dematic. Die Luxemburger erwirtschafteten 2016 einen Umsatz von 2.016 Millionen US-Dollar. Zu den Geschäftsfeldern des Konzerns zählen die Branchen Nahrungs- und Genussmittel, allgemeiner Handel, Großhandel, verarbeitende Industrie, Lebensmittelhandel/Food Service, Bekleidung und Textil, Direktvertrieb, Paketdienstleister und ausgelagerte Logistik. - Bild: Dematic

  • SSI Schäfer

    Platz 2 sichert sich das deutsche Unternehmen SSI Schäfer. Über 70 Niederlassungen weltweit arbeiten an Lösungen für logistische Systeme und Produkte. Damit erwirtschafteten die Salchendorfer 2016 einen Umsatz von 2.630 Millionen US-Dollar. - Bild: SSI Schäfer

  • Daifuku Corporation

    Spitzenreiter der größten Intralogistik-Zulieferer ist die Daifuku Corporation. Die Japaner erwirtschafteten 2016 einen Umsatz von 2.924 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen, hat sich auf Fertigungs- und Verteilungssysteme, Automobil-Fertigungssysteme und Flughafen-Technologien spezialisiert, wurde 1937 in Osaka gegründet und hat erst 2002 seine erste Tochtergesellschaft geggründet. - Bild: Daifuku Corporation